°Wie man an einem Tag mehr trinkt

Wenn man die Stars fragt, was ihr Schönheitsgeheimnis ist, dann heißt es oft: „Ich trinke viel“ – ein Schelm, wer was anderes denkt. Andererseits kann es auch nicht schaden, wenn man viel Wasser trinkt – allein schon, um alles mal durchzuspülen :). Heute habe ich ein paar Tipps zusammengetragen, die vielleicht hilfreich sein könnten.

1. Die 1 Liter Karaffe

Ich finde es prima eine 1 Liter Karaffe auf dem Tisch stehen zu haben. Zum einen kann man damit sehr gut messen, wieviel man schon getrunken hat. Andererseits muss man auch nicht dauernd hin und her rennen, weil 1 Liter Wasser eine Weile hält. Im Grunde genommen muss man die Karaffe „nur“ 2-3x am Tag auffüllen und hat schon sein Soll erfüllt. Einfacher geht es nicht, oder? Bei mir ist das so, dass ich automatisch trinke, wenn das Getränk sowieso neben mir steht – das ist wie mit der Tüte Chips, die gar nicht schmecken, aber irgendwie doch leer werden.

2. Fruit infused Water oder Saftschorlen

Fruit infused Water ist so ein Ding, was ich von Summer habe. Die mit ihren bunten Instagrambildchen. Bei mir läuft das so: Tiefkühlobst in die Karaffe und kochendes Wasser darüber. Im Grunde genommen ist das genauso wie Tee, aber halt mit frischen oder mit TK-Früchten. Ich persönlich mag TK-Obst mehr, weil man da die bunte Mischung an Obst hat und nichts mehr waschen oder schneiden muss. Die Mischung aus dem TK Obst und dem gekochten Wasser ergibt die perfekte Trinktemperatur und außerdem gibt das Obst seinen Geschmack schneller an das Wasser an. Neben Fruit infused Water finde ich Saftschorle noch super – ich trinke Saft mittlerweile gar nicht mehr pur, weil mir das zu süß ist, deswegen peppt Sprudelwasser nochmal alles auf. Für unterwegs verwende ich die wiederverschließbaren Smoothieflaschen von True Fruits – die haben ein Füllvolumen von 750ml und sehen auch noch ganz chic aus.

Ich hab euch außerdem noch ein paar Trinkflaschen rausgesucht (Affiliatelinks):20150824_Trinkflaschen||Rote Flasche || Grüne Flasche || Flaschen mit Bezug || Durchsichtige Flasche || Fruit Infuser ||

3. Mach eine Routine daraus

Um Grunde genommen reicht es, wenn man sich 3x am Tag etwas zu trinken holt. Mit einer Karaffe wie o.g. sind das ja schon 3 Liter.

Etwas für die Büromitarbeiter: Du kommst morgens zur Arbeit und machst deinen Computer an und du wartest…wartest…wartest bis endlich die Updates durch sind oder Outlook offen ist oder sonst irgendein Programm. Anstatt blöde vor dem Rechner deine Zeit zu vergeuden, könntest du dir deine 1L Karaffe schnappen und die mit Wasser auffüllen gehen oder dir eine Kanne Tee in der Kaffeeküche kochen oder eine heiße Zitrone vielleicht?

Was reinkommt, muss auch irgendwann wieder raus. Irgendwann vor dem Mittagessen merkst du, dass du um die Ecke musst. Den Toilettengang kannst du dazu nutzen dir direkt Nachschub zu holen, oder?

Irgendwann nach dem Mittagessen bist du so richtig in einem Tief drin. Das ist normal und dein Hirn braucht neuen Sauerstoff. Du könntest mal das Fenster aufreißen und Stoßlüften, allerdings sollst du dir keinen Zug holen und deswegen verschwindest du jetzt aus deinem Büro und holst dir… wie erwartet…wieder was zu trinken!

4. Trinkwecker

Das hier ist eine Variante, die ich eine Weile mal genutzt habe. Man kann mit manchen Trinkweckerapps einstellen wie oft sie einen erinnern (z.B. alle zwei Stunden) – auch Ruhezeiten kann man angeben, weil man ja im Schlaf nicht geweckt werden möchte. Meiner Meinung nach ist eine Trinkweckerapp ganz praktisch, aber man muss sich eben auch konsequent daran halten – wie es auch mit sämtlichen „Abnehm-/Sport-/Ernährungsapps“ ist, hält man sich am Anfang noch an diesen Wecker, aber spätestens nach einem Monat geht dir das Gebimmel alle zwei Stunden nur noch auf die Nerven. Deine Freunde verdrehen nur noch ihre Augen und du sitzt in einem wichtigen Meeting und hast Paranoia, dass dein Handy wegen so einem Scheiß anfängt zu bimmeln. Daher: Für mich ist der Trinkwecker nichts – er nervt mich, aber vielleicht kommt der für euch in Frage?

5. Kollegen animieren

Während es mich überhaupt nicht anspricht durch ein App erinnert zu werden, läuft es prima, wenn mich Kollegen erinnern. Im Grunde genommen erinnern die mich auch gar nicht so richtig, aber um nochmal zu Punkt 3 und der Routine zurückzukommen: Wir gehen alle kollektiv um 15 Uhr zur Kantine runter und holen uns dort an der „guten“ Kaffeemaschine einen Kaffee oder Kakao (Wer Zeit hat kommt mit, wer keine Zeit hat bleibt sitzen). Da ich meistens auf Kakao und Kaffee verzichte, weil ich dieses pelzige Gefühl auf der Zunge, dass man nach einem Kaffee bekommt, eklig finde, aber mir irgendwie doch die Beine vertreten und einen kurzen, netten Plausch mit meinen Kollegen halten möchte, gehe ich immer mit und fülle mir mein Wasser auf oder koche mir Tee.

Vielleicht schafft ihr es ja auch so etwas in eurem Team zu etablieren? :)
Die Tipps sind ziemlich stark auf einen Bürojob getrimmt – das liest man da raus. Wie sieht es in euren Jobs aus, habt ihr noch ein paar Tricks?

Effektives Zeitmanagement – Part 3 – Zeit planen und priorisieren

Weiter geht’s in der Blogpostreihe „Effektives Zeitmanagement“. In Teil 1 ging es darum sich selbst einzuschätzen, in Teil 2 um Zielsetzung. In diesem Teil geht es um Zeitplanung und Prioritäten.
Kennt ihr das, wenn ihr so viele Dinge noch tun müsst. Dinge, die euch auf dem Weg einfallen? Hier und da ein To Do, und mit jeder Aufgabe, die neu kommt, vergesst ihr eine alte Aufgabe? Und wenn ihr euch Zeit nehmt, um Dinge zu erledigen, aber es einem erscheint, als ob es nicht weniger wird. Völlige Überforderung? Ich habe 2007 mal einen Kalender bekommen. Während der Schulzeit habe ich recht wenig in meinen Kalender schreiben können und war eigentlich froh, wenn ich ihn mit irgendwelchen Aktivitäten vollknallen kann. Vorwiegend wurden die Seiten dazu genutzt Hausaufgaben aufzuschreiben, aber seien wir mal ehrlich – das ist nicht der schönste Inhalt für einen gepflegten Kalender. Trotz dessen hat sich das bis heute bei mir gehalten, dass ich meine Kalender gerne befülle und super gerne To Do Listen schreibe.

Was zur Planung?

Bestandsaufnahme: Zuerst schreibe ich alles auf, was gemacht werden muss, um den Überblick nicht zu verlieren. Außerdem schreibe ich mir auch auf wofür ich gerne mehr Zeit haben würde.
Clustern: Danach wird fleißig sortiert und geclustert. Gibt es Todo’s die sich gut zusammenlegen lassen? Wenn du zur Post musst und das Bürgeramt direkt nebendran ist, dann macht es ja Sinn beides in einem Rutsch zu machen? Wenn du sowieso zu Hause lernst, kannst du auch währenddessen die Waschmaschine laufen lassen – ist schließlich nur ein Knopfdruck. Wenn du schon faul bist und Serien guckst, anstatt deinen Pflichten nachzugehen, dann häng die Wäsche währenddessen auf – dann machst du wenigstens was Sinnvolles nebenbei. Weil du raus zu einem Termin gehst, dann bring doch auf dem Weg noch die Glasflaschen zum Container.
Priorisieren: Dem Eisenhowerprinzip nach unterscheidet man Aufgaben anhand der Kriterien „Wichtigkeit“ und „Dringlichkeit“ und sollte sie demnach auch in dieser Reihenfolge abarbeiten. Wichtig und Dringlich sofort!! Wichtig, aber nicht so dringend, kann man wann anders einplanen. Nicht wichtig, aber dringend oder nicht wichtig und nicht dringend: You sure, you wanna do that?  Ich muss aber zugeben, dass ich mich nicht an dieses Prinzip halte, weil ich es als anstrengend empfinde alle „großen“ Aufgaben auf einmal zu erledigen. Deswegen prorisiere ich sie zwar, aber ich ordne sie ander an. Ich wechsel immer ab: Große/aufwändige Aufgabe – Einfache, schnell gemacht Aufgabe. So erledige ich viel mehr, weil ich zwischen drin mehr Fortschritt und Erfolgserlebnis sehe und mich das weiter vorantreibt.
Päuschen: Ganz ehrlich – ohne Pausen geht’s nicht. Grundsätzlich: Wenn Feierabend ist, ist Feierabend und dann wird sich ausgeruht und nicht noch weiter Gedanken gemacht. Ist nicht gut für Kopf und Körper. Ansonsten finde ich es gut, wenn man oft Pausen macht, die aber zeitlich begrenzt und nicht plötzlich ohne Grenzen auf der Couch vergammelt und plötzlich geht die Sonne unter. Macht es doch wie in der Schulzeit. Jede 1-2 Stunden eine kurze Pause und Mittags eine lange Pause. Wenn man einen ninetofive-Job hat, gammelt man schließlich auch nicht die ganze Zeit nur rum und schaut Serien, sondern schafft was und macht dann eine schöne Mittagspause im Freien.

Long Story Short:

  • Alle ToDos aufschreiben.
  • Entweder früh morgens oder am Vorabend schon den nächsten Tag planen.
  • Jeder Aufgabe einen Termin setzen.
  • Puffer und Pausen einplanen.
  • Belohnungen!
  • Clustern und mehrere Fliegen mit einer Klatsche erwischen!
  • Wichtiges sofort machen!
  • Zeitlimits setzen.

#2 Alles Karma

Und weiter geht es mit der „Alles Karma“-Serie. Die ist im Übrigen zu eurer Belustigung da und weil ich hier gerne Dinge aufschreibe, die ich witzig fand und auf die ich in Zukunft zurückblicken möchte. Lustige Anekdoten sind doch das A und O :) – also kein Mitleid,ja?

Es war mal wieder Zeit für Karma zuzuschlagen, …

  • als meine Mutter einen Teller mit leckerem Essen auf den Tisch gestellt hat, der aber frisch aus dem Ofen kam. Ich wollte den Teller dann in die Mitte des Tisches stellen und fasse ihn an, obwohl ich weiß, dass er frisch aus dem Ofen kam. Meine Finger brennen – ich stehe da und brülle: „SOOOO DUUUUMM“ anstatt den Teller loszulassen. Aber immerhin war das Wasser aus dem Wasserhahn schön kühl und sorgte für einen Lachflash.
  • als ich mir eine Kokosnuss mit einem Beil aufschlagen wollte, damit abgerutscht bin und mit der Klinge an meinem Zeigefinger gelandet bin – aber ne, war gar nicht so schlimm, nur das Gekreische und Gejaule ist objektiv betrachtet wohl dann doch ein wenig irre gewesen.
  • als das Karma mich mal zur Abwechslung gerettet hat und wir auf einer Geburtstagsfeier im Freien von Wespen umschwirrt wurden, eine davon auf der Schulter meines Freundes gelandet ist und ich es nicht gesehen habe. Ich wollte mit meiner Stirn meinen Freund an der Schulter anstupsen – wie man das halt so macht und hab dabei die Wespe erschlagen, die dann im Übrigen an meiner Stirn geklebt hat ohne dass ich es gemerkt habe, bis es mir jemand gesagt hat und die mir dann zwischen meine Sonnenbrille und meinem Gesicht gefallen ist.

Pictures by: Maximilian Weber1R2A9112II 1R2A9150 1R2A9155

Sprachbarriere ist keine Barriere

Meine Familie lebt über den Globus verteilt – wenn wir zusammentreffen, dann kommunizieren wir querbeet. Auf deutsch, französisch, englisch, vietnamesisch und in Körpersprache hampeln wir uns durch die Konversationen. War schon immer so und wird immer so sein – klappt immer irgendwie. Vorteilhaft ist es eben, dass jeder mindestens halbwegs vietnamesisch und englisch spricht. Was aber schwierig wird ist, wenn mein Freund sich mit der älteren Generation unterhalten will, die eben nicht alle gutes englisch sprechen können. Sein vietnamesisch begrenzt sich auch nur auf ein paar Vokabeln, die ich ihm beigebracht habe, die aber anscheinend für kurzes Amusement seitens meiner Familie sorgen können. Gioi! :) Und trotzdem klappt es irgendwie – denn Kommunikation läuft nicht nur über Sprache, sondern eben auch über dein Verhalten, deine Mimik, deine Gestik.

Wenn ich sehe, wie jemand seine Lautstärke gegenüber einer anderen Person erhöht, weil diese nicht so gut Deutsch spricht, dann ärgere ich mich, denn in der Kommunikation schwingt meist noch eine Portion Aggressivität mit und über die Sinnlosigkeit lauter zu werden, wenn jemand deine Sprache nicht spricht, braucht man nicht zu diskutieren, oder? Wie dem auch sei fand ich es wirklich schön – die Bemühungen sich miteinander auszutauschen, sich zu unterhalten, obwohl man nur ganz gebrochen die Sprache des anderen versteht oder eben nicht versteht. Und wenn es an den Worten fehlte, so haben die Hände gedeutet, so haben andere Menschen geholfen, so hat sie eben doch stattgefunden – die Kommunikation.

Bilder by: Andrea Hübner

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Ich möchte mich nicht von jedem fotografieren lassen.

Auf die Gefahr hin eingebildet zu klingen, stelle ich nun eine Aussage in den Raum, die ich mal beschreiben wollte: „Ich möchte mich nicht von jedem Fotografen dieser Welt fotografieren lassen.“ Schönheit liegt im Auge des Betrachters – so ist es so, dass mich einige Fotografen nicht ablichten wollen, weil ich äußerlich eben nicht zu Ihnen passe – vielleicht weil zu langweilig oder sonstwas – ist ja auch egal. Andersrum gibt es Leute, die meine Bilder gut finden und auch gerne mit mir Fotos machen wollen. Und anders rum ist das eben genauso – es gibt Fotografen deren Bildstil ich klasse finde und wo ich einiges bereit bin zu geben, um mit denen zusammen arbeiten zu dürfen und es gibt Leute, von denen möchte ich mich einfach nicht fotografieren lassen.

Das kann folgende Gründe haben:

  • Mir gefallen die Bilder der Person nicht.
  • Mir ist diese Person unsympathisch.
  • Ich habe mehr Aufwand, als Mehrwert von diesen Bildern. – Passend hierzu ein Post über Mehrwert.

Mir gefallen die Bilder der Person nicht: Ich fotografiere selbst und ich habe als Betrachter ein gewisses Maß an Anspruch, den ich an ein Foto stelle. Das gilt vor allem dann, wenn ich selbst auf einem Foto bin. Zum Beispiel mag ich es überhaupt nicht, wenn ein Fotograf nur auf Licht und Technik achtet, aber nicht auf die Sachen, die mir als Frau wichtig sind. Z.B. dass kein BH-Träger raushängt, Haare ins Gesicht hängen, der Fettglanz an einem heißen Tag die Überhand gewinnt oder eben mal wieder die Wampe nicht eingezogen ist. Außerdem kann es ja auch sein, dass die Person ganz super fotografieren kann, aber ich den Bildstil einfach gar nicht mag – das ist ja alles individuell, muss jeder selbst wissen, was und wie er fotografiert werden möchte. Ich persönlich mag z.B. künstliches Blitzlicht weniger als natürliches Licht. Es gibt Fotografen, die haben Lichtgestaltung drauf und bei denen sieht das super aus, wenn sie mit Blitz fotografieren – es gibt aber eben auch Fotografen, die einfach einen Blitz dahinstellen und dann denken, dass sieht jetzt prima aus, wenn meine Stirn glänzt wie der Stern von Babylon. Will ich nicht, mag ich nicht. Aber erklär das mal jemandem, dann biste eben wieder die Zicke. Oder es gibt Leute, die gerne viel Hautretusche machen, aber du dann aussiehst, als ob du dir drölfzig Filter über’s Gesicht geklatscht hast – hatte ich auch schon, mag ich nicht – vor allem, wenn man recht gute Haut hat, verstehe ich eine übertriebene Retusche (nur des Prinzips wegen) einfach nicht. Wenn ich sowas in jemandes Portfolio sehe, dann sage ich freundlich ab. Alle sagen, das sei nichts „Persönliches“, weil sie nicht verstehen können, wieso eine Person dann beleidigt ist, aber lasst euch gesagt sein: Es ist persönlich. Der Geschmack einer Person ist etwas ganz Individuelles und Persönliches – daran kann man und soll man auch gar nicht rütteln. Trotzdem sollte man eine solche Absage nicht negativ aufnehmen, denn wenn man als Fleischesser einen Vegetarier in ein Steakrestaurant einläd, dann macht das ja genau so wenig Sinn?

Mir ist diese Person unsympathisch: Ich finde, dass man Vertrauen zu jemandem haben muss, wenn man diese Person Fotos von sich machen lässt. Gerade dann, wenn es darum geht, wie man mit den entstandenen Fotografien umgeht. Gerade, wenn es um Veröffentlichungen im Internet geht, bedarf es (neben abgeschlossenen Verträgen) einer Menge Vertrauen gegenüber einer Person. Viele schwarze Schafe denken, dass sie sich alles erlauben können. Denn sie haben ja die Kamera, sie haben die teure Ausrüstung, sie müssen nachbe“arbeiten“ und überhaupt dieser ganze Aufwand. Wenn sie dich fotografieren, dann musst du ja nur existent sein und halbwegs gut aussehen, deswegen hast du auch weniger Rechte. Viele schwarze Schafe stellen dann ihre Auswahl – selektiert – zur Verfügung, sie löschen die Bilder, die sie selbst schlecht finden, aber lassen dir nicht die Möglichkeit selbst zu filtern, obwohl du auf den Bildern drauf bist. Es liegt eben nicht nur im Ermessen des Fotografen – vor allem dann nicht, wenn kein Geld fließt. Ein einziges Mal war ich mit einer Freundin unterwegs bei einem selbsternannten Fotografen – er hat Fotos von ihr online gestellt, noch bevor sie sie gesehen hat. Darunter ein Bild auf dem sich die Strumpfhose am Oberschenkel gerollt hat und eine furchtbar hässliche Fleischwurst am Bein geformt hat, der BH-Träger in der Gegend rumhing, sie ihre Nasenlöcher gerade aufgebläht hatte und die Augen nur halboffen waren – sah so aus, als ob sie niesen müsste. Ich hatte damals den Fotografen gebeten, ob ich denn mal über die Bilder schauen könnte – wenn ich mich denn bei einigen unwohl fühlte, wenn die veröffentlicht werden. Er meinte, er würde das nicht so sehen, dass ich vor Veröffentlichung drüberschauen darf. Ich habe ihm daraufhin gesagt, dass er gleich mal alle Bilder, auf denen ich drauf bin löschen kann – wenn ich nicht drüberschauen darf, soll aus Prinzip gar nichts veröffentlicht werden. Mir ist es ganz wichtig, dass ich mit einer Person reden kann, wenn ich mich in einer Sache unwohl oder unsicher fühle – mir ist es wichtig, dass sie mir entgegenkommt, genauso, wie ich ihr entgegenkommen würde. Ist dies nicht gegeben, dann sind wir nicht auf einer Wellenlänge und dann habe ich auch gar keine Lust darauf, wenn ich merke, dass man mir gegenüber keine Wertschätzung aufbringt. Und wisst ihr was? Gerade, wenn man sich als Frau mit jemandem zum Fotografieren trifft und das Männer sind, die nicht gerade vertrauenserweckend sind, sollte man sich vielleicht Gedanken darüber machen, ob man nicht doch besser aussortieren sollte – auch wenn man nicht voreilig urteilen sollte, muss man mit Vorsicht genießen.

Ich habe mehr Aufwand, als Mehrwert von diesen Bildern: Es ist ein unheimlich interessantes Phänomen, dass sobald sich eine bestimmte Type von Mensch eine Kamera krallt und sich selbst Fotograf nennt ein endlos großes Ego entwickelt, ohne Reflexion, verzerrter Selbsteinschätzung und vermeintlich endloser Selbstgerechtigkeit. Die denken dann, dass es eine Ehre für dich sein sollte, dass die dich „entdeckt“ haben und dich gefragt haben, ob du dich von denen fotografieren lassen willst. Die schicken dir dann eine blöde Nachricht á la „Wollen wir Bilder zusammen machen?“ ohne sich auch nur im Geringsten vorher Gedanken gemacht zu haben. Die erwarten von dir dann zig KM irgendwo hinzufahren, um irgendwelche Schwarz-Weiß-Portraits bei sich im Wohnzimmer zu machen (möglichst wenig Aufwand für die, aber der ganze Aufwand bei dir). Passend hierzu ein Post über Mehrwert. Super auch, wenn du mit jemandem noch nie vorher gesprochen hast, du auf deiner Seite kein einziges Akt-Bild hast und die Person die dann Moodboards von lauter Nackedeis schickt. Sorrynotsorry, aber wenn ich mal Aktbilder machen sollte, dann mit jemandem, dem ich vertraue, den ich schon länger kenne oder einer Person, die ein grandioses Aktportfolio hat und nicht mit irgendjemand Fremden. Der Punkt hier ist ganz individuell abhängig von der jeweiligen Person – denn wenn jemand nun 400KM von mir entfernt wohnt, aber eben eine ganz tolle Location, Vorbereitung oder Sonstiges bietet – ja natürlich bin ich dann dazu bereit 400KM auf mich zu nehmen.

Soa – ich vermute mal, dass ich eine ganze Reihe von Sympathiepunkten verloren habe, weil das manche Leute gerne mal als Arroganz verstehen – ich verstehe das allerdings als Selbstschutz und das ist etwas auf das jede Person achten sollte, wenn sie sich nicht mit Bullshit rumschlagen will!!!

Bilder by: Jonas René Lunkenheimer
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