The moment you stop giving shits

Kennt ihr diese Leute, die vor der Prüfung bzw. vor dem Prüfungsraum noch panisch das letzte bisschen Wissen in sich hineinprügeln wollen? Kennt ihr diese Leute, die nach der Prüfung aus dem Raum kommen und noch über ihre Ergebnisse diskutieren? Ich kenne solche Leute und viele davon sind meine Freunde oder liebe Kommilitonen gewesen. Aber immer wenn die Anderen angefangen haben darüber zu schwadronieren – über Prüfungen zu jubeln oder zu jammern, stand ich dazwischen und schaltete auf Durchzug.

Der Moment, in dem es dir egal ist. Der Moment, in dem du deine Unterlagen zusammenräumst und verstaust und nicht noch die letzten paar Minuten damit verbringst dich verrückt zu machen. Komischerweise verfolgte mich schon immer Tage vor der Prüfung ein ungutes Gefühl in der Magengrube. Sobald der Tag dann gekommen ist, kehrt eine ungewöhnliche Ruhe in mich – als ob ich auf einer Wolke dahinschweben würde. Ein Schulterzucken – ein “Naja, wenn du’s jetzt nicht kannst, dann  helfen 10 Minuten lernen auch nicht mehr”. Ich kann’s nicht mal erklären – mir sind die Ergebnisse nicht egal, aber in dem Moment – da ist mir alles egal. Vielleicht ist das die Erkenntnis, dass man sowieso nichts mehr ändern kann. Auch im Nachhinein – da diskutiere ich nicht gerne über die Ergebnisse. Will ich gar nicht hören, was ich alles falsch gemacht hab. Nachdem ich meine Bachelorthesis gebunden und abgegeben habe, hab ich nicht nochmal reingeschaut. Ich wollte nicht auf der zweiten Seite einen Typo entdecken und anfangen zu heulen. Mein Kommilitone hat das schon für mich gemacht. Durchgeblättert, Typo entdeckt und sich erstmal eine Kopfnuss eingefangen, weil er es ruhig hätte für sich behalten können. Zum Trost hab ich einen Burger bekommen. Will mich gar nicht drüber ärgern, dass ich die Aufgabenstellung vielleicht besser hätte lesen soll. Will mich nicht verrückt machen, weil kann ich eh nicht mehr ändern. Außerdem ist mein Kopf nach einer Prüfung leer gefegt. Wie könnt ihr noch soviel wissen? Ich hab gerade mein gesamtes Wissen auf’s Papier geschludert. Direkt nach einer Prüfung weiß ich gar nichts mehr. Weder die Aufgaben, noch was ich geschrieben  habe. Everything is blank. Erst am Abend – erst dann kommt es so langsam wieder zurück.
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Ein Jammerpost.

Ich mecker gerne. Über Einiges. Aber ich jammere selten – außer wenn ich krank bin. Worüber ich selten jammere ist Belastung. Durch das jammern geht die Belastung nicht weg. Durch Handlungen schon. Durch Anpacken und / oder nach Hilfe fragen / delegieren. Aber jetzt ist der März angebrochen und somit mein drittes Semester abgeschlossen. Gestern hab ich meine letzte Prüfungsleistung abgegeben. Nun steht nur noch die Master-Thesis an, an die ich mit Freuden rangehe.

Das erste Semester hat gut funktioniert. Im zweiten Semester bin ich es ganz schön falsch angegangen. Meine eigene Schuld. Mein Privatleben musste als Knautschzone herhalten. Keine Zeit für Freunde, keine Zeit für Freund, keine Zeit für Familie. Was meint ihr wie gereizt ich da war, als mir dann auch noch diverse Leute auf den **** gingen. Nun kann ich es nicht leiden, wenn man seinen Hirnschmalz dafür aufbraucht über seinen Stress zu jammern, als diesen Hirnschmalz und die Energie auf die Ursachenlösung anzuwenden. Wer nur jammert, aber nichts ändern will, dem will ich irgendwann auch gar nicht mehr zuhören. Deswegen bin ich das dritte Semester anders angegangen. Mit Zeitplänen. Mit Terminen für Arbeit, Uni und eigentlich am Wichtigsten: für private Zeit, in der man ohne schlechtes Gewissen auch einfach mal einen Tag lang gar nichts zu tut. Und es klappt – viel besser als vorher. In fachlicher und persönlicher Hinsicht. Als ich vor einem Monat Freitag Abend nach der Arbeit Besuch von Miu bekommen habe und wir gleichzeitig noch meine Freundin verabschiedet haben und ich Samstag früh eine Prüfung schrieb und wir danach Fotos geschossen, Danou besucht, essen gegangen, dann einen Flohmarkt besucht haben und anschließend noch einen Film geguckt haben, war ich danach richtig glücklich. Weil alles geklappt hat – sowohl der Pflichtteil, als auch der Spaßteil.

Und weil jetzt (fast) alles vorbei ist und der Stressor Vollzeitstudium neben dem Job so gut wie vom Tisch ist, kann ich es ja sagen: Die letzten 1,5 Jahre waren zum Kotzen anstrengend. Schlimmer als mein Bachelor, der – wenn ich jetzt darüber nachdenke – total entspannt war. Mein Job macht mir total viel Spaß – ich habe neue Aufgaben bekommen – auch strategische-anspruchsvolle. Aber wenn du dich freitags nach 8 Stunden Arbeit und geistiger Anstrengung in eine Vorlesung hockst und dir dann nochmal 3-5 Stunden die volle Dröhnung geben musst, um halb 12 im Bett verschwindest um am nächsten Tag wieder von 8-17 Uhr anzutanzen, dann schlaucht das. Vor allem, wenn du irgendwie auch noch leben willst und sporteln willst, um nicht irgendwann zu verrosten. Ich habe mindestens einmal die Woche darüber nachgedacht, was wohl die Konsequenz daraus wäre jetzt abzubrechen. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass es keine Konsequenzen gibt – hab ja Abschluss und Job in der Tasche – ich bin von außen zu überhaupt gar nichts gezwungen. Aber die Inhalte des Studiums finde ich  interessant – und das nicht mitzunehmen, wäre einfach zu schade. Ein bisschen ist man traurig, wenn so etwas endet – aber die Erleichterung darüber, dass diese Doppelbelastung nun ein Ende findet, überwiegt.

Nur was tun mit der ganzen neu gewonnenen Zeit? Mit der ganzen Freizeit, die man jetzt hat, wo man nur noch normal arbeiten geht und keine 20 Stunden die Woche noch extra in die Uni muss? Eine Kommilitonin will Spanisch lernen – find ich cool. Was würdet ihr tun, wenn ihr 20 Stunden pro Woche Freizeit dazu bekommt? Ich für meinen Teil, habe schon einiges an meiner neu gewonnenen Freizeit verplant. Ein kurzer Trip nach Köln, ein Shooting in Saarbrücken mit Sonja Saur Photography, eine Kooperation mit Quadratiges Photography, Alexander Möhle Photography, Julien Kinnart, Jackygrafie und Crosslights Fotografie, ein Trip nach Marburg, ein Trip nach Ibiza, ein Trip nach Mallorca und ein Trip nach Dijon stehen für die erste Jahreshälfte bisher an. Zudem kann es sein, dass ich sogar meine erste Hochzeit fotografiere. Außerdem habe ich mir vorgenommen mit mindestens einer neuen Person pro Woche Fotos zu machen – das bedeutet: viel Networking. Für die zweite Jahreshälfte haben wir Texas, Thailand und Vietnam in der engeren Auswahl. Texas aus familiären Gründen, Vietnam, weil eine Freundin heiraten wird und Thailand, weil einfach so. Was ich leider nicht geschafft habe und wahrscheinlich auch nicht mehr schaffen werde, ist meinen guten Freund S. in Brisbane und meine Freundin in Taiwan zu besuchen. Ein bisschen traurig macht mich das schon. Ich träume immer noch von einer Weltreise.

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Memories Incantate

Auf meiner To Do Liste steht, dass ich ein Fotobuch nach jedem Urlaub machen möchte. Allerdings waren die letzten paar Urlaube immer Kurztrips, bei denen nicht so viele Fotos zusammengekommen sind, als dass sie ein ganzes Fotobuch hätten füllen können. Allerdings hat 2014 viel mit sich gebracht, sodass ich einfach für das ganze Jahr ein Fotobuch von CEWE zusammengestellt habe. Die Erinnerungen aus 2014 auf 50 Seiten zusammengefasst. Alle Abenteuer, alle besonderen Momente, manchmal auch einfach die alltäglichen Momente, die alles erst so toll machen. Irgendwie bin ich noch total im “Neujahrstrott”, obwohl wir ja jetzt schon bald März haben, aber irgendwie ist das ganz gut so, weil man sich dann immer weiter motivieren kann und die Dinge meiner To Do Liste abhaken kann.

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Ein paar Seiten mag ich euch heute aus meinem Fotobuch zeigen. Ich habe mir dieses mal kein Hardcover ausgesucht, sondern eine dünnere Version. So ein Heft finde ich auch sehr schön und kompakt. Das Hardcover ist haptisch gesehen sehr schön – fühlt sich in der Hand gut an und wirkt sehr hochwertig, aber es in die Handtasche zu quetschen, um es mit zur Verwandschaft zu nehmen war mir ein bisschen zu kompliziert. Für die Erinnerungen aus 2014 wollte ich also ein etwas dünneres, leichteres Heftchen haben. Ich denke, dass ich, sobald ich genug Fotos für mein Portfolio zusammen habe ein Fotobuch / Hardcover drucken lasse. Damit man was in der Hand hat. Ist bei Portfolien nicht anders, als mit Urlaubsbildern. Es ist einfach viel geiler was in der Hand zu haben und durchblättern zu können. So eine digitale Version der Fotos kann da einfach nicht mithalten.

Und es hat natürlich einen Grund wieso ich jetzt mein Fotobuch vorstelle, denn ich habe gleich einen Gutschein für euch eingesackt, den ich jetzt verlosen möchte. Für euch gibt es einen 20€ Gutschein für Fotoparadies zu gewinnen. Ihr müsst nur eure E-Mailadresse eintragen und volljährig sein ;).
a Rafflecopter giveaway

Vielen Dank für die Zusammenarbeit an Fotoparadies.

Bildung muss kostenlos sein

Während dieser Blogpost online geht, freue ich mich, dass mein Semester in meinem Wahlstudiengang an meiner Wahluniversität vorbei ist und habe mich hoffentlich schon über diese Diskussion, die mir mittlerweile aus allen Körperöffnungen raushängt, abgeregt. Und zwar machen mich Aussagen genau dann wütend, wenn sie unreflektiert, undurchdacht und einfach nur undankbar, weil ignorant, sind. Diese Billigmentalität vieler Verbraucher geht mir auf die Nerven – alles muss billig sein: Lebensmittel billig, Medikamente billig, Klamotten billig, Arbeitskraft billig und am besten sollte man noch für die Bildung, die man bekommt, bezahlt werden. Und alles soll auf die Kosten anderer gehen und nicht auf die eigene Kappe.

Hintergrund meines Ärgernisses ist eine Diskussion in der Bloggerlounge. Jemand postet seinen Blogpost zum Thema: Finanzierung / Geldquellen während des Studiums. Bafög wird als eine Möglichkeit darin aufgeführt. Eine andere Person meint daraufhin sinngemäß, dass sie jeder Person davon abraten würde Bafög in Anspruch zu nehmen, weil der Druck dahinter es zurückzuzahlen so enorm sei. Diese Person würde dann lieber auf’s Studium verzichten, weil “Studium sollte kostenlos sein”: Bei der Aussage musste ich mich ja doch ziemlich zusammenreißen nicht den Kopf gegen die Wand zu schlagen. Ganz ehrlich – wenn jemand sich aufgrund dessen GEGEN ein Studium entscheidet, dann: OK – ist dein Bier. Aber dann anderen Leuten zu raten KEIN Bafög in Anspruch zu nehmen?

  • In JEDER anderen Lebenslage, in der man sich Geld leiht, gibt es Druck dahinter es wieder zurückzuzahlen. Hauskauf, Autokauf, Küchenfinanzierung, Fernseher, heutzutage gibt es sogar Leute, die ihre Designertaschen finanzieren (Schwachsinn des Jahrhunderts btw). Verzichtet man deswegen darauf, weil man sagt: Hab gerade keine X.000€ – deswegen habe ich keine Küche?
  • Man zahlt nicht mal Zinsen – nein, man zahlt nur einen Teil des gesamten Darlehens zurück. Das ist geschenktes Geld! Wer sonst würde dir Geld geben und nicht alles wieder zurückverlangen? (Außer man trifft einen Gönner)
  • Ich weiß nicht, wie es in anderen Bundesländern ist*, aber in Frankfurt bezahlt man für eine öffentliche Universität rd. 300€ für’s Semester, wobei darin noch ein Semesterticket enthalten ist [was rd 200€ kostet], mit dem man die Öffis nutzen kann. Das sind 16€ im Monat als Semestergebühr und 34€ für das Semesterticket.

Jemandem zu raten kein Bafög in Anspruch zu nehmen, nur weil man es danach zurückzahlen muss, ist mMn fragwürdig. Genauso die Argumentation sich gegen ein Studium zu entscheiden, sofern man es denn machen WILL, nur weil man keinen Bock drauf hat, HINTERHER einen Teil der entstandenen Kosten zurückzuzahlen, damit ANDERE, JÜNGERE auch in den Genuss dieser Unterstützung kommen, finde ich grenzwertig. Ja – Bildung sollte kostenlos sein, aber wer nicht bereit ist 16€ im Monat dafür zu bezahlen – bei dem stelle ich die Wertschätzung dessen gegenüber in Frage.

*Klar – andere Unis, andere Gebühren. Da geht’s schonmal bis 500€ im Semester hoch oder bis 400€ im Monat. Trotzdem – gleiche Argumentation. Wir leben nicht in einer perfekten Welt, in der es keine Uni-Gebühren gibt, sondern in einer unperfekten Welt, wo es leider so teure Gebühren gibt und man versuchen muss das beste daraus zu machen: Kein Grund nicht zu studieren, wenn man etwas bestimmtes machen WILL, wenn einem schon die Mittel dafür eröffnet werden.
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Die Bilder sind wieder von Summer :).
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Teilfaul

Ich habe letztens meine Facebooktimeline durchforstet – teilweise um zu schauen, ob ich alles, was ich früher gepostet habe immer noch so stehen lassen kann. Als ich 2008 angefangen habe zu bloggen, habe ich mir wenig Gedanken über Urheberrechte o.Ä. gemacht. Genauso hat es sich mit der Facebookseite verhalten, die ich 2011 eröffnet habe. Deswegen hab ich mich durch meine Timeline gewühlt und geschaut, was ich so verzapft habe. Was mir beim durchforsten der Timeline aufgefallen ist, ist dass ich unheimlich viele Fremdinhalte geteilt habe. Teilweise Dinge, die international viral geworden sind, aber auch viele Dinge, die andere Blogger gezeigt haben und die ich für gut befand. Teilweise Menschen, die ich persönlich kennengelernt habe und teilweise Menschen, denen ich in meinem Leben noch nie begegnet bin. Ich habe meine eigene (selbst nicht riesige) Reichweite genutzt, um andere zu unterstützen, weil ich gerne Menschen einen Gefallen getan habe. Ich habe dazu aufgerufen für andere zu voten und meinen Content mit blöden Voteaufrufen zu beschmutzen. Ich hatte Mini-Blogparaden organisiert und dann Menschen auf meinem Blog und auf Facebook verlinkt. Ich habe Blogs vorgestellt ohne eine Gegenleistung zu verlangen. Immer wenn ich das getan habe, kam das große Dankeschön und es wurde dahergesagt, dass man mich auch verlinken würde. Damals habe ich mir gedacht: Mach ruhig, wenn du magst, aber ich zwinge niemanden, weil ich das auch freiwillig getan habe. Diese Versprechen waren allesamt einfach inhaltslos und wurden auch nie umgesetzt.

Wenn ich jemandes Seite geteilt habe oder die vorgestellt habe, dann wurde das geliked. Aber das war’s dann auch an Wertschätzung. Nun ist das ja alles freiwillig, nicht wahr? Aber wie man als Mensch so ist: Wenn man die ganze Zeit gibt und es kommt so gar nichts zurück, dann hat man einfach irgendwann keine Lust mehr und lässt es sein – das ist vor allem in der Blogszene so gewesen. Das hat sich in meinen Inhalten ganz deutlich gezeigt – denn ich habe 2012 und 2013 unheimlich viel Fremdinhalte geteilt. 2014 habe ich das so gut wie gar nicht mehr getan. Alle fragen sich warum? Darum! Weil keine Lust, wenn nie was zurückkommt außer leere Worte.

Ich habe mir vorgenommen wieder ein wenig mehr Fremdleben zu teilen. Mehr Blogposts zu verlinken. Mehr Bilder zu teilen. Mehr Inhalte zu lesen. Ich würde mich freuen, wenn ihr eure Lieblingsblogposts (eigene oder Fremde) hier posten würdet, Empfehlungen aussprecht oder für euch selbst ein wenig Werbung macht. Und euch am besten überlegt, warum ihr einen Post teilen würdet. Und warum ihr es nicht tut, auch wenn ihr einen Post gut findet.

Den Anfang mache ich mit diesem Post, mit diesen Bildern, die Deliah zeigen an einem Nachmittag im Dezember. Wir haben uns kurz unterhalten, sind ein wenig durch die Stadt gestapft und haben ein paar Testbilder gemacht. Mein erster Lockenkopf sozusagen ;). Wenn ich das erste mal mit jemandem Fotos mache, dann sage ich immer, dass die Person sich so kleiden und schminken soll, wie sie sich am Wohlsten fühlt. Wer sich nicht wohl fühlt und dann auch noch mit Fremden etwas auf die Beine stellen will, dem sieht man das in der Regel an, wenn er nicht gerade hauptberuflich modelt. Deliah hat das ganz toll gemacht :D.
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