Es gibt Dinge, die gibt’s hier nicht.

04 Sep
04.09.2014

Wisst ihr was Priming bedeutet? Wenn nicht, dann lest es kurz auf Wiki nach. Wie dem auch sei – besonders mir geht es gerade so – ich weiß nich, ob es daran liegt, dass ich langsam in ein Alter komme, in dem meine Peergroup anfängt zu heiraten und Kinder zu kriegen, oder ob ich einfach zack-geprimed wurde, aber ich sehe überall Babies. Bloggerbabies, Familienbabies, Freundebabies, Babies, Babies, Babies! Überall sind sie und überall fangen die Hochzeitsglocken an zu läuten.

Gerade weil Blogger einen großen Teil ihres Lebens in der Öffentlichkeit (=Internet) breittreten, mache ich mir hier und da Gedanken, wenn ich sehe, dass eine Bloggerin und Mutter Bilder ihrer Brut zeigen (Übrigens wollte ich einfach nur so mal Brut schreiben, weil ich das Wort lustig finde – es soll nicht despektierlich sein). Es ist jedem selbst überlassen, wie er mit seinen Daten umgeht. Ich kann es auch verstehen – wenn man jemanden so sehr liebt und bei jedem Häufchen fast vor Stolz platzt, dann möchte man das auch teilen. Trotzdem komme ich leider oft nicht drumherum mir die Hand vor den Kopf zu schlagen, wenn es um Kindesbilder im Internet geht. Ich wage es nicht auch nur ein Wort bei entsprechenden Personen darüber zu verlieren – ist ja nicht mein Leben, geht mich ja nicht’s an, ist nicht mein Problem.

Aber ich mache mir vermehrt darüber Gedanken – über Grenzen. Über Geltungs-und Mitteilungsdrang. Über Sicherheit und auch die gängigen Ängste von Eltern wie z.B. Pädophilie und Missbrauch. Was habe ich alles schon für einen Unsinn auf Instagram lesen müssen und mir dann gesagt – Ey der Person folge ich  nicht mehr, das finde ich unmöglich. Wieso muss eine Mutter ein Bild von ihrem Sohn posten und dazuschreiben, dass er eine Entzündung an seinem DingDong* hat? Sie würde doch auch nicht über eine Entzündung an ihrer DingDong* sprechen, oder? Was habe ich mich als Teenager geschämt, als meine Mutter meiner Tante von meiner allerersten Periode erzählt hat – wie unglaublich sauer ich darüber war, dass sie etwas – zu dem Zeitpunkt für mich extrem intimes und privates – in meiner Familie (!) herumerzählt hat. Das Theater schon, obwohl es nur (!)  eine Tante war und nicht hunderte, wenn nicht tausende Fremde ohne Gesicht.

Es gibt einen Grund, wieso ich nicht meinen Freund hier zeige und auch sehr selten erwähne, wie ich auch niemals mein zukünftiges Kind hier zeigen werde oder nie meine Freunde zeige, deren ausdrückliche Erlaubnis ich für ein bestimmtes Bild nicht bekommen habe.

Wir sind als leere Leinwände geboren worden – unsere Internethistorie ist leer. Es ist unsere Verantwortung unsere Leinwand – sei es im Leben oder im Internet selbst zu befüllen. Ich habe 5 Emailaccounts, die vor Spam überquillen. 5 Emailaccounts, weil mir die Adresse irgendwann nicht mehr gefiel oder weil zu wenig Speicherplatz etc. etc. Aber mit jedem Account bin ich irgendwo “Wichtiges” angemeldet. Meine Leinwand ist vollgeschmiert mit unnötigem Datenmüll, den ich eigentlich gar nicht brauche, aber wenigstens selbst verbrochen habe. Da schmier ich doch nicht auch noch auf der Leinwand meines Kindes rum. Im Fernsehen werden Werbungen gezeigt, in denen es darum geht, dass man Kinder nicht ohne Kindersicherung/Schutz im Internet surfen lassen soll, aber was ist mit den Eltern, die wirklich privates/intimes ihrer Kinder posten? Es ist jedem selbst überlassen, wie er mit seinen Daten umgeht. Aber (!) sind es denn DEINE Daten, die du teilst, oder die deines Kindes?IMG_9471
*Übrigens verwende ich Unsinnswörter, weil ich nicht möchte, dass komische Leute über komische Suchbegriffe auf Google zu mir kommen :’).

Weitere Blogposts hierzu:

One Happening, different Perceptions.

01 Sep
01.09.2014

Frage 5 Leute danach, wie sie eine Sache empfunden haben und du bekommst 6 verschiedene Beschreibungen.

Die Jungs haben mit Luftunterstützung gefilmt.

Die Jungs haben mit Luftunterstützung gefilmt.

Mini mag auch mal mit auf's Bild.

Mini mag auch mal mit auf’s Bild.

Bootyparty :P

Bootyparty :P

Und mal sichten, was so OOC da ist.

Und mal sichten, was so OOC da ist.

Wir Menschen unterscheiden uns alle. Auch wenn wir uns in der Regel Partner und Freunde aussuchen mit denen wir gut können und die uns wahrscheinlich in irgendeiner Art und Weise ähneln – sei es Interessen, Verhaltensweisen oder Herkunft. Dieses Individualitätsgerede ist für manche vielleicht öde, aber mal ehrlich – jeder hat seine eigenen Geschichten zu erzählen, seine Tragödien durchzustehen. Jeder wurde anders beeinflusst – von seinen Eltern, Lehrern, Freunden oder vielleicht auch einfach nur von einem Fremden auf der Straße. Tagtäglich erleben wir unterschiedliche Dinge und das führt dazu, dass wir Dinge mit anderen Augen sehen oder sehen können.
Wir finden vielleicht die gleiche Sache ästhetisch, aber die Gründe dafür können unterschiedlich sein. Vor einigen Wochen haben wir uns in einer großen Gruppe zu einer riesigen Fotosession  zusammengefunden. Fünf verschiedene Leute hinter der Kamera, zwei verschiedene hinter der Videokamera und eine Person vor den zahlreichen Linsen. Es ist unheimlich spannend, was am Ende dabei rauskommt. Denn im Endeffekt ist es nur ein Mensch, ein Outfit und ein Setting auf das sich alle Augen richten. Aber wir sehen nicht alle das gleiche – denn das, was uns in der Vergangenheit geprägt hat – das beeinflusst auch zukünftige Empfindungen und die wirken sich direkt auf unsere Ergebnisse aus.
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Danke an Summer – für’s immer sichere Posing und den ganzen Spaß :).

Die Ergebnisse findet ihr hier. Die Ergebnisse der anderen findet ihr teilweise schon online oder die werden im Laufe der Zeit kommen: Digital Passion, Digital Deezign, FLi Arts. Die Outtakes verdanke ich Digital Passion.

Le Pouliguen

29 Aug
29.08.2014

Den letzten Urlaub mit meiner Familie habe ich vor JAHREN das letzte mal gehabt. Man will halt lieber Sturmfrei haben oder woanders hinreisen, aber irgendwann kommst du in ein Alter, in dem es nicht mehr uncool ist mit seiner Familie wegzufahren. Wir haben ein Ferienhaus in der Bretagne gemietet – 300m vom Strand entfernt und sind eine Woche ins Wififreie gedüst. Sack und Pack im Kofferraum und Hund vorne mit in der Fahrerkabine. Sich darüber aufregend, wie unmöglich die Franzosen Auto fahren und man mehrmals aufpassen muss nicht als Wutbürger durchzudrehen, sind wir trotzdem heile hin und zurück gekommen. Auch auf dem Beifahrerseitz habe ich jedes Mal einen Hals bekommen, wenn auf einer 4 Spurigen Autobahn, 4 Idioten meinen müssten ein 70-75-80-90 Km/H “Rennen” fahren zu müssen und keinen vorbeilassen, der gescheit Auto fahren kann. Oder wenn ein Auto überholen möchte und einfach so die Spur wechselt ohne zu blinken? Oder die x-mal, als wir an der Maut standen und wie wild Hupen mussten, weil der Volltrottel vor uns vergessen hat, dass sein blödes Auto rückwärts rollt, wenn der Gang draußen ist. Geil war auch der Franzose, der mit Anhänger UND Pferden drin meinte, einen anderen – mit fast gleicher Geschwindigkeit – bergauf – MIT HANDY AM OHR – überholen zu müssen. Holy Fuck, seid ihr alle lebensmüde? Wie dem auch sei – ein paar kleine Eindrücke – Danou ist das allererste mal am Strand gewesen und hatte am Anfang etwas Angst – als seine Pfoten sich dann im Sand wohl doch ganz gut angefühlt haben ist er vollkommen ausgerastet :) Leinen los und er ist wie ein Irrer hin und hergehechtet. Mit den Hunden meiner Tanten waren es 4 an der Zahle – getobt – Pfote ins Wasser – einmal rumgerollt – wieder zurückgerannt – wieder ins Wasser gerannt – wieder zu uns gerannt und schöööööööön in den Sand gelegt. Irgendein mieser Mensch hat dann eine Pizza am Strand liegen gelassen, die sich Danou geschnappt hat. Wir waren aber rechtzeitig vor Ort und mit bösem Blick und erhobenem Finger von Mutti, hat er das Stück dann doch fallen lassen und wir haben den Rest entsorgt. Ist aber auch n Unding seinen Dreck überall liegen zu lassen.
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Nach dem Rumgetobe sind die Hunde hundemüde gewesen *glucks* ;) Kurz im Bad mit Wasser abgebraust und danach  mit dem Handtuch abgeschrubbelt – danach hat er nichts mehr gemacht und wir haben ein bisschen Unsinn betrieben. Ihn in seine Kuscheldecke eingerollt, ihn wieder ausgerollt, ihm BH-Kopfhöhrer aufgezogen… und ihn dann doch in Ruhe gelassen. Unser Schlafritual lief ungefähr so ab, dass ich O-Beine gemacht habe und er sich dann dazwischen eingerollt hat und sich hat streicheln lassen. Nach einer halben Stunde ist er dann runter in sein Körbchen. Am letzten Abend hab ich mir gedacht: “Gut, der hopst gleich runter und dann geh ich nochmal kurz runter.” – Ne stattdessen bin ich eingeschlafen und bin nachts aufgewacht, weil er rumgezappelt hat, nachdem mein Bein auf ihm drauflag – wahlweise auf dem Körper oder dem Gesicht. Dann bin ich irgendwann nochmal aufgewacht, weil meine Waden gekitzelt haben – träumendes, schlabberndes Hundi. Und zu guter letzt gab’s noch einen Hechtsprung auf meinen Bauch gegen 5 Uhr morgens. Aber wegschicken? Neeeeeee…. weiterschnuffeln x]

Weniger ist mehr

23 Aug
23.08.2014

Wenn man Fotos machen will – sei es vor oder hinter der Kamera. Wenn man netzwerkt und mit fremden Menschen in Kontakt tritt, dann wird man zwangsweise mit anderen Ansichten konfrontiert. Aus der Perspektive einer Person, die einen Fotografen sucht, die einen ablichtet: Es kommen einem mehr als oft genug Menschen entgegen, die eine andere Vorstellung von sexy haben als man selbst. Möglichst viel Haut, Brüste, Arsch und irgendwie in einer komischen Pose – unter vielen talentierten Menschen, sind noch mehr untalentierte T*ttenknipser. Mit so jemandem will ich erst gar nicht zusammenarbeiten, weil ich kein Vertrauen zu jemandem aufbauen kann, der in seinem Portfolio Frauen zeigt, die nicht von ihrer besten Seite dargestellt werden. Als Person, die jemanden sucht, den sie ablichten könnte, sind mir auch schon Frauen begegnet, die zu der vorher genannten Spezies von “Fotograf” passen würden. Ein “Modell”, dass sich mit Oben-Ohne Bildern im Maisfeld bei mir “bewirbt”, weckt nicht unbedingt mein Interesse. Dann doch lieber das schüchterne Mädchen von Nebenan.

Klar – wir alle lieben Nacktheit –  ich liebe ultrakurze Shorts und kurze Röckchen. Schulterfrei, Rückenfrei, lange Beine – alles ganz toll anzusehen, aber nicht immer ist nackt auch sexy. Die Grenze von sexy zu billig ist schmal und ich bin noch nicht erfahren genug, um mich an Aktfotografie zu probieren. Ich glaube jemand, der es schafft Nacktheit wunderschön darzustellen und es schafft diese nicht billig aussehen zu lassen ist ein ganz Großer.

Aber vollständig bedeckt, kann auch ganz sexy aussehen, oder? Weniger Haut, mehr sexy. Für mehr subtil und weniger Atombusen-springt-dir-ins-Gesicht.
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Auf den Bildern seht ihr Summer.

That hasn’t happened for the longest time

20 Aug
20.08.2014

Das beste, wenn man Fotos macht, sind irgendwie dann doch die Outtakes. Die Zeit, die man miteinander verbringt. Na klar – das Ergebnis ist auch wichtig, aber die Erlebnisse während der Zeit, die man gemeinsam durch Spontanität herzaubert sind die Dinge, die sich in Erinnerungen verwandeln und die wir mit Bildern im Endeffekt verbinden. Die Geschichten, die wir uns erzählen oder die wir selbst kreieren, das Gelächter, dass man durch Unsinn verursacht und die Scheiße, die man baut, über die man sich hinterher kaputtlachen kann.

That hasn’t happened for the longest time


Ich hatte hier ja schon angedeutet, dass es mir ganz stark an etwas gefehlt hat – vor allem in den letzten Monaten. Kein Ausgleich, keine Zeit für Ausgleich – alles, was momentan passiert sauge ich in mir auf. Der Sommer ist die Zeit, die für mich schon immer Erlebnisse bedeutet haben. Festivals, der Sommer, den ich in Berlin gelebt habe, ein Weinchen mit Käse und Wurst am Mainufer genießen, Urlaube, Badesee, nachts durch die Straßen rennen und sich ins Gras schmeißen und bis zum Morgengrauen quatschen.
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Jetzt ist alles anders als früher – wir fangen nicht um 14 Uhr an zu chillen, nachdem die Hausaufgaben erledigt sind. Wir gehen nicht nach der Vorlesung noch einen heben. Nein – wir können erst Afterworken oder wir warten sehnsüchtig auf’s Wochenende, wir sparen unseren gesamten Enthusiasmus für’s Wochenende auf, um dann zu explodieren uns auf dem Boden rumzurollen und vor dem Regen davonzulaufen, uns unterzustellen und zu kreischen, wie kleine Mädchen, wenn der Blitz sich lautstark entläd. Dann – fuck it – wieso verstecken wir uns vor dem warmen Sommerregen und lassen nicht doch ein paar Tropfen die Haut entlangperlen. Am Wochenende kann man doch auch mal zerzaust aussehen – wen interessiert’s?
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Immer wieder danke für die Fotos an Digital Passion.

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