Das hab ich ganz alleine gemacht!

Modisch gesehen bin ich ein ziemlicher Hinterwäldler. Na klar – ich mag schon ganz gerne Sachen anziehen, in denen ich mich wohl fühle. Aber meistens häng ich hintendran, weil ich kein Bock hab zu shoppen oder mein Geld für andere Dinge rauswerfe. Außerdem lunst mal eine Socke aus dem Schuh raus und manchmal hab ich mein Oberteil falschrum an. Meine Mutter hat mir – bis ich 12 war – Kleidung rausgelegt. Ich erinnere mich an grauenvolle, weinrote Kordhosen. Irgendwie – hat sich nicht so viel geändert. Ich shoppe immer noch wenig. Manchmal shoppt die Mama und fühlt sich zu alt für den Print auf ihrem neuen Pullover. Zack – haste n neuen Pulli. Dann hat die Schwester was bestellt, was ihr zu groß ist. Zack – haste n neuen Blazer. Und dann schenkt dir dein Freund ein Kleid und du freust dich. Und dann bestellt Summer eine Hose, die ihr zu groß ist und du kaufst sie ihr ab. Und außerdem wandert deine Freundin aus und sortiert ihre komplette Wintergarderobe aus. Und dann fällt dir auf – du bist eine Anziehpuppe, weil du zu faul bist dir Gedanken über Kleidung zu machen, obwohl du wirklich sehr, sehr gerne hübsche Sachen anhast und dir sehr, sehr gerne die gutgekleideten Modebloggerinnen anschaust. Und im Endeffekt ziehst du aber das an, was rumliegt und noch nicht in die Wäsche muss. Aber es macht so Spaß solche Looks zu fotografieren – es macht schon irgendwie Spaß sich Gedanken drüber zu machen. Vielleicht werd ich ja irgendwann noch eine feshe Fashionista – weil das hab ich ganz allein zusammengewürfelt *große Leistung* :P.
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Bilder von Summer Lee.

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Wir könnten, wenn wir wollten

Es ist traurig, wenn ein Teil deines Lebens kein Teil mehr deines Lebens ist. Wenn die Menschen, die dir mal etwas bedeutet haben irgendwie von der Bildfläche verschwinden. Nicht, weil man Streit hatte – nur weil man einfach keine Verbindungspunkte mehr hat. Verschiedene Karrieren, verschiedene Freundeskreise, ein anderes Leben. Deswegen funktionieren soziale Netzwerke. Man hat seine Jugend auf dem Schirm – man hat zwar nichts mehr mit den Schulfreunden zu tun, aber man könnte sie trotzdem jederzeit kontaktieren, wenn man denn wollte. Wir sind nicht daran gebunden uns auf den Zufall oder das Schicksal zu verlassen – eine alte Schulfreundin oder den Exfreund zufällig auf der Straße zu treffen. Wir können einfach eine Nachricht schreiben, auch wenn die Handynummer schon irgendwo im Nirvana gelandet ist. Wir könnten, wenn wir wollten, aber wir wollen eigentlich gar nicht. Aber wenn uns die Möglichkeit genommen wird, dann piekst es doch ein wenig im hintersten Eck deiner Gedanken. Dabei könnte eigentlich alles ganz einfach sein – man könnte anklopfen und sich auf einen harmlosen Kaffee verabreden, aber worüber soll man sich schon unterhalten? Smalltalk kann ich – kann ich gut. Muss ich auch können – sollte jeder können, der mit anderen Menschen zusammenarbeitet, aber was bringen einem 20 Minuten Kaffeegeplänkel? Die Zeit vergeht, die Themen verschwimmen – wir driften alle so weit auseinander. Wir sind nur noch Fremde, die sich mal gekannt haben. Die Erinnerungen an die Dinge, die früher so wichtig waren verschwimmen und man fragt sich: Was wenn du in 10 Jahren genau so auf dein jetziges Leben blickst, wie du es über dein Leben vor 5 Jahren tust?
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Slow Fashion, Fast Fashion

Meine Art zu bloggen hat sich oft daran orientiert, ob ich etwas Neues da habe, um darüber bloggen zu können. Sei es nun Kleidung, Kosmetik oder sonst irgendetwas. Dementsprechend hat es sich dann doch um ein ziemlich produktbasiertes Bloggen gehandelt. Dass ich das vermeiden möchte, habe ich ja schon letztens einmal erwähnt. Und eigentlich ist es gar nicht so schwer. Teilweise habe ich Teile in meinem Kleiderschrank, die total alt sind. Wie zum Beispiel das Kleid auf diesen Fotos von H&M. Es ist einfach und schlicht, schmeichelt der Figur und schon immer einer meiner Lieblinge gewesen – irgendwie ist es in Vergessenheit geraten, aber es hängt in meinem Schrank seit ich 16 bin – das heißt: Der Kauf damals hat sich dann doch schon ganz schön gelohnt :). Unter dem Motto “alles ein bisschen langsamer” blogge ich momentan auch. Über eine recht lange Zeit hinweg habe ich alle zwei Tage einen Blogpost veröffentlicht – und irgendwann war der Pott einfach leer. Und irgendwie kam auch gar nichts mehr nach. Kennt ihr das auch, wenn es Dinge gibt, die ihr unbedingt teilen und zeigen wollt – zumindest auf eigene Blogposts bezogen? Die Anzahl der Posts, die ich zeigen möchte, weil ich sie wirklich so richtig gut fand und dementsprechend in jede Bloggruppe geschrieben habe, war verschwindend gering gegenüber dem, was ich veröffentlicht habe. Ich würde nicht behaupten, dass ich mir keine Mühe gegeben habe, aber die waren mehr 80% als 120%. Eigentlich schade – wenn man etwas veröffentlicht und es eigentlich gar nicht so grandios findet, wie man es finden sollte. Und ich denke, dass sich das für mich – zumindest meinem Gefühl und dem “mir selbst Rechenschaft ablegen” insofern geändert hat, als dass ich Posts die ich nun veröffentliche viel stolzer präsentieren kann als früher.

Das liegt zum einen daran, dass wir uns – in unserem Freundeskreis nun verstärkt zusammensetzen, um an Kreativprozessen zu arbeiten und zum anderen daran, dass mir Texte nun gleichermaßen wichtig sind und / oder werden, wie Fotos. Die Bilder entstanden den ruhigen Händen von Summer.
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Fotografengehässigkeit

Ich beschäftige mich noch nicht allzu lange mit dem Fotografieren von Menschen, aber ich rutsche immer weiter rein. Ich lerne viele Menschen kennen, die gerne fotografieren. Je mehr Menschen in meinem Newsfeed sind und je mehr Leuten ich folge, die gerne fotografieren, desto mehr fallen mir ein paar Unsäglichkeiten auf, die mir nicht gefallen. Es gibt nämlich immer jemanden, der es besser weiß als du und denkt, dich belehren zu müssen, obwohl es dir eigentlich scheißegal ist und du nur dein Ding machen willst. Es gibt immer die, die stetig mit dem Finger auf dich zeigen, um selbst hervorzuheben, wie viel besser und professioneller sie doch sind. Da ich keinen Bock drauf habe unter deren Bildern / Kommentaren rumzutrollen, aber gleichzeitig auch nicht ungesagt lassen will, was mich stört, muss ich mal einige Negativbeispiele aufführen, die ich wirklich sehr unsinnig finde.

Anekdote 1:
Es ist gerade Photokina und gefühlt meine gesamte Timeline fährt dahin. Ein “Fotograf” muss das wie folgt kommentieren: “Morgen ab 6 Uhr gibt es wieder Fotos in schlechter Qualität auf allen Kanälen”. Dieser Mensch ist ein Bekannter und er postet oft solche Dinge wie: “Auch mit teurer Kamera kann man scheiß Bilder machen!”, obwohl seine Fotos größtenteils selbst unscharf sind oder er gibt Bilder und Ideen/ Settings anderer Leute als seine eigenen aus. Mein allererster Gedanke war: Wieso ist diese Person noch in meiner Freundesliste? Genau solche Idioten sind der Grund dafür, dass anderen der Spaß verdorben wird.

Anekdote 2:
Ein Fotograf, der sich darüber aufregt, dass seine Fotografen”profi”bilder auf Instagram weniger Likes bekommen, als “beschissene Selfies mit dem Handy”. Ey ganz ehrlich – da hat jemand das Medium Instagram und Social Media wohl nicht ganz verstanden? Bei Social Media dreht es sich um Meinungsführer mit Gesicht, mit Persönlichkeit und Charisma. Jemand, der durch Instagram scrollt und anderen folgt, folgt in der Regel jemandem, den er “kennen” will. Kein Grund das als negativ anzuprangern. Instagram kann man als Fotograf nutzen, aber diese Plattform ist ja wohl nicht nur für Profifotografen geschaffen, sondern für jedermann – wieso also dieses Gemeckere darüber?

Anekdote 3:
Das ist gar kein Einzelfall – jede Woche kommt mindestens ein solches Zitat, welches in die Richtung “Wie konnte jemand sich nur erdreisten mich zu kontaktieren?”.

  • Was? TfP – niemals!
  • Was? Deine Oma ist gestorben – was eine scheiß Ausrede kurz vorher abzusagen!
  • Das Modell wollte sich die Bilder aussuchen & anschauen? Das sehe ich nicht so! Meine Kamera, meine Entscheidung! – Na klar verstehe ich den Frust, den einige fühlen, wenn sie wieder Ärger mit einem Kunden oder einem Modell hatten. Aber die Leute, die professionell als Fotograf arbeiten wollen, sollten sich doch ihre eigene Seriösität nicht durch solche gehässigen Nichtigkeiten kaputt machen, oder? Und die, die die Fotografie nur als Hobby betreiben: Vielleicht solltet ihr euch Leute suchen mit denen ihr gut und oft könnt, damit ihr Ärger mit Fremden vermeidet. Das macht man in jedem anderen Hobby auch so.

Anekdote 4: 

Jemand, den du gar nicht wirklich kennst, schaut sich dein Bild an: “Sieht gut aus, aber ist von XYZ nachgemacht”. – Ja  Mann, voll nachgemacht. Ne Tussi im Pullover steht an einer Mauer. Die Idee ist so einzigartig, dass sie sonst NUR EINE PERSON genau so umgesetzt hat. Ne – wir sind nicht einfach spontan drauf losgewatschelt und haben ein wenig  geknippst – nein wir haben genau DIESES BILD nachgestellt und kopiert.

Je älter man wird

Bis ich 16 Jahre alt war bin ich mit 25€ Taschengeld im Monat ausgekommen. Dreimal im Jahr gab es dann noch einen familiären Geldsegen (Geburtstag, Weihnachten, Têt), bei dem dir hier und da ein 10€ Schein zugesteckt worden ist. Die 25€ habe ich – bis ich 15 geworden bin – für Mangas ausgegeben. Mein soziales Leben hatte sich darauf beschränkt, dass meine Freundinnen entweder beim Sport waren (Zahlen die Eltern) oder jeweils bei der einen oder anderen daheim rumhingen und den Kühlschrank der Eltern plünderten. Manchmal haben wir noch Papas Kamera ausgeliehen und im Wald Fotos gemacht. Wenn ich meine Freundin in Koblenz besuchen wollte, musste ich 2 Monate sparen und dann konnte ich mir das Zugticket kaufen. Als ich dann mit 16 meinen ersten, richtigen, festen Job mit regelmäßigem Einkommen angefangen habe, sind die Wünsche größer geworden. Der Führerschein stand an und außerdem will man ja mit 16 auch irgendwie ausgehen. Kino kostet Geld, Bowling kostet Geld – nur zu Hause rumhängen macht keinen Spaß mehr. Aber die Dinge, für die du Geld ausgibst sind nur für Spaß. Und dann haste mit 18 deinen Führerschein und dann steht Abi an. Aber in der Abizeit häufen sich die Abiparties und du verpasst keine und im Endeffekt verdienst du mehr als früher und hast immer noch keine Fixkosten, aber bist am Ende vom Monat trotzdem pleite. Und dann willst du endlich mal deinen allerersten Urlaub ohne Eltern machen. Als ob sie dir den Urlaub bezahlen würden. Und dann fängst du an richtig zu arbeiten – nicht so ein schlecht bezahlter Schülerjob. Du musst plötzlich Versicherungen bezahlen – die machen keinen Spaß. Und Steuern abdrücken – ist ja zum Kotzen. Da haste nichts in der Hand. Deine Wünsche wachsen mit dir. Ein Auto wäre geil. Die Augen lasern kostet 2.000€. Ein Laptop für die Uni. Und dann ist dein erstes Studium vorbei und du ziehst aus. Das zweite Studium kostet ein Schweinegeld, Miete kommt dazu und deine Wünsche werden immer größer, weil du dir die vorherigen Wünsche schon erfüllt hast. Du willst alles auf einmal – die Reiseziele verlagern sich auf NichtmehrinEuropa. Dich interessieren plötzlich Dinge, die vorher fernab von jeder Realität waren. Du machst dir Gedanken um ein Eigenheim. Aber dann bekommst du einen Strafzettel für’s Falschparken und die Nachzahlung für den Strom und musst eine neue Waschmaschine kaufen, weil die alte den Geist aufgegeben hat. Und dann fällt dir wieder ein, wie gut du es bei deinen Eltern gehabt hast, als du darüber gegrübelt hast, nach wie vielen Taschengeldauszahlungen du deine Freundin in Koblenz besuchen kannst.

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Bilder von Summer Lee.