Slow Fashion, Fast Fashion

Meine Art zu bloggen hat sich oft daran orientiert, ob ich etwas Neues da habe, um darüber bloggen zu können. Sei es nun Kleidung, Kosmetik oder sonst irgendetwas. Dementsprechend hat es sich dann doch um ein ziemlich produktbasiertes Bloggen gehandelt. Dass ich das vermeiden möchte, habe ich ja schon letztens einmal erwähnt. Und eigentlich ist es gar nicht so schwer. Teilweise habe ich Teile in meinem Kleiderschrank, die total alt sind. Wie zum Beispiel das Kleid auf diesen Fotos von H&M. Es ist einfach und schlicht, schmeichelt der Figur und schon immer einer meiner Lieblinge gewesen – irgendwie ist es in Vergessenheit geraten, aber es hängt in meinem Schrank seit ich 16 bin – das heißt: Der Kauf damals hat sich dann doch schon ganz schön gelohnt :). Unter dem Motto “alles ein bisschen langsamer” blogge ich momentan auch. Über eine recht lange Zeit hinweg habe ich alle zwei Tage einen Blogpost veröffentlicht – und irgendwann war der Pott einfach leer. Und irgendwie kam auch gar nichts mehr nach. Kennt ihr das auch, wenn es Dinge gibt, die ihr unbedingt teilen und zeigen wollt – zumindest auf eigene Blogposts bezogen? Die Anzahl der Posts, die ich zeigen möchte, weil ich sie wirklich so richtig gut fand und dementsprechend in jede Bloggruppe geschrieben habe, war verschwindend gering gegenüber dem, was ich veröffentlicht habe. Ich würde nicht behaupten, dass ich mir keine Mühe gegeben habe, aber die waren mehr 80% als 120%. Eigentlich schade – wenn man etwas veröffentlicht und es eigentlich gar nicht so grandios findet, wie man es finden sollte. Und ich denke, dass sich das für mich – zumindest meinem Gefühl und dem “mir selbst Rechenschaft ablegen” insofern geändert hat, als dass ich Posts die ich nun veröffentliche viel stolzer präsentieren kann als früher.

Das liegt zum einen daran, dass wir uns – in unserem Freundeskreis nun verstärkt zusammensetzen, um an Kreativprozessen zu arbeiten und zum anderen daran, dass mir Texte nun gleichermaßen wichtig sind und / oder werden, wie Fotos. Die Bilder entstanden den ruhigen Händen von Summer.
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Fotografengehässigkeit

Ich beschäftige mich noch nicht allzu lange mit dem Fotografieren von Menschen, aber ich rutsche immer weiter rein. Ich lerne viele Menschen kennen, die gerne fotografieren. Je mehr Menschen in meinem Newsfeed sind und je mehr Leuten ich folge, die gerne fotografieren, desto mehr fallen mir ein paar Unsäglichkeiten auf, die mir nicht gefallen. Es gibt nämlich immer jemanden, der es besser weiß als du und denkt, dich belehren zu müssen, obwohl es dir eigentlich scheißegal ist und du nur dein Ding machen willst. Es gibt immer die, die stetig mit dem Finger auf dich zeigen, um selbst hervorzuheben, wie viel besser und professioneller sie doch sind. Da ich keinen Bock drauf habe unter deren Bildern / Kommentaren rumzutrollen, aber gleichzeitig auch nicht ungesagt lassen will, was mich stört, muss ich mal einige Negativbeispiele aufführen, die ich wirklich sehr unsinnig finde.

Anekdote 1:
Es ist gerade Photokina und gefühlt meine gesamte Timeline fährt dahin. Ein “Fotograf” muss das wie folgt kommentieren: “Morgen ab 6 Uhr gibt es wieder Fotos in schlechter Qualität auf allen Kanälen”. Dieser Mensch ist ein Bekannter und er postet oft solche Dinge wie: “Auch mit teurer Kamera kann man scheiß Bilder machen!”, obwohl seine Fotos größtenteils selbst unscharf sind oder er gibt Bilder und Ideen/ Settings anderer Leute als seine eigenen aus. Mein allererster Gedanke war: Wieso ist diese Person noch in meiner Freundesliste? Genau solche Idioten sind der Grund dafür, dass anderen der Spaß verdorben wird.

Anekdote 2:
Ein Fotograf, der sich darüber aufregt, dass seine Fotografen”profi”bilder auf Instagram weniger Likes bekommen, als “beschissene Selfies mit dem Handy”. Ey ganz ehrlich – da hat jemand das Medium Instagram und Social Media wohl nicht ganz verstanden? Bei Social Media dreht es sich um Meinungsführer mit Gesicht, mit Persönlichkeit und Charisma. Jemand, der durch Instagram scrollt und anderen folgt, folgt in der Regel jemandem, den er “kennen” will. Kein Grund das als negativ anzuprangern. Instagram kann man als Fotograf nutzen, aber diese Plattform ist ja wohl nicht nur für Profifotografen geschaffen, sondern für jedermann – wieso also dieses Gemeckere darüber?

Anekdote 3:
Das ist gar kein Einzelfall – jede Woche kommt mindestens ein solches Zitat, welches in die Richtung “Wie konnte jemand sich nur erdreisten mich zu kontaktieren?”.

  • Was? TfP – niemals!
  • Was? Deine Oma ist gestorben – was eine scheiß Ausrede kurz vorher abzusagen!
  • Das Modell wollte sich die Bilder aussuchen & anschauen? Das sehe ich nicht so! Meine Kamera, meine Entscheidung! – Na klar verstehe ich den Frust, den einige fühlen, wenn sie wieder Ärger mit einem Kunden oder einem Modell hatten. Aber die Leute, die professionell als Fotograf arbeiten wollen, sollten sich doch ihre eigene Seriösität nicht durch solche gehässigen Nichtigkeiten kaputt machen, oder? Und die, die die Fotografie nur als Hobby betreiben: Vielleicht solltet ihr euch Leute suchen mit denen ihr gut und oft könnt, damit ihr Ärger mit Fremden vermeidet. Das macht man in jedem anderen Hobby auch so.

Anekdote 4: 

Jemand, den du gar nicht wirklich kennst, schaut sich dein Bild an: “Sieht gut aus, aber ist von XYZ nachgemacht”. – Ja  Mann, voll nachgemacht. Ne Tussi im Pullover steht an einer Mauer. Die Idee ist so einzigartig, dass sie sonst NUR EINE PERSON genau so umgesetzt hat. Ne – wir sind nicht einfach spontan drauf losgewatschelt und haben ein wenig  geknippst – nein wir haben genau DIESES BILD nachgestellt und kopiert.

Je älter man wird

Bis ich 16 Jahre alt war bin ich mit 25€ Taschengeld im Monat ausgekommen. Dreimal im Jahr gab es dann noch einen familiären Geldsegen (Geburtstag, Weihnachten, Têt), bei dem dir hier und da ein 10€ Schein zugesteckt worden ist. Die 25€ habe ich – bis ich 15 geworden bin – für Mangas ausgegeben. Mein soziales Leben hatte sich darauf beschränkt, dass meine Freundinnen entweder beim Sport waren (Zahlen die Eltern) oder jeweils bei der einen oder anderen daheim rumhingen und den Kühlschrank der Eltern plünderten. Manchmal haben wir noch Papas Kamera ausgeliehen und im Wald Fotos gemacht. Wenn ich meine Freundin in Koblenz besuchen wollte, musste ich 2 Monate sparen und dann konnte ich mir das Zugticket kaufen. Als ich dann mit 16 meinen ersten, richtigen, festen Job mit regelmäßigem Einkommen angefangen habe, sind die Wünsche größer geworden. Der Führerschein stand an und außerdem will man ja mit 16 auch irgendwie ausgehen. Kino kostet Geld, Bowling kostet Geld – nur zu Hause rumhängen macht keinen Spaß mehr. Aber die Dinge, für die du Geld ausgibst sind nur für Spaß. Und dann haste mit 18 deinen Führerschein und dann steht Abi an. Aber in der Abizeit häufen sich die Abiparties und du verpasst keine und im Endeffekt verdienst du mehr als früher und hast immer noch keine Fixkosten, aber bist am Ende vom Monat trotzdem pleite. Und dann willst du endlich mal deinen allerersten Urlaub ohne Eltern machen. Als ob sie dir den Urlaub bezahlen würden. Und dann fängst du an richtig zu arbeiten – nicht so ein schlecht bezahlter Schülerjob. Du musst plötzlich Versicherungen bezahlen – die machen keinen Spaß. Und Steuern abdrücken – ist ja zum Kotzen. Da haste nichts in der Hand. Deine Wünsche wachsen mit dir. Ein Auto wäre geil. Die Augen lasern kostet 2.000€. Ein Laptop für die Uni. Und dann ist dein erstes Studium vorbei und du ziehst aus. Das zweite Studium kostet ein Schweinegeld, Miete kommt dazu und deine Wünsche werden immer größer, weil du dir die vorherigen Wünsche schon erfüllt hast. Du willst alles auf einmal – die Reiseziele verlagern sich auf NichtmehrinEuropa. Dich interessieren plötzlich Dinge, die vorher fernab von jeder Realität waren. Du machst dir Gedanken um ein Eigenheim. Aber dann bekommst du einen Strafzettel für’s Falschparken und die Nachzahlung für den Strom und musst eine neue Waschmaschine kaufen, weil die alte den Geist aufgegeben hat. Und dann fällt dir wieder ein, wie gut du es bei deinen Eltern gehabt hast, als du darüber gegrübelt hast, nach wie vielen Taschengeldauszahlungen du deine Freundin in Koblenz besuchen kannst.

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Bilder von Summer Lee.

Veränderung

Der Schmetterling ist das Symbol der Verwandlung – die Veränderung. Manche lassen sich Schmetterlinge tattoowieren oder tragen einen als Schmuck um den Hals. Ich sah eine Dokumentation über die Tierwelt in derer ein Schwarm von Schmetterlingen drin vorkam. Und so hat sich ein Bild in meinem Kopf gefestigt, dass ich umsetzen wollte. Ich wollte, dass Mimi sich für mich vor die Kamera stellt. Der Schmetterling steht für Veränderung – ich habe mich in den letzten Jahren enorm verändert – so wie vermutlich jeder Mensch sich so in einer Zeitspanne von 10 Jahren ändert. Und dann fällt es mir auf – 10 Jahre. Ich habe Mimi mit 14 kennengelernt. Und jetzt bin ich 24. Sie ist einer meiner ältesten Freundinnen und wir wissen, wie wir waren und wir wissen wie wir sind. Wir blicken auf Dummheiten und Schabernack zurück, haben uns von den gleichen Leuten verabschiedet und sind weitergezogen. So unterschiedlich wir auch waren, so ähnlich haben wir uns verändert. Und irgendwie ist die Zeit vergangen – so als ob wir uns einmal um uns selbst gedreht haben und plötzlich erwachsen geworden sind. Besten Dank für die Bereitstellung der Extensions an Rubin Extensions und für das Kleid an Daniel Kogel Photography.
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Im Übrigen habe ich bei dem Bild hier eine ganze Weile gewartet, bis ich es denn mal online gestellt habe, weil es mein Lieblingsbild ist und ich erst mal von dieser Euphorie, die man empfindet, wenn man etwas “kreiert” hat runterkommen muss, bevor ich mich der allgemeinen Kritik aussetze :D. Kennt ihr das? Wenn ihr gerade erst etwas fotografiert habt, dass ihr so euphorisch und verblendet seid, dass ihr alle Fotos automatisch geil findet? Und wenn ihr das dann mal ein paar Tage sacken lasst, dann findet ihr hier einen Makel und dort ein Fleckchen, was euch nicht gefällt und dann ist das irgendwie gar nicht mehr so geil? Same same mit geschriebenen Texten oder gezeichneten Bildern.

Fotogenität erlernen – #01 – Allgemein

Teil 1: Fotogenität Erlernen Allgemein
Teil 2: Fotogenität Erlernen Ganzkörperaufnahmen – noch nicht online
Teil 3: Fotogenität Erlernen Portrait – noch nicht online

Viele Menschen lassen sich nicht gerne fotografieren, weil sie sagen, dass sie nicht fotogen sind. Oder weil sie sich gerade nicht hübsch finden. Wie auch immer – aber was ist schon schön, was ist schon fotogen? Ich behaupte von mir selbst fotogen zu sein. Das klingt im ersten Augenblick ziemlich eingebildet, aber: Was heißt “Ich bin fotogen?” – heißt das ich stelle mich hin und sage: “Hey – ich sehe am geilsten aus und ihr seid alle Gurken?” – Ne, Fotogenität bedeutet für mich, dass unter vielen geschossenen Bildern einige Bilder dabei sind, die ich wirklich schön finde und bei denen ich denke: “Ich würde mich damit wohlfühlen, dass auch andere diese Bilder von mir sehen.” – Vielleicht ist man einfach zu subjektiv, zu streng mit sich selbst, wenn man jedes Bild von sich so schlecht bewertet. Wenn eine uralte supersüße Schrulliomi dir ins Objektiv lacht, wer leugnet dann ihre Fotogenität, wenn das Gesamtbild einfach so schön ist?

Fühl dich wohl.

Wer sich gut fühlt, der ist fotogen. Das klingt wie ein schlechter – zu allgemein gefasster Tipp. So wie: “Wie kann man erfolgreich werden? – Sei du selbst und mach, was du liebst!” – Nichts konkretes, kein Leitfaden, aber es stimmt im Endeffekt. Wer sich gut fühlt, kann selbstbewusst in die Kamera lachen. Es ist egal wie hübsch du bist – wenn du wie ein aufgescheuchtes Reh in die Kamera schaust, sieht man dir deine Unsicherheit an und das macht dich steif. Damit dies nicht so wishywashy stehen bleibt, dachte ich mir, dass ich mal aufzähle, was ich im Laufe der Zeit für Tipps bekommen habe und inwiefern sie mir geholfen haben.

Allgemein

  • Mache Unsinn. Grimassen, Rumhampeln – klar, kein Profimodel tut das, aber es geht nicht ums Professionelle, sondern darum, dass du von dir zufriedenstellende Fotos bekommst. Und wenn ein bisschen Unsinn dir und dem Fotografen hilft lockerer zu werden. Do it!
  • Die ersten paar Fotos werden bei mir immer blöd. Egal, ob mich jemand Fremdes fotografiert oder ob es eine Person ist, die mich schon zigmal fotografiert hat. Wie beim Bowling – da muss ich auch erst mal warm werden vor dem ersten Strike (Das ist eine Analogie – ich hab noch nie einen Strike geschafft…). Also erst gar nicht nach den ersten paar Ergebnissen fragen – weil die verunsichern nur.
  • Such dir jemanden, der Anweisungen geben kann. Das gibt dir Sicherheit. Nichts ist schlimmer, als jemand, der nur “mach mal irgendwas” sagt und dir keine Hilfestellung gibt. Was sieht gut aus, was nicht?
  • Kommunikation – Setz dich vorher mal mit der Person zusammen, die dich fotografieren soll. Ein bisschen Quatschen lockert die Stimmung.
  • Kommunikation – Fotografiert die Person gerade nur dein Gesicht oder Ganzkörper? Worauf muss man sich konzentrieren?
  • Zieh dir nur deine Lieblingsklamotten an oder zumindest solche, in denen du dich richtig gut fühlst.
  • Durch Ausprobieren kommen coole Ergebnisse, aber (!) lass dich zu nichts zwingen – vor allem nicht, wenn dir die Sinnhaftigkeit dahinter nicht ersichtlich ist. Mir wurde mal ein Baseballschläger in die Hand gedrückt – Beschissene, sinnlose Idee, die zu nichts führt und die ich selbst total affig fand – die Bilder sind alle scheiße geworden.

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Fotos von digital-passion mit Summer Lee.