Veganchallenge

Genüsslich genieße ich mein Marmeladenbrötchen mit einem Glas Landliebekakao zum Frühstück, während ich diese Zeilen hier tippe. Wird ja auch mal wieder Zeit – denn seit Apfel letztens eine vegane Auszeit genommen hat, bin ich jetzt über das WE drangewesen. Das bedeutete 6 vegane Mahlzeiten, weil ich zu faul für Frühstück war. Erst einmal vorab – ich bin ein Mensch, der Essen liebt und ich bin und bleibe vermutlich Fleischfresser – wer jetzt kreischen will, kann das tun. Ich persönlich will meine Kreativität bzw. meinen kulinarischen Horizont ausweiten, um zu testen, was ich mache, wenn man mir Zutaten wegnimmt, die ich jahrelang gewohnt war. Man muss neue Wege gehen, um Neues zu lernen, oder? Deswegen recherchiere ich bewusst wenig auf veganen Foodblogs etc. nach Rezepten und Ideen, weil ich aus meinem jetzigen Wissen heraus wissen will, was ich machen kann, ohne dabei spicken zu müssen. Ich weiß, dass sich bestimmt Einige darüber aufregen, dass man kein Trendveganer sein soll etc. aber mir ist diese ganze politisch-moralische Diskussion um das Thema herum so wichtig, wie ein Sack voll Flöhe. Ich mache das, weil ich mich für den Lifestyle anderer interessiere, meinen eigenen Horizont erweitern will – und weil ich einfach Bock drauf habe.
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Also habe ich mich hingesetzt und mir einen Plan geschrieben, an den ich mich letztendlich aber nicht gehalten habe.

Samstag:

  • Mittag: Kartoffelbrei  – Ich habe 4 Kartoffeln gekocht, geschält und zermantscht. Problem: Normalerweise kommt jetzt Butter und Milch in die Masse – geht aber nicht. Was jetzt? Ich habe vergessen Steffis Tipp zu befolgen und vegane Butter zu kaufen. Shit happens – was ist mein Alternativweg, ich brauche ein bisschen Flüssigkeit in der Masse, damit es cremiger wird. Lösung: Ich habe Suppengrün da. Schnell eine Gemüsebrühe aufgesetzt, ohne die Sellerieknolle, weil der Geschmack zu intensiv ist. Und eine Kelle Suppe mit in den Kartoffelbrei. Problem: Ich habe so lange für die Suppe gebraucht, dass ich keine Lust mehr habe, eine Soße zu  machen. Lösung: Ich habe noch Gewürzgurken, Avjar und Balsamicoessig da. Fazit: Ok, die Gewürzgurken und der Essig waren zu viel der Säure, das war ne scheiß Idee, aber der Kartoffelbrei an sich hat super geschmeckt. Wer braucht schon Butter, Sahne oder Milch, wenn eine gehaltvolle Gemüsebrühe auch gut schmeckt? Zumal die Kartoffeln einen super Eigengeschmack haben, der durch die Brühe zwar anders hervorgehoben wird, aber ebenso gut ist.
  • Abend: Buntes Gemüse mit Reis – Ich wollte ursprünglich diese berüchtigten Zucchini&Karottennudeln machen – mir hat es aber an Werkzeug gemangelt, weswegen ich das Gemüse nur in Streifen geschnitten habe. Daher wurde eher eine Soße daraus, weswegen ich noch etwas Reis dazu gekocht habe. Fazit: Mache ich nochmal. Hatte mir gut geschmeckt. Nächstes mal vielleicht noch zusätzlich mit Kohlrabi.

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Sonntag:

  • Mittag: Todu Udonnudeln – Hmmmm – endlich kommt der Tofu zum Einsatz. Wir waren zwischendurch im Asiamarkt einkaufen und davon habe ich gleich die Udonnudeln und den Tofu verarbeitet. Fazit: Mach ich nochmal! Weil die Portion war zu klein und ich wollte mehr! Und an alle Tofuhasser – einfach mal neue Zubereitung probieren. Nudeln schmecken schließlich auch nicht gut, wenn die Soße nicht schmeckt.
  • Abend: Vegane Sommerrollen – Sommerrollen sind mein absolutes Lieblingsgericht. Normalerweise machen wir sie mit Garnelen und Schweinebauchfleisch. In dieser Variante hier habe ich mein absolutes Highlight des veganen Wochenendes gefunden. Einerseits weil es mit Tofu in Sojasoße und Auberginen grandios geschmeckt hat und andererseits, weil wir noch Freunde da hatten, die den Geschmackstest ebenfalls mit einem positiven DaumenHoch bewertet haben. Außerdem ist es für mich immer sehr schön zu hören, wenn Nicht-Asiaten und Nicht-Vegetarier für Tofu zu begeistern sind.

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Montag:

  • Mittag: Spinattaler: Fand ich ebenso super! Aber ich hab mich wieder total in der Menge verschätzt und SCHON WIEDER Kokosmilch verwendet. So langsam brauch ich eine Alternative. Spinattaler sind zwar cool – aber ich hatte irgendwie nur Gemüse mit Gemüse im Endeffekt gegessen. Vielleicht wären hier ein paar Nudeln oder Polenta dazu ganz lecker.
  • Abend: Veganes Curry – Ich mag den Prozess beim Kochen von so einem Curry ganz gerne. Alles klein schnibbeln. Zwiebeln, Knoblauch, Gewürze anrösten – am Ende irgendwie alles zusammenschmeißen und dann mit Reis Essen. Da viele Gewürze und Zutaten dabei sind, war es überhaupt kein Problem eine vegane Variante zu basteln. Nächstes mal werde ich aber noch ein paar Pilze hinzugeben und weniger getrocknete Tomaten.

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Fazit: Für mich persönlich besteht ein Gericht aus Hauptteil und Beilagen. Das war bisher immer: Fleisch + Kohlenhydrate + Gemüse. Dadurch, dass Fleisch nun wegfiel, neigte ich dazu den Hauptteil auf die Kohlenhydrate zu legen und vermehrt Soßen machen zu wollen, damit der Reis oder die Kartoffeln nicht zu langweilig werden. Da ich mich weigere vegane Wurst/Käse oder sonstige Industrie-Produkte dieser Art zu kaufen oder geschweige denn zu verzehren (genauso, wie ich keine Tiefkühlpizza, Fertighotdogs oder Press-Surimi esse), fiel mir ein simples Abendbrot ziemlich schwer. Ein weiterer Punkt: Tofu im Supermarkt ist unverschämt teuer! Liebe Vegetarier oder Veganer, wenn ihr oft Tofu esst, dann kauft den gefälligst nicht im Supermarkt – dort ist er nicht frisch und er ist extrem teuer! Zum Vergleich: Beim Asiamarkt kostet ein frischer (!) Block Tofu 0,7€ – etwa 300g, bei Tegut kosten 130g vakuumiert-verpackter Tofu 2-3€. Und wenn jetzt irgendein Ökofritze meint erzählen zu müssen „Man weiß ja nicht, was beim Asiaten drin ist“ – where the hell do you think Tofu originates from?

11 thoughts on “Veganchallenge

  1. sieht gut aus! übrigens, als kleiner tipp den du vielleicht noch nicht ausprobiert hast: bei tofu/soja/seitan schmeckt es besonders gut wenn man beim anbraten Kikoman mit in die Pfanne tut! dann werden die richtig schön würzig. hab ich früher auch immer so gemacht. geht natürlich auch beim anbraten von gemüse, besonders gut bei zucchini und pilzen, finde ich!
    kannst du ja mal ausprobieren, falls du Kikoman magst 🙂

    1. hhaa, ja danke für deinen tipp ^^…. Sojasoße hatte ich bei dem tofu für die veganen sommerrollen benutzt! war echt yummy ^.^glaub aber, dass ich eine andere marke hatte ^.^

  2. Ich habe auch einen Monat lang versucht mich vegan zu ernähren… An sich war das gar nicht so schwer für mich, weil ich schon seit über 10
    Jahren vegetarisch ernähre… Aber ich habe durch das ganze Soja-zeug 3 kg zugenommen 🙁

    1. hui – ich glaub ein monat krieg ich nicht hin – vor allem wegen kantine und essen gehen bei uns…. wow !! langsam rantasten schon eher 😀 😀

      krass, dass du dadurch soviel zugenommen hast.. darf ich fragen, was für sojazeug du meinst? puren tofu etc? oder tatsächlich so veggiwurst und den ganzen kram? :3

  3. wow, ich find’s echt super von dir, dass du versucht hast, dich vegan zu ernähren 😀 die fotos sehen echt superlecker aus 😀

    vegane ernährung ist ja momentan in aller munde XD

    zum thema fleisch: ich esse seit märz total wenig fleisch und ich merke auch immer, dass sobald ich fleisch esse, mir speiübel wird O_O früher konnte ich mir nie eine vegetarische lebensweise vorstellen (a life without meat? never!), momentan könnte ich mir das jedoch durchaus vorstellen. von fleisch wird mir nach wie vor übel. selbst wenn ich nur ein halbes würstchen esse. vielleicht hab ich da auch mittlerweile eine resistenz genauso wie gegen fastfood entwickelt XD

    1. naja – also das wird kein fster bestandteil meiner ernährung… aber ich denke für abwechslung kommen ab und zu vegetarische und vegane gerichte mit in den plan…das kann einem nur gut tun 😉

  4. noch eine frage, die mir gerade eingefallen ist: hast du dich während der challenge gesundheitlich besser gefühlt? also fitter und ja leistungsfähiger?

    ich hab nämlich von einer bloggerin gehört, dass es ihr seitdem viel besser geht. sie hat damals auch mit einer challenge angefangen. wollte eigentlich nur einen monat vegan leben und dann hat es ihr so gut gefallen, dass sie es nun für immer durchziehen möchte 😀

    eine andere bloggerin hat hingegen keine änderungen bemerken können….

  5. Waahhh sieht das alles lecker auuuus *-* Ich bin keine Veganerin, auch wenn ich es vom moralischen Standpunkt her großartig finde! Aber das würde ich auf Dauer nicht aushalten, ich liebe Milchprodukte und Eier zu sehr; da ich sogut wie kein Fleisch esse, passiert es bei mir aber trotzdem öfter, dass ich vegan esse… Nur eben auf Dauer wär mir zu viel…
    Es kann doch nicht ernsthaft jemand anderen vorwerfen, „Trendveganer“ zu sein 😀 😀 😀 Wen schert’s aus welchem Grund man das macht?! Die Tiere „freuen“ sich und die Liste der Vorteile ist quasi unendlich 😉

    1. ja – geht mir genauso… wobei ich sagen muss – ich bin so ein richtiger fleischmensch xD aber ich versuch trotzdem auch mal in die andere richtung zu gehen…. finde sowas eröffnet einem neue ansichtsweisen ^^

      oh doch du – glaub’s mir – es gibt so viele grätzige menschen, die rummeckern, dass man nicht die richtigen ansichtsweisen hat blablabla – ehrlich gesagt ist mir das scheißegal, wer wie warum was isst…. aber andere meinen, sie müssten sowas beurteilen, damit sie ihren eigenen standpunkt festigen/rechtfertigen können. total d#ämlich halt xD

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