Weg vom Konsum

13 Aug
13.08.2014

Ich habe in letzter Zeit das Gefühl, dass ich keine Lust mehr habe so zu bloggen, wie ich es bisher getan habe. Das hat sich sowohl in der Anzahl der Blogposts gezeigt, wie auch in der Tatsache, dass ich zunehmend das Gefühl habe keine Blogs mehr lesen zu wollen, die so stark produktbasiert sind. Solche Blogs sind wichtig und haben selbstverständlich ihre Daseinsberechtigung – Ich persönlich kann mich aber nicht für (z.B.) Kosmetik so stark begeistern, dass ich alle News über neue LE’s lesen möchte. Ich nutze Beautyblogs verstärkt als Nachschlagewerk – wenn ich was wissen will, gehe ich dort auf die Suche – aber auch nur bei den bereits etablierten, großen Beautyblogs. Außerdem habe ich festgestellt, dass mich z.B. Swatches oder die reine Vorstellung eines Produktes auch nicht wirklich interessiert. Viel mehr klicke ich solche Blogposts an, in denen es dann zur “Anwendung” geht. Ein schönes Schminktutorial, ein kreativer Look, ein Haartutorial. Bei Modeblogs lese ich mittlerweile auch nur noch solche Blogs, die auch etwas schönes zum Lesen bieten. Schöne Bilder schaue ich mir gerne und oft an, aber wie lange hält mich ein schönes Bild auf einem Blog? Vielleicht ein paar Sekunden – hängen bleibe ich dann auf Blogs mit Witz, Texten, ein wenig Alltag, aber nicht zuviel – schließlich interessiert es mich absolut nicht, ob jemand heute die Toilette geputzt hat oder einkaufen war. Aber so ein Juwel in der großen Blogwelt zu finden ist auch nicht einfach, wenn man zu faul ist zu suchen.
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Mich langweilt es, wenn man in der Erstellung eines Blogposts so abhängig davon ist, was für ein Produkt darin gezeigt wird. Ich kann mich nicht mehr hinsetzen und ellenlange Texte über irgendeinen Lidschatten oder ein Oberteil schreiben, weil es mich überhaupt nicht bockt. Entweder finde ich es gut oder ich finde es nicht gut. Aber was heißt schon “Weg vom Konsum” – es ist ja nicht so, als würde ich aufhören zu kaufen oder Blogs zu lesen, die ihre neuen Produkte zeigen – nur die Auswahl schränkt sich auf solche ein, die auch Dinge zu erzählen haben, die mehr aussagen, als nur die reine Produktbeschreibung. Die, die es schaffen einen an sich zu binden und einen mit ihren Texten begeistern können.
Und es macht ja auch Spaß zu schreiben – wenn die Gedanken im Kopf langsam Sätze formen und man aus der Grütze vielleicht doch etwas zu Papier bringt. Ich persönlich möchte mich von solch produktabhängigen Blogposts abwenden und Geschichten erzählen, Erlebnisse zeigen, vielleicht auch nur rumspinnen – nicht hochpoetisch, dass würde mich nur in eine schrecklich chaotische, undurchdachte Frustphase reinstürzen. Vielleicht eher so einen Mix aus Alltag, Meckereien, Schmunzelmomenten und glücklichen Hochgefühlen.

Sieben Tage Regen

09 Aug
09.08.2014

Nein, eigentlich will ich mich gar nicht über das Wetter beschweren – da finde ich in den letzten paar  Wochen gar nicht mal so übel. Ein stetiger Wechsel zwischen sehr heißem, angenehm sonnigen und abkühlendem Sommerregenwetter – finde ich ideal. Für Mensch und Natur also nichts zu meckern. Nein – viel mehr kam ich  mir die letzten Tage wie in einem schlechten Slapstickfilm vor – so schlecht, dass ich – während ich mich geärgert habe – gleichzeitig auch darüber gelacht habe, weil es so lächerlich war.

Ich gehe mit meinen Sachen vielleicht nicht so vorbildlich um, wie es vielleicht der Fall sein sollte. Taschen werden zu Hause in die Ecke gepfeffert, Technik steht manchmal in der Sonne, mein Auto hab ich seit dem Kauf kein einziges mal gewaschen, ausgesaugt, den Reifendruck geprüft oder den Ölstand nachgesehen. Aber wenn ich Kleidung, Taschen oder sonstiges habe, dann habe ich sie normalerweise ewig – Schuhe, die man täglich trägt. Lieblingsshirts, die immer gehen und Taschen, die täglich verwendet werden. Momentan geht aber alles, alles einfach kaputt.  Mein Gott, habe ich einen riesen Verschleiß. Letztens habe ich erst eine 2 Jahre alte Tasche weggeschmissen, weil die Henkel abrissen. Dann auch noch 2 paar Schuhe, weil sie Löcher in der Sohle hatten und jetzt löst sich die obere Schicht meiner Kunstledertasche von Hallhuber auch so langsam ab.

Vor Kurzem ist mir eine Hose am Popo (siehe Foto) aufgeplatzt – die habe ich aber auch schon ewig und habe sie sehr oft getragen, weil – naja die war einfach geil. Schade drum, aber ist ok. Was passiert als nächstes? Meine neue Zarajeans, die ich erst Ende Mai gekauft habe und seither erst 2x in der Wäsche hatte ist mir auch am Hintern aufgerissen (Will mir das Universum damit etwas sagen? Bombenarsch sprengt alle Hosen?). Problem: Ich hab 50€ für das Teil gezahlt – wie kann es also sein, dass nach knapp 2 Monaten bzw. 2 Wäschen die Hose schon kaputt ist? Ich hatte keinen Kassenbon mehr, aber bin trotzdem mit der Hose zum nächsten Zara marschiert – auf gut Glück. Die Verkäuferin bat mich zu Hause mal zu schauen, ob ich mit Karte bezahlt habe und nachschauen könnte, an welchem Datum ich die Hose gekauft habe, damit sie die Hose zuordnen könnte.

Ich bin also raus und will während dem Laufen meine Hose in meinen Eastpakrucksack stopfen. Zack, Zack – Reisverschluss abgerissen und noch was neues kaputt gemacht. Wie in nem schlechten Film halt. Aber gut – es ist nicht das erste mal, dass ich bei meinem Eastpak den Reißverschluss zerstört habe – wusstet ihr, dass Eastpak eine Garantie von 30 Jahren verspricht? Aber welche Sau hebt einen Kassenbon 30 Jahre auf – richtig: niemand tut das. Und niemand kontrolliert das. Ich habe vor Jahren schonmal den Reißverschluss kaputt gemacht. Damals sind wir einfach in ein Geschäft gegangen, welches Eastpakrücksäcke vertreibt und dort wurde er angenommen und nach 3 Wochen kam er repariert zurück – ohne weitere Kosten für mich. Find ich prima – das ist ein Statement oder? 30 Jahre Garantie heißt soviel wie “Unsere Produkte sind so prima, dass wir euch auch so lange Garantie geben können” – großes Lob, würde ich mal sagen. Naja: Ende der Geschichte: Ich bin nochmal hin mit einem Ausdruck von meinem Kontoauszug und der nette Storemanager hat mir das Geld für die Hose ausgezahlt – ohne Kassenbeleg.

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Lange Rede, kurzer Sinn – ich mach dauernd Sachen kaputt und meine Freunde lachen mich mittlerweile aus, weil meine Hosen dauernd am Popo platzen.

Ich bin nicht ausgebrannt…

28 Jul
28.07.2014

Ich bin nicht ausgebrannt. Überfordert auch überhaupt nicht. Arbeit, Haushalt und Studium klappen eigentlich ganz gut. Zeitmanagement eben. Auf der Arbeit baue ich mir immer Zeitpuffer bei Planungen ein. In der Uni: ich hab immer frühzeitig angefangen – alle meine Hausarbeiten sind mindestens einen Monat vor Abgabe fertig geschrieben. Für die Prüfungen lerne ich bevor die Vorlesungen vorbei sind – hört sich jetzt an, wie der krasseste Streber ever, aber ich habe mir schon während der Schulzeit gesagt: “Hey – du bist nicht der Typ von Person, der alles sofort versteht und abspeichert, wenn er es hört – du musst es 10x Lesen und 10x erklärt bekommen, bis es in deinen Schädel reingeht. Wenn man langsamer lernt, dann muss man logischerweise früher anfangen.” Mit der Schiene bin ich bisher wunderbar gefahren und es ist einfach unnötig alles auf den letzten Moment zu schieben und sich dann zu stressen (auch wenn die Versuchung sich abzulenken sehr groß ist), wenn man sich vorab jeden Tag eine Stunde hinsetzt und IRGENDWAS macht – so läuft es dann auch entspannter. Kein Grund für mich zu jammern also – weil ist ja alles entspannt. Zwischendurch die Familie besuchen und sich mit Freunden treffen. Geht. Wieso grummelt es dann die ganze Zeit in meiner Magengrube und meinem Kopf? Vielleicht ist es der Hunger. Der Hunger nach Ausgleich – nach kreativem Ausgleich. Mein Foodblog steht still, weil ich um 10 – nach Arbeit und Uni kein Bock mehr habe irgendwas zu essen, geschweige denn zu kochen und anzurichten. Hier – auf diesem Blog – fällt es mir wirklich sehr schwer ein paar lockere Zeilen aus dem Finger zu saugen. Obwohl ich schöne Fotos auf dem Rechner habe, die ich posten könnte, tippen sich die Zeilen nicht mehr so locker-flockig von selbst, wie es früher der Fall war. Das merkt man sicherlich auch an der Postingfrequenz, die sich von “alle zwei Tage” auf “vielleicht einmal die Woche” reduziert hat. Ich schiebe diese Phase auf ein kleines Männchen, was in meinem Hinterkopf sitzt und mir ein schlechtes Gewissen macht; was mir keine aufwendigen Projekte erlaubt, solange Prüfung XYZ noch nicht geschrieben ist – obwohl eigentlich schon genug dafür gelernt wurde.

Ich mache nichts Halbes und nichts Ganzes. Ich darf nicht anfangen irgendwas Großes zu planen, denn ich muss ja noch etwas Wichtigeres erledigen. Ich habe aber auch keine Lust mehr großartig zu lernen, weil – irgendwie wäre das redundant. So habe ich das Gefühl vor mich hin zu vegetieren – nichts wirklich Sinnvolles zu tun, weil ich mich selbst davon abhalte. Ab und zu durch die Statistikübungen zu blättern, aber nebenbei schöne Fotos von grandiosen Fotografen zu scrollen, sich selbst aber nicht die Zeit nehmen, um am eigenen Können zu arbeiten – weil ist ja nur ein Hobby. Erwartungen – hochhausgroße Erwartungen setze ich in den August. Der August, der komplett frei ist (bis auf die Arbeit). Projekte, Ideen, Basteleien umsetzen, die mir schon seit Monaten im Kopf umherschwirren – Kritzeleien auf Papier, die vielleicht dann doch mal zum Leben erwecken. Ich benutze ja unheimlich gerne Terminplaner – ich habe mir schon alle freien Momente angemarkert an denen ich mich mit Menschen treffen möchte, mit kreativen Leuten, die vor Leidenschaft und Ideenreichtum sprudeln und dich mit in ihren Strudel von Kreativität mit reinziehen, dass du nur von rechts nach links grinsen kannst.

Ich habe mich letztens mit einer sehr guten Freundin unterhalten. Wir haben beide ein abgeschlossenes Studium, wir haben super Jobs, wir führen glückliche Beziehungen und freuen uns auf unseren Jahresurlaub und darauf am Wochenende mit Freunden das Glas zu heben. Doch was ist eigentlich unser Ziel im Leben? Wir haben die uns (teilweise) von unseren Eltern gesetzten Ziele schon längst erreicht. Abi ist im Kasten, Ausbildung ist im Kasten, Studium ist im Kasten. Und jetzt? Was jetzt? Heiraten und Kinder kriegen? Und dann? Was dann? Ich persönlich stürze mich gerade auf meinen kreativen Ausgleich – mir egal, wenn ich jetzt erst einsteige und später nicht erzählen kann, dass ich mit 14 schon ganz genau wusste, was ich mal später machen will oder wie ich mich selbstverwirklichen will. Wenn nicht jetzt, wann dann.

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Im Übrigen habe ich die oberen Zeilen vor meiner letzten Prüfung getippt – und jetzt wo sie geschrieben ist – merke ich schon, wie es mit dem durchstarten los geht. Weiteres findet ihr in den folgenden Tagen auf meiner Facebookseite.

Jeden Tag Fehlentscheidungen

21 Jul
21.07.2014

Im Kindesalter macht man Dinge so ganz ohne Ängste. Man stürzt sich mitten ins Getümmel, man macht Dinge ohne darüber nachzudenken, man entdeckt und man traut sich viel mehr, als man es mit wachsendem Alter tut. Man weiß halt noch nicht, wie weh es tut auf die Schnauze zu fliegen. Aber warum eigentlich diese Ängste? Weil wir von Kindheit an dazu erzogen werden keine Fehler zu machen, weil wir immer die Konsequenzen vor Augen getragen bekommen.
“Zieh keine Grimassen, das bleibt sonst so”; “Du darfst keine Fehler im Test machen, sonst gibt es eine schlechte Note und dann ein schlechtes Zeugnis, dann gibt es keinen Studienplatz oder Ausbildung und du landest auf der Straße!”; “Lass dich bloß nicht auf den falschen Typen ein, sonst…”; Vielleicht auch weil wir am eigenen Leib erfahren haben, wie es eben ist einen schwerwiegenden Fehler begangen zu haben. Aber im Grunde genommen ist es doch unmöglich immer das Richtige zu tun, oder? Und im Grunde genommen wächst man doch an seinen Fehlern, genauso wie man an seinen Erfolgen wächst? Niemand kann mir erzählen, dass sein Tag nicht mit kleinen Fehlerchen gespickt ist. Aber vielleicht schließe ich auch einfach nur zu viel von mir selbst auf andere. Die Fehlerchen fangen doch ganz klein schon an:

  • Ist die Ampel noch knappes dunkelgelb oder schon fast rot? Vollbremsung oder Gas? Vielleicht einen Auffahrunfall verursachen oder schnell noch über eine höchstverdächtig-rot-wirkende Ampel düsen?
  • Die Vorlesung schwänzen, obwohl man ganz genau weiß, dass man eigentlich hin müsste?
  • Hungrig einkaufen gehen, eine reife Melone kaufen und sie dann auf der Arbeitsplatte liegen lassen, um am nächsten Morgen zu sehen, dass sie implodiert ist?

Die ganz großen Entscheidungen, die wir in unserem Leben machen – ganz besonders da haben wir große Angst davor uns falsch zu entscheiden. Studium, Partnerschaft, Investitionen in Haus und Hof, Zukunftsweisende Entscheidungen eben. Im Moment habe ich irgendwie eine Schulterzuckenmentalität entwickelt. Klar – ich will keine Fehler machen. Aber wieso großartig den Kopf zerbrechen darüber, ob dass was man gerade tut richtig oder falsch ist? Es fühlt sich richtig an – ich muss keine Argumente dafür finden. Und wenn sich irgendwann mal herausstellen sollte, dass ich ordentlich fette Scheiße baue, weil ich vielleicht doch nicht das Richtige studiert habe o.Ä.: Shit happens und dann von vorne anfangen – die Welt steht einem offen :D Aber jetzt bin ich absolut zufrieden mit dem was ich habe =).
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Vielen dank für die Fotos an: Digital Passion.

Wenn du nur den Umriss sehen kannst

15 Jul
15.07.2014

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…dann hast du schlechte Augen. Und um der rationalen Aussage zu entfliehen und ein wenig ins Romantisch-Kitschige einzutauchen, bewegen wir uns nun auf der Ebene der Analogien. Wenn man nur die Ränder, wenn man nur den Umriss sehen kann, dann hat man eine Idee dessen, was vor einem ist. Man hat eine grobe Vorstellung wohin man möchte und vielleicht auch was man möchte. Das sind so die Träume, die man den ganzen Tag mit sich herumträgt oder die einen bei Nacht besuchen kommen. Wenn man irgendwann mal anfängt zu träumen ist alles unscharf und bei der Informationsvielfalt, die heutzutage auf einen einprügelt – wird es immer unschärfer. Das Kind will Feuerwehrfrau werden. Nein – Tierärztin. Nein Müllfrau. Oder vielleicht doch eine Pilotin? Nein – sie will Leben retten und dabei Fotos machen und gleichzeitig auch noch kleinen Kindern Lesen beibringen. Alles verschwimmt immer mehr – so wie die Sehstärke meiner Augen als ich aufgewachsen bin.
Mit dem letzten Besuch beim Augenarzt wurde mir dann doch wohl das Gegenteil bewiesen. Meine Augen sind besser geworden. Zum ersten mal in meinem Leben brauche ich eine neue Brille – nicht weil meine Augen wieder verschwommener sehen, – nein im Gegenteil. Vielleicht ist das einfach so – dass man mit wachsendem Alter wieder schärfer sehen kann. Vielleicht ist das im realen, aber auch im Übertragenem Sinne so, dass die Vorstellungen, die man im Kopf hat realer werden und man nicht nur noch Umrisse vor sich sieht, sondern sich so langsam klar erkennbare Ecken und Kanten bilden. Persönlich und Beruflich stehe ich noch lange nicht am Ende, aber eben auch nicht mehr ganz am Anfang. Irgendwie ist der Weg schon geebnet, irgendwie passt alles zusammen. Und wenn nicht, dann biegen wir uns den Weg zurecht und trampeln einfach neue Pfade.
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Fotos von Digital Passion

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