Fotografen kennenlernen: 6 Kleinigkeiten, die ich gelernt habe

Ich bin ein Autodidakt, der nicht nach Lehrbuch geht – mehr intuitiv – mit dem Auge für Kitschiges. Es gibt Leute, die sich darüber aufregen, wenn man vom Lehrbuch abweicht und meinen ganz alleine den Anspruch auf Richtigkeit zu haben. Ältere, eingefahrene Menschen, die dich dafür rügen „keine Ahnung“ zu haben. Aber mein Gott – so ist das Leben. Am Ende zählen die Ergebnisse, sie müssen dir selbst gefallen. Wenn das Publikum deine Bilder auch gut findet, dann kannst du dich darüber freuen. Wenn nicht, dann kannst du fragen und Erkenntnisse gewinnen und dazulernen. Ich dachte mir, dass ich mal ein paar Punkte aufschreibe, die ich mir durch trial and error angeeignet habe.

  1. Alle normalen Menschen so: Ohhhhh knalle Sonnenschein – toll – es ist endlich schönes Wetter. Fotografen so: Igitt, Igitt – harter Schlagschatten. Wo bleibt die nächste Wolke?
  2. Die Menschen wollen plötzlich was von dir.
  3. Photoshop? Photoshop! Die einen wollen, dass das Bild schon so gut wie möglich ist, damit man nichts mehr machen muss. Die anderen lieben es sich auszutoben. Ich gehöre eher zur zweiten Sorte und ihr?
  4. Blitzen oder nicht Blitzen? Die einen setzen auf viel Technik und coole Lichtkompositionen, die anderen wollen nur mit natürlichem Licht fotografieren. Ich persönlich bin nicht so der Blitzer – was ist mit euch?
  5. Zuverlässigkeit ist kein Allgemeingut: Es gibt leider mehr Menschen, die unzuverlässig und unverschämt sind. Mehr als man glaubt. Wer meint mit reiner Menschenliebe voranzukommen fehlt. Selbst im eigenen Bekanntenkreis kann es zu Ärger kommen, wenn man sich vorher nicht absichert. Damit meine ich: Ich hasse es wie die Pest, wenn man meine Zeit verschwendet. Damit meine ich vor allem Wartezeiten. Unpünktlichkeit und Lügen. Ich habe mal eine halbe Stunde im Kalten gestanden – erst nachdem die Person 20 Minuten zu spät war, hat sie sich  gemeldet, dass es noch dauern wird. Weiterhin wurde mir mal aus „Krankheit“ abgesagt und die Person hat sich 5 Minuten später im Fitnessstudio getaggt. Vor allem aber ist es ätzend, wenn jemand nicht organisiert ist. Dich anschreibt, weil sie was will und dann erwartet, dass du die ganze Arbeit machst, weil sie absolut keine Ahnung hat, was sie will [Location, Kleidungsstil, Zeitpunkt, Konzept]. Diese Punkte sind aber gut – sie lassen dich besser wählen und man kann ordentlich aussieben.
  6. Es gibt Menschen, die nicht damit klarkommen, wenn du ihnen höflich (!) absagst: Lieber nicht zu Herzen nehmen. Mit solchen Menschen will man auch gar nicht zusammenarbeiten – auch wenn einem die Bilder gefallen!

Workshop-Sonja-Saur_Fairy4

3 thoughts on “Fotografen kennenlernen: 6 Kleinigkeiten, die ich gelernt habe

  1. Super Punkte! Ich als unerfahrene Hobby-Fotografin, die dauernd (und damit meine ich wirklich dauernd!!) Tutorials liest / guckt, wie man „richtig“ fotografiert etc. muss natürlich auch mein Senf dazu geben:

    – Ich liebe Sonnenschein für Fotos – hallo, wozu hat man Lichtreflektoren und Softboxen, adieu Schlagschatten 😉
    – Photoshop und ich werden immer mehr Freunde, aber es mir immer noch lieber nicht mehr so viel bearbeiten zu müssen
    – Bin ein Nicht-Blitzer (noch)
    – Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit sind ein MUSS
    – Und eine höfliche Absage finde ich noch immer besser, als Stillschweigen, wo man dann tausende Mal nachfragen muss und sich vlt noch Hoffnungen macht, nur weil sich jmd schwer tut mit Nein-Sagen. Scusi, wir sind nicht im Kindergarten

    1. Hihi, vielen Dank für deinen Senf 😀 😀

      – Ich find das so witzig – weil sich da echt die Geister scheiden können – auch so bei dem Thema : Sonnenschein 😀 😀 – wenn man Aufwand betreibt, dann hast du auf jeden fAll recht. Manchmal hab ich das Bedürfnis einfach so loszuziehen – ohne große Ausrüstung – nur die Kamera in der Hand – da bin ich froh, wenn die Wölkchen mir die Softbox spielen 😀 😀

      – Jup – ich glaub ich komm da aus einer anderen Ecke irgendwie – ich hab immer das Gefühl, dass ich „noch nicht genug gemacht habe“ oder „da geht noch was“ oder „will mich austoben“ … ich glaub mir ist eine Zeit lang wichtiger gewesen, dass man im „vorher/nachher“ sehen kann, wieviel ich bei Photoshop machen „kann“ (ob das gut ist oder nicht , lass ich mal beiseite haha) – mittlerweilse versuche ich schon so gut es geht zu fotografieren, aber manchmal hab ich einfach bock ganz viel zu manipulieren 😀
      – highfive! ich hab schon oft mit blitzern zusammengearbeitet und bevorzuge natürliches Licht einfach mehr… 😀 aber das is ja geschmackssache ^-^
      – word.
      – word.

  2. Huhu Mici, wieder ein schöner Post!!

    zu 1) Ich mag beides, an starken harten Schatten störe ich mich gar nicht immer 🙂
    zu 2) Ohhhh ja… deswegen bin ich nicht mehr auf Facebook
    zu 3) Ich mag Photoshop, immerhin unterrichte ich es ja auch. Für meine Blogphotos von mir selbst benutze ich es allerdings gar nicht, mache alles mit Capture One, das reicht mir. Ansonsten behandle ich jedes Bild ziemlich individuell. Von einer halben bis zu 1o Stunden Bearbeitung kann bei mir alles vorkommen 🙂
    zu 4) Blitze find ich gut. Wenn Gewitter ist 😉
    zu 5) & 6) Recht hast du…

    <3

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