20.01.2013
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Story 1: Schonmal jemand Fremdes blöd angemacht, weil er euch irgendwie genervt hat? Oder schonmal blöd angemacht worden, weil man selbst jemand anderen genervt hat? Neulich wurde Ich beim Einsteigen in die U-Bahn angepöbelt. Wichtig oder unwichtig. Fakt war, dass die Person zuerst überhaupt keinen Anschein gemacht hat auszusteigen und Ich mich schon in Gang gesetzt habe, um in die Tür einzutreten – normalerweise lasse Ich jegliche Person ja zuerst raus – gehört sich ja auch so. Wie dem auch sei, hab Ich es dieses Mal halt nicht getan und es wurde dafür Sorge getragen, dass mich ein grantiger Mann angeschrien hat und dabei – so feige wie er war – es nur im Vorbeigehen ohne Blickkontakt, dafür aber mit Ellenbogenkontakt in meine Seite, seinem Unmut Kund tun konnte. Auf so ekelhaften Chauvinismus und so eine widerwärtige Ignoranz, die manch einer an den Tag legen kann, weil er es nicht auf die Reihe bekommt seinen Unmut anders an den Tag zu bringen, reagiere Ich ebenfalls unverschämt. Der Pöbel versteht ja auch nur Pöbel. “In DEUTSCHLAND IST RECHTSVERKEHR – RECHTS EINSTEIGEN; RECHTS AUSSTEIGEN?” – Auch wenn das nicht wirklich sinnvoll für das Ein-/Aussteigen in oder aus der Bahn ist – was besseres fiel mir halt nicht ein. Schließlich würde Ich von der Rolltreppe runtergeschubst oder mit einem genervten Seufzen Schrägstrich Augenrollen bestraft werden, würde Ich mich dort nicht an den Rechtsverkehr halten.
Story 2: Schonmal von einer ganz ekligen Person angequatscht worden, mit der man gar nicht reden will, aber irgendwie ein Hemmnis hat, einfach aufzustehen und wegzugehen? Passiert mir öfter mal am heimischen Bahnhof. Da will man in Ruhe gelassen werden, wird aber vollgequatscht oder sonstiges. Da hat mich mal eine [verzeiht das Schubladendenken] scheinbar drogenabhängige Person vollgeschwafelt – und auch nur aus dem Grund, weil Ich nicht wie die typische Durchschnittsdeutsche aussehe. Fehlende oder schwarze Zähne, strähniges Haar, seltsamer Blick, halbnackt bei Schneefall und verwirrtes Beschimpfen und Bespucken von anwesenden deutschen Personen, schienen mir keine Grundlage zu sein mit dieser Person zu sprechen [Zitat von der Person: Deutsche sind nicht korrekt" - blabla, dann geh doch dahin, wo der Pfeffer wächst, anstatt in einem Land zu bleiben, deren Menschen du scheiße findest]. Trotzdem hat es sicherlich seine 5 Minuten, 10x höfliches Kopfnicken und Grunzen gedauert, bis Ich aufgestanden bin und gelogen habe, dass Ich noch schnell wohin muss und dann letztendlich abgehauen bin. Desweiteren finden es alte Damen wohl witzig mir ungefragt ins Gesicht zu fassen – “Fühlt sich denn IHRE Haut anders an?“. Wie kann man das verstehen – soll Sie anders sein, weil Sie gelber ist oder weil sie nicht so runzlig ist? Sei es nett oder neugierig gemeint, aber so eine Ignoranz mit dem Eindringen in die intime Zone [für alle, die sich fragen, was das ist *klick*] dulde Ich nicht. Und reagiere schon gar nicht freundlich drauf.
Story 3: Schonmal über das laute Sprechen anderer geärgert? Nicht, weil die Lautstärke nicht tragbar ist – wir wollen ja nicht allzu zickig sein – sondern das Gesagte einfach zum Kreiskotzen ist. Hierzu drei verschiedene Varianten. Eine Mutter fährt mit Ihrem Sohn Bus, der wohl gewohnt ist sehr laut zu sprechen. Er erzählt Ihr aber ganz harmlose Geschichten, die er in Büchern gelesen hat und sie seiner Mutter erzählen will. Der Mutter ist es sichtlich unangenehm, dass Ihr Sohn so laut spricht. Anstatt Ihm zu erklären, dass er etwas leiser sprechen soll, damit sich Fremde nicht gestört fühlen, raunzt diese Ihn an, er solle doch seinen Mund halten und dass diese Geschichten Sie überhaupt nicht interessieren, weil Sie ja gar nicht mehr zur Schule gehen würde – Please don’t breed, if you’re an ass. Ein andermal sitze Ich neben einem ungepflegtem Mädel, dass ihrer dämlichen Freundin davon erzählen musste, wo es überall jucke. Nach dem Themenumschwung kamen Sie zu dem Schluss, dass Nicht-Deutsche asozial seien und Migrantenkinder es wohl kaum zu etwas bringen würden. Erzähl das bitte deinem Tripper. In der letzten Variante stehe Ich wieder am Bahnhof und warte auf meinen Bus. Hinter mir sitzen 2 Kerle – das Feuerzeug des einen funktioniert kaum, Ich will nach meinem Feuerzeug greifen, um es Ihm anzubieten, aber da hat er seine stinkenden Zigarette schon selbst zünden können – aber man wollte ja nett sein. Ich höre hinter meinem Rücken aber nur, wie die zwei Kerle anfangen darüber zu debattieren, wie ekelhaft sie Asiatinnen finden würden, die solche Schlitzaugen haben. In Mangas sind die Augen ja viel größer. Mit Absicht immer lauter werdend, werden die Wörter “Asiaten” und “Schlitzauge” immer öfter in den Raum geworfen, während Ich da stehe und mir überlege, was ein wirksame Konter wäre, der in irgendeiner Art und Weise noch graziös wirken könnte. Mir fiel kein solche ein. Ich habe diese Menschen nur kurz angelächelt und sie gefragt, ob es sie traurig machen würde häßlig und dumm gleichzeitig zu sein. Natürlich sind mir hinterher viel, VIEL bessere Dinge eingefallen. Es hat zumindest dafür gereicht, dass Ich mir zu Hause nicht vorwerfen musste, es mir gefallen lassen zu haben – Provokation hin oder her. Viel schlimmer die Tatsache, dass mich Umstehende angestarrt haben, als ob Ich die Asoziale wäre. Womit es tagtäglich wieder bestätigt wird, dass Courage – sei es Zivilcourage oder die eigene überhaupt nicht gewertschätzt wird. Wir katzbuckeln lieber und lassen uns von den Dummen niedermachen, weil wir uns einreden, dass Schweigen Gold wäre und wir ja “darüber stehen würden”.

Fazit ist: Öffentliche Verkehrsmittel sind strange, dafür hat man aber Anekdoten zu erzählen und man tut der Umwelt einen größeren Gefallen, als wenn man mit seiner Karre die Luft verpestet. Also muss man wohl das ein oder andere Ärgernis ertragen. Aber dafür gibt es ja Twitter – da kann man sich live auskotzen.