– Anzeige in Zusammenarbeit mit AGIDA

Island als Destination ist an sich schon ein Highlight. Das Land bietet eine unglaubliche Vielfalt für Menschen, die abenteuerlustig sind und innerhalb kürzester Zeit sehr viel sehen wollen. Man muss als Islandreisender nicht einmal unbedingt eine Rundreise machen, um Vieles erleben zu können. Es reicht schon sich in der Nähe von Reykjavik umzuschauen und man findet viele spannende Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten. Zusammen mit AGIDA bin ich in den Thingvellir Nationalpark gefahren, um dort im klarsten Wasser Europas schnorcheln zu gehen.

Silfraspalte – Zwischen Kontinentalplatten schnorcheln

Silfraspalte - Zwischen Kontinentalplatten schnorcheln

Seit ich vor einigen Jahren angefangen habe eine Bucket List runterzuschreiben und diese nach und nach abzuarbeiten, steht ein Punkt ganz weit oben auf meiner Liste. Ich möchte das glasklare Wasser in der Silfraspalte hautnah erleben – entweder als Tauchgang oder zum Schnorcheln. Es ist ein komisches Gefühl, wenn man vorab anderen Menschen erzählt, was man so alles im Leben vor hat und dieser Moment dann doch nicht mehr allzu weit entfernt ist. Die Silfraspalte befindet sich im Thingvellir-Nationalpark im Herzen Islands – etwa eine Stunde Autofahrt von Reykjavik entfernt. Zudem befindet Sie sich auch noch zwischen der eurasischen und amerikanischen Erdplatte.

Im Internet kursieren diverse Fotos von Tauchern, die die Felswände anfassen und auch Touranbieter werben damit, dass man gleichzeitig beide Kontinentalplatten anfassen kann. Allerdings ist das laut unserem Tourguide völliger Quatsch. Die Spalte befindet sich zwar zwischen den tektonischen Platten, allerdings stehen diese deutlich weiter auseinander als die Armspannweite.

Achtet darauf im kalten Wasser nicht zu unterkühlen!

Das Wasser in der Silfraspalte schwankt im Laufe des Jahres zwischen 2-4°C – wärmer wird es also nicht. Der einzige Unterschied liegt in der Außentemperatur. Ich habe Glück im Unglück gehabt, denn ich habe einen sehr windigen, aber dafür sonnigen Tag erwischt. Da man unten im Wasser recht windgeschützt ist, hat man nicht viel vom kalten Wind bemerkt. Ansonsten solltet ihr bei der Buchung einer Schnorcheltour durch die Silfraspalte auf jeden Fall darauf achten, ob ihr einen sogenannten Wetsuit oder einen Drysuit bucht.

  • Bei einem Wetsuit dringt das Wasser in den Neoprenanzug ein. Die Körperwärme wird aufgeheizt, sodass man davor geschützt wird, auszukühlen. Der Vorteil ist, dass man mehr Bewegungsfreiraum hat, allerdings dauert es eine Weile bis das 2°C kalte Wasser aufwärmt, sodass es am Anfang sehr unangenehm werden kann.
  • Bei einem Drysuit wird der Körper vor eindringendem Wasser geschützt. Es werden (je nach Art des Drysuits) nur der Kopf, die Hände und Füße nass. In meinem Fall sind die Füße auch geschützt gewesen, sodass man unter dem Anzug dicke Socken anziehen konnte. Mit dem Drysuit hat man weniger Bewegungsfreiraum, weil man nur an der Oberfläche treibt. Allerdings wärmt er den Körper viel besser und bietet somit mehr Schutz vor Unterkühlung. Ich persönlich empfehle daher einen Drysuit zu wählen, wenn man wie ich unerfahren ist und dazu neigt sich bei Kälte schnell zu erkälten.

Das Wasser ist so sauber, dass man es trinken kann.

Jeder Wassertropfen in der Silfraspalte kommt aus dem naheliegendem Gletscher Langjökull. Der Gletscher liegt in etwa 50 Kilometer nördlich vom Thingvellir Nationalpark. Das Schmelzwasser des Gletschers bahnt sich seinen Weg bis in den Nationalpark und wird auf seinem Weg durch viele Schichten von Vulkangestein gefiltert. Diese Tatsache kombiniert mit den eisigen Temperaturen, bietet die besten Voraussetzungen für das klare und saubere Wasser.

 

Weitere Islandbeiträge findet ihr hier.  // Bei einer Erkältung durch das kalte Wasser, sollte eure Reiseapotheke gut ausgestattet sein – findet hier eine Packliste.

Wie ist es so im klarsten Wasser Europas zu schnorcheln?

Wer schon einmal im lokalen Badesee schnorcheln war, der weiß wie schlecht die Sicht in Gewässern sein kann. Wenig Licht, viele Algen – da kann man häufig seine eigenen Füße nicht mehr sehen. In der Silfraspalte hingegen soll die Sicht an sonnigen Tagen bis in die Tiefe und was soll ich dazu sagen – wir haben einfach wahnsinnig Glück gehabt. Sonne satt – das war wirklich der Wahnsinn wie weit man einfach blicken konnte.

Ein Schnorchelgang dauert je nach Strömung zwischen 20 und 30 Minuten. Am Anfang muss man seine Taucherbrille vorbereiten (reinspucken 🙂 ), damit diese unter Wasser dann nicht beschlägt und einem die Sicht zerstört. Der Guide hat uns dann noch den Verlauf der Silfraspalte erklärt. An einigen Stellen ist das Wasser sehr flach, sodass man aufpassen muss, um nicht anzustoßen. Außerdem muss man nach etwa 3/4 der Strecke dann gegen den Strom schwimmen, um in die Silfra Lagune zu gelangen.

Das Wasser ist eisig, der Drysuit ist um den Hals sehr einengend und etwas unangenehm, aber mein Körper ist wunderbar geschützt und warm. Für die Hände bekomme ich Handschuhe, die jedoch nicht dicht sind, sodass Wasser eindringen kann. Uns wird geraten die Hände nicht so viel zu bewegen, damit sich das Wasser im Inneren des Handschuhs aufwärmen kann.

Schnorcheln in kaltem Wasser ist ein tolles Gefühl

Auch die Haube zum Schnorcheln schützt den Kopf, allerdings merkt man die Kälte im Gesicht sehr deutlich. Beim Eintauchen ins Wasser knallt die Kälte des Wassers auf das Gesicht – ich habe keine Zeit zu frieren. Ich muss mich auf das Mundstück konzentrieren – mich beruhigen, meine Atmung regulieren. Nach einer Weile ist das Gesicht ohnehin taub und man bemerkt die Kälte nicht mehr. Die Sicht ist wunderschön, das strahlende Blau vermischt sich mit den Sonnenstrahlen. Ich blicke nach unten – an meinen Schwimmflossen vorbei. Die Felsen sind leicht bewachsen, wenig Algen umschlingen das Gestein. Die Spalte ist relativ schmal, aber die Strömung ist sanft. Es wird also kein Problem sein sich einfach treiben zu lassen.

Man ist in einer Gruppe von ungefähr 6-7 Personen unterwegs, aber im Wasser ist man ganz allein. Sobald der Kopf unter Wasser ist, hört man nur noch ein entferntes Plätschern, wenn jemand seine Schwimmflossen benutzt. Man hört seinen eigenen Atem, den eigenen Herzschlag. Vielleicht auch mal einen dumpfen Schlag, wenn man nicht aufgepasst hat und mit dem Kopf an einen Felsen stößt. Keine Angst – normalerweise passiert das nicht :). Das ist einer der Momente und Erlebnisse im Leben bei denen man mal so richtig abschalten kann. Ein Moment, bei dem man sich einfach nur auf das konzentrieren kann, was man sieht – das was direkt vor einem ist. Bei dem man alles andere ausblenden kann. Kein Stress von der Arbeit, keine ToDos, die man noch erledigen muss.

Nachdem man in der Silfralagune angekommen ist, hat man noch die Möglichkeit ein wenig herum zu schwimmen und diese zu erkunden, bevor es dann auch schon wieder raus an die kalte Luft geht. Unser Guide hat uns heißen Kakao mit Marshmallows gemacht und der Marsch zurück zur Umkleide sowie das selbstzufriedene Gefühl nach diesem Erlebnis wärmt auf. So langsam steigt die Euphorie in einem auf.

Silfraspalte – Zwischen Kontinentalplatten schnorcheln

Im ersten Moment klingen 20 Minuten wirklich nicht lange, weil man denkt, dass man dann nicht alles in Ruhe sehen kann, aber wenn man im Wasser ist, dann ist das Zeitgefühl einfach nur verzerrt. Es fühlt sich an, als ob man Ewigkeiten unterwegs ist und um ehrlich zu sein. Auch wenn der Drysuit schön warm und trocken hält – über die Hände und den Kopf geht trotzdem einiges an Körperwärme verloren, sodass man spätestens nach eine halben Stunde im kalten Wasser von selbst ins Trockene möchte. Ich kann nur sagen, dass für die Silfraspalte für mich ein absolutes Highlight war und ein richtiger Glasmoment, an den ich mich gerne erinnern werde.

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