Ich bin nicht ausgebrannt…

Ich bin nicht ausgebrannt. Überfordert auch überhaupt nicht. Arbeit, Haushalt und Studium klappen eigentlich ganz gut. Zeitmanagement eben. Auf der Arbeit baue ich mir immer Zeitpuffer bei Planungen ein. In der Uni: ich hab immer frühzeitig angefangen – alle meine Hausarbeiten sind mindestens einen Monat vor Abgabe fertig geschrieben. Für die Prüfungen lerne ich bevor die Vorlesungen vorbei sind – hört sich jetzt an, wie der krasseste Streber ever, aber ich habe mir schon während der Schulzeit gesagt: „Hey – du bist nicht der Typ von Person, der alles sofort versteht und abspeichert, wenn er es hört – du musst es 10x Lesen und 10x erklärt bekommen, bis es in deinen Schädel reingeht. Wenn man langsamer lernt, dann muss man logischerweise früher anfangen.“ Mit der Schiene bin ich bisher wunderbar gefahren und es ist einfach unnötig alles auf den letzten Moment zu schieben und sich dann zu stressen (auch wenn die Versuchung sich abzulenken sehr groß ist), wenn man sich vorab jeden Tag eine Stunde hinsetzt und IRGENDWAS macht – so läuft es dann auch entspannter. Kein Grund für mich zu jammern also – weil ist ja alles entspannt. Zwischendurch die Familie besuchen und sich mit Freunden treffen. Geht. Wieso grummelt es dann die ganze Zeit in meiner Magengrube und meinem Kopf? Vielleicht ist es der Hunger. Der Hunger nach Ausgleich – nach kreativem Ausgleich. Mein Foodblog steht still, weil ich um 10 – nach Arbeit und Uni kein Bock mehr habe irgendwas zu essen, geschweige denn zu kochen und anzurichten. Hier – auf diesem Blog – fällt es mir wirklich sehr schwer ein paar lockere Zeilen aus dem Finger zu saugen. Obwohl ich schöne Fotos auf dem Rechner habe, die ich posten könnte, tippen sich die Zeilen nicht mehr so locker-flockig von selbst, wie es früher der Fall war. Das merkt man sicherlich auch an der Postingfrequenz, die sich von „alle zwei Tage“ auf „vielleicht einmal die Woche“ reduziert hat. Ich schiebe diese Phase auf ein kleines Männchen, was in meinem Hinterkopf sitzt und mir ein schlechtes Gewissen macht; was mir keine aufwendigen Projekte erlaubt, solange Prüfung XYZ noch nicht geschrieben ist – obwohl eigentlich schon genug dafür gelernt wurde.

Ich mache nichts Halbes und nichts Ganzes. Ich darf nicht anfangen irgendwas Großes zu planen, denn ich muss ja noch etwas Wichtigeres erledigen. Ich habe aber auch keine Lust mehr großartig zu lernen, weil – irgendwie wäre das redundant. So habe ich das Gefühl vor mich hin zu vegetieren – nichts wirklich Sinnvolles zu tun, weil ich mich selbst davon abhalte. Ab und zu durch die Statistikübungen zu blättern, aber nebenbei schöne Fotos von grandiosen Fotografen zu scrollen, sich selbst aber nicht die Zeit nehmen, um am eigenen Können zu arbeiten – weil ist ja nur ein Hobby. Erwartungen – hochhausgroße Erwartungen setze ich in den August. Der August, der komplett frei ist (bis auf die Arbeit). Projekte, Ideen, Basteleien umsetzen, die mir schon seit Monaten im Kopf umherschwirren – Kritzeleien auf Papier, die vielleicht dann doch mal zum Leben erwecken. Ich benutze ja unheimlich gerne Terminplaner – ich habe mir schon alle freien Momente angemarkert an denen ich mich mit Menschen treffen möchte, mit kreativen Leuten, die vor Leidenschaft und Ideenreichtum sprudeln und dich mit in ihren Strudel von Kreativität mit reinziehen, dass du nur von rechts nach links grinsen kannst.

Ich habe mich letztens mit einer sehr guten Freundin unterhalten. Wir haben beide ein abgeschlossenes Studium, wir haben super Jobs, wir führen glückliche Beziehungen und freuen uns auf unseren Jahresurlaub und darauf am Wochenende mit Freunden das Glas zu heben. Doch was ist eigentlich unser Ziel im Leben? Wir haben die uns (teilweise) von unseren Eltern gesetzten Ziele schon längst erreicht. Abi ist im Kasten, Ausbildung ist im Kasten, Studium ist im Kasten. Und jetzt? Was jetzt? Heiraten und Kinder kriegen? Und dann? Was dann? Ich persönlich stürze mich gerade auf meinen kreativen Ausgleich – mir egal, wenn ich jetzt erst einsteige und später nicht erzählen kann, dass ich mit 14 schon ganz genau wusste, was ich mal später machen will oder wie ich mich selbstverwirklichen will. Wenn nicht jetzt, wann dann.

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Im Übrigen habe ich die oberen Zeilen vor meiner letzten Prüfung getippt – und jetzt wo sie geschrieben ist – merke ich schon, wie es mit dem durchstarten los geht. Weiteres findet ihr in den folgenden Tagen auf meiner Facebookseite.

6 thoughts on “Ich bin nicht ausgebrannt…

  1. Ein sehr interessanter Post! Du greifst ne Menge „große“ Themen auf und bist wie immer großartig ehrlich.. Ich bin begeistert ^.^

    1. danke dir – es freut mich, dass es dir gefällt ^-^ ich merk momentan, wie sich alles bei mir ändert… auch bzglst. des blogs.. aber ich glaub man merkt das auch einfach an den themen, die h ier so aufpoppen… ich kann einfach nicht mehr so über irgendwelche produkte / klamotten schreiben – mir fällt echt nichts dazu ein q-q keine worte einfach

  2. Meine Güte. Das ist ein großes Thema… Ich wusste auch nie wirklich, wo ich hin möchte und zack, sitze ich mit beinahe 28 in meiner zweiten Ausbildung, die absolut gar nichts mit der ersten zu tun hat.
    Aber deine Disziplin mit der Zeitplanung hätte ich gern. Mein Berichtsheft habe ich seit März oder April nicht mehr eingetragen, eigentlich wollte ich das jetzt im Urlaub tun. Rate, was hier unangerührt liegt? Immer kommen einem andere Ideen und manchmal hasse ich mich selbst dafür…

    1. das mit der zeitplanung ist aber auch echt nur so, weil ich meine eigenen defizite ggü anderen, die dinge schneller gerafft haben aufholen wollte 😀 😀 kleiner geheimer wettbewerb undso ^^

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