Meine Familie lebt über den Globus verteilt – wenn wir zusammentreffen, dann kommunizieren wir querbeet. Auf deutsch, französisch, englisch, vietnamesisch und in Körpersprache hampeln wir uns durch die Konversationen. War schon immer so und wird immer so sein – klappt immer irgendwie. Vorteilhaft ist es eben, dass jeder mindestens halbwegs vietnamesisch und englisch spricht. Was aber schwierig wird ist, wenn mein Freund sich mit der älteren Generation unterhalten will, die eben nicht alle gutes englisch sprechen können. Sein vietnamesisch begrenzt sich auch nur auf ein paar Vokabeln, die ich ihm beigebracht habe, die aber anscheinend für kurzes Amusement seitens meiner Familie sorgen können. Gioi! 🙂 Und trotzdem klappt es irgendwie – denn Kommunikation läuft nicht nur über Sprache, sondern eben auch über dein Verhalten, deine Mimik, deine Gestik.

Wenn ich sehe, wie jemand seine Lautstärke gegenüber einer anderen Person erhöht, weil diese nicht so gut Deutsch spricht, dann ärgere ich mich, denn in der Kommunikation schwingt meist noch eine Portion Aggressivität mit und über die Sinnlosigkeit lauter zu werden, wenn jemand deine Sprache nicht spricht, braucht man nicht zu diskutieren, oder? Wie dem auch sei fand ich es wirklich schön – die Bemühungen sich miteinander auszutauschen, sich zu unterhalten, obwohl man nur ganz gebrochen die Sprache des anderen versteht oder eben nicht versteht. Und wenn es an den Worten fehlte, so haben die Hände gedeutet, so haben andere Menschen geholfen, so hat sie eben doch stattgefunden – die Kommunikation.

Bilder by: Andrea Hübner

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