Fotogenität erlernen – #02 – Ganzkörperaufnahmen

Im ersten Teil dieser Trilogie habe ich allgemeine Punkte aufgeführt, die ich wichtig finde, wenn man schöne Fotos von sich haben möchte. O-Ton war: “Fühl dich wohl!” – Weiteres könnt ihr dort nachlesen! :) Viel Spaß mit der “Ganzkörpervariante”.

Teil 1: Fotogenität Erlernen Allgemein
Teil 2: Fotogenität Erlernen Ganzkörperaufnahmen
Teil 3: Fotogenität Erlernen Portrait – noch nicht online

  • S-Kurve (siehe unten): Wat? Ich kenn nur Tangens. Diesen Tipp habe ich mal von Simone von Simone Henkel Photography bekommen. Das Gewicht auf ein Bein verlagern und das andere Bein entweder darüber kreuzen, einknicken oder locker “schleifen” lassen. Die Pose fordert Körperspannung, sodass du dich nur darauf konzentrierst nicht umzufallen und dann vergisst, dass du aufgeregt und unsicher bist. Deine Proportionen werden super betont. Auch wenn manche Verrenkungen in echt surreal  und blöd aussehen, können sie auf dem Foto später richtig cool sein.
  • Halt dich fest: Kennt ihr das, wenn ihr auf einer Party seid und irgendwie verloren in der Menge rumsteht? Kennt ihr das dann auch, dass es Leute gibt, die ununterbrochen ein  Getränk oder eine Zigarette in der Hand haben? Man fühlt sich sicherer, wenn man sich an etwas festhalten kann und genau so ist das, wenn man Fotos macht. Wenn man irgendwo im Nirgendwo steht, weiß man zuerst gar nicht, was man mit sich anstellen soll. Also: Halt dich fest!
    • Hast du ein Kleid an? Dann halt sich am Rock fest und wedel ein wenig damit rum.
    • Hast du was mit Kapuze an? Dann greif doch mit beiden Händen an die Kapuze.
  • Zwischendurch mal Hampelmann machen oder rumalbern – das lockert.

Ich habe jetzt bewusst nur wenig Punkte aufgezählt, weil das sonst irgendwie den Rahmen sprengen würde – besteht denn Nachfrage / Interesse an noch mehr?
IMGL9752_S
IMGL9756
Bilder sind von Digital-Passion.

Schüttel dir einen Text aus den Ärmeln

“Es wirkt, als ob du nebenbei einen Text aus dem Ärmel schüttelst.” – ich fühle mich überschätzt. Überschätzt, aber geschmeichelt. So soll es nämlich auch wirken. Brauchst du 5 Minuten meinen Blogpost zu lesen, so soll es den Anschein haben, ich ihn in 5 Minuten verfasst. Ich will Einfachheit, wenig Anstrengung vermitteln. Man soll meinen Blog einfach lesen können. Wusstet ihr, dass es bei den Parteiprogrammen unserer Bundesrepublik eine normale Version und eine vereinfachte Version gibt? Wisst ihr, dass die Geschäftsführer immer nur die Management Summary lesen, anstatt der seitenlangen Studien? Ich will keine leichte Kost verkaufen, ich will leicht verdaubare Kost vermitteln. Geschwollenes Geschwafel aus der Vorlesung geht dir links rein und rechts raus. Wenn dein Kommilitone es dir in seinen einfachen Worten erklärt, verstehst du es und es bleibt hängen. Wer musste schon mal seine Hausarbeit/Abschlussarbeit um einige Seiten runterkürzen und stand vor der Entscheidung: Was lasse ich drin, was ist wichtig, was kann weg? Auf das Wesentliche fokussieren? Es ist kompliziert, einfach zu machen. Es ist gar nicht so einfach sich zu besinnen und nicht tausend Dinge gleichzeitig zu tun oder zu wollen – alles abzuschneiden, was man nicht mehr braucht, alles wegzulassen, was überflüssig ist. Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht?
000030000200001

Zu den Bildern: Wenn ich schon nicht dazu komme Portraits von anderen Leuten zu machen, dann mache ich eben ein paar von mir selbst. Hm eigentlich liegt das daran, dass mich Ricarda & Anni getaggt haben – Black & White Challenge und ich hab eigentlich nichts, was ich vorweisen kann. Ein altes Bild nehmen, was ich schonmal gepostet habe und einen S/W Filter drüberzulegen erschien mir irgendwie unpassend. Samstag zwischen Frühstück und Ikea – nach der Dusche und dem Nutellabrötchen. Ganz einfach, ganz simpel. Kein Schnickschnack, auf’s Wesentliche konzentriert.

Von Kameras und Menschen – Unterwegs mit Yourfone

Noch eine Stunde – dann bin ich endlich daheim. Ich sitze im Zug auf der Rückreise, ärgere mich über jemanden hinter mir, der fortlaufend ein Spiel spielt, dessen Geräuschkulisse sich so anhört: dingdingdingBRAAAEERGHdingding und ich aus Selbstverschuldung die einzige Person ohne Kopfhörer ist. Als ich anfange den Tag Revue passieren zu lassen und ich vor mich hinträume, rückt der nervige Ton in den Hintergrund. Ich bin von yourfone zu einer Fotosafari bzw. Einem Fotowalk eingeladen worden, was für mich eine große Bedeutung hat, als jemand der vor Kurzem seine Fühler in Richtung Fotografie ausgeweitet hat und sich daher in seiner Entscheidung vieles andere einzustampfen bestätigt fühlt. Ihr könnt unsere Fotos unter dem Hashtag “#mehrfoto” auf Instagram anschauen!

yourfone_stefangroenveld_20141115_0032 yourfone_stefangroenveld_20141115_0066 yourfone_stefangroenveld_20141115_0067 yourfone_stefangroenveld_20141115_0093 yourfone_stefangroenveld_20141115_0102 yourfone_stefangroenveld_20141115_0109

Yourfone ist ein Tochterunternehmen von E-Plus und ein Lifestyle- und Mobilfunkunternehmen. Wir waren 13 Blogger – ganz quer durch die Palette. Da war der Musikblogger, da war der Fotograf, da war die Kosmetikyoutuberin, die Modebloggerin und da war ich – irgendwer, der seine Eindrücke in Wort und Bild online festhält und irgendwie für das Unternehmen interessant war. Aus der Truppe kannte ich bis dato nur Eileen und wir haben dann den Tag gemeinsam verbracht (Sie war auch so lieb mich zum Bahnhof zu bringen! ^-^). Charlott und Saskia von Mitvergnügen führten uns durch Berlin Moabit, vom Ministerium des Innern entlang der Spree, durch die Markthalle, vorbei am kleinen Tierpark zur Moabiter Brücke. Thomas Kakareko erläuterte die Kniffel der Smartphonefotografie.

In vielen Bloggruppen lese ich vermehrt die Nachfrage nach einer DSLR heraus, um gute Fotos für den Blog machen zu können. Heißt also: Handybilder sind nicht gut? Wer sich mit Fotografen umtreibt wird hier und da schonmal solche Sprüche gehört haben: “Der Mensch macht die Bilder – nicht die Kamera”. Ein stolzer Fotograf wird sich damit brüskieren, dass er – egal mit welchem Gerät – klasse Bilder schießen kann. Vielleicht habe ich mich heute genau in diese Lage versetzen wollen – denn ich nutze meine Handykamera sonst eigentlich nur, um Selfies oder schnelle Schnappschüsse vom Essen oder Danou zu schießen.

Jetzt kommt yourfone her und bringt thomas_k mit und sagt: Hey – da ist dieser Typ – der hat einen riesen Erfolg mit seinen Fotos und weißt du was? Das sind ausschließlich Handyfotos. Und dann schicken sie dich durch Berlin Moabit und zeigen dir coole Fotolocations und du hast dein Handy und der Akku hat noch 70%. Und dann drückt dir noch jemand ein lustiges Fisheyeobjektiv in die Hand und zeigt dir seine liebsten Bearbeitungsapps (Snapseed, Noir, VSCO, TouchRetouch, SKRWT) und dann geht’s los. Für mich, die dem Reiz der Peoplefotografie verfallen ist, ist es nicht einfach gewesen, potenzielle Motive zu identifizieren – das Fisheyeobjektiv hat’s noch etwas erschwert, weil das Bild eine leichte Unschärfe aufgezeigt hat. In der Bearbeitung ergab diese Unschärfe aber eigentlich einen ganz geilen Effekt. Mistery undso. Wie findet ihr meine Handyfotos, die ich noch rangehangen hab?
10751765_10152857597164919_2021507287_n

Hier findet ihr mein kurzes Video zu meinem Trip nach Berlin:

Das hab ich ganz alleine gemacht!

Modisch gesehen bin ich ein ziemlicher Hinterwäldler. Na klar – ich mag schon ganz gerne Sachen anziehen, in denen ich mich wohl fühle. Aber meistens häng ich hintendran, weil ich kein Bock hab zu shoppen oder mein Geld für andere Dinge rauswerfe. Außerdem lunst mal eine Socke aus dem Schuh raus und manchmal hab ich mein Oberteil falschrum an. Meine Mutter hat mir – bis ich 12 war – Kleidung rausgelegt. Ich erinnere mich an grauenvolle, weinrote Kordhosen. Irgendwie – hat sich nicht so viel geändert. Ich shoppe immer noch wenig. Manchmal shoppt die Mama und fühlt sich zu alt für den Print auf ihrem neuen Pullover. Zack – haste n neuen Pulli. Dann hat die Schwester was bestellt, was ihr zu groß ist. Zack – haste n neuen Blazer. Und dann schenkt dir dein Freund ein Kleid und du freust dich. Und dann bestellt Summer eine Hose, die ihr zu groß ist und du kaufst sie ihr ab. Und außerdem wandert deine Freundin aus und sortiert ihre komplette Wintergarderobe aus. Und dann fällt dir auf – du bist eine Anziehpuppe, weil du zu faul bist dir Gedanken über Kleidung zu machen, obwohl du wirklich sehr, sehr gerne hübsche Sachen anhast und dir sehr, sehr gerne die gutgekleideten Modebloggerinnen anschaust. Und im Endeffekt ziehst du aber das an, was rumliegt und noch nicht in die Wäsche muss. Aber es macht so Spaß solche Looks zu fotografieren – es macht schon irgendwie Spaß sich Gedanken drüber zu machen. Vielleicht werd ich ja irgendwann noch eine feshe Fashionista – weil das hab ich ganz allein zusammengewürfelt *große Leistung* :P.
_MG_2250_MG_2159_MG_2158_MG_2156_MG_2154
Bilder von Summer Lee.

Rewardstyle Partnerprogramm:

Wir könnten, wenn wir wollten

Es ist traurig, wenn ein Teil deines Lebens kein Teil mehr deines Lebens ist. Wenn die Menschen, die dir mal etwas bedeutet haben irgendwie von der Bildfläche verschwinden. Nicht, weil man Streit hatte – nur weil man einfach keine Verbindungspunkte mehr hat. Verschiedene Karrieren, verschiedene Freundeskreise, ein anderes Leben. Deswegen funktionieren soziale Netzwerke. Man hat seine Jugend auf dem Schirm – man hat zwar nichts mehr mit den Schulfreunden zu tun, aber man könnte sie trotzdem jederzeit kontaktieren, wenn man denn wollte. Wir sind nicht daran gebunden uns auf den Zufall oder das Schicksal zu verlassen – eine alte Schulfreundin oder den Exfreund zufällig auf der Straße zu treffen. Wir können einfach eine Nachricht schreiben, auch wenn die Handynummer schon irgendwo im Nirvana gelandet ist. Wir könnten, wenn wir wollten, aber wir wollen eigentlich gar nicht. Aber wenn uns die Möglichkeit genommen wird, dann piekst es doch ein wenig im hintersten Eck deiner Gedanken. Dabei könnte eigentlich alles ganz einfach sein – man könnte anklopfen und sich auf einen harmlosen Kaffee verabreden, aber worüber soll man sich schon unterhalten? Smalltalk kann ich – kann ich gut. Muss ich auch können – sollte jeder können, der mit anderen Menschen zusammenarbeitet, aber was bringen einem 20 Minuten Kaffeegeplänkel? Die Zeit vergeht, die Themen verschwimmen – wir driften alle so weit auseinander. Wir sind nur noch Fremde, die sich mal gekannt haben. Die Erinnerungen an die Dinge, die früher so wichtig waren verschwimmen und man fragt sich: Was wenn du in 10 Jahren genau so auf dein jetziges Leben blickst, wie du es über dein Leben vor 5 Jahren tust?
_MG_1720