Wenn der Tee nicht so schmeckt wie er riecht

Wenn die Bloggerin nicht so ist, wie sie sich darstellt.
Wenn die Fotografin nicht so fotografisch versiert ist, wie du denkst.
Wenn das Model nicht so aussieht, wie auf den Bildern.
Wenn dein Vorbild nicht so perfekt ist, wie du denkst.
Wenn die Realität anders ist als deine Vorstellung.
Wenn die Bilder ganz stark vom Original abweichen.
Wenn die Inszenierung von der Realität abweicht.

Ein Blog stellt Informationen dar – und unter Ihnen gibt es den ein oder anderen Selbstdarsteller, der seine Plattform nutzt, um sich auszuleben. Manche machen ihr Ding, wie sie lustig sind und andere Leben ihr Leben so aus, wie sie es im echten Leben nicht könnten und freuen sich über Lob und Zuneigung. Überall wird nach Authentizität geschrien, aber wie kommt es dann, dass sich BloggerInnen unter Druck gesetzt fühlen? Nächste Designertasche, nächste Reise, perfekter Body, cooles Essen, coole Freunde, tolle Hobbies, geiler Job. Immer um 11 Uhr mit dem Tee und Overkneestrümpfen im weißen Bettlaken posieren.

Aber mal einen Schritt zurück in die Realität. Wenn jemand um 11 Uhr in seinem Bett chillt, wenn jemand nur perfekte Selfies auf Instagram hochlädt, wenn jemand immer nur Cluburlaub All-Inklusive macht, wenn jemand nur mit Leuten rumhängt, die auch Instagram haben – dann ist das alles ein Teil einer Inszenierung, die viele einfach mitmachen und nicht mehr hinterfragen. Was wenn es eine andere Seite gibt – was wenn jemand um 11 noch im Bett chillt oder frühstückt, weil sonst niemand anderes Zeit für ihn hat – weil alle anderen einfach arbeiten sind? Was wenn jemand nur die perfekten Selfies hochlädt, weil er sich für den Pickel auf der Nase schämt? Was wenn jemand zu viel Angst vor Abenteuern hat und deswegen im bekannten Cluburlaub verweilt? Was wenn jemand socially awkward ist und deswegen leichter Freunde über das Internet findet?

Fakt ist, dass jedes Bild, dass man online zeigt, gezeigt werden möchte. Niemand postet seine schlechten Momente, niemand postet Dinge, die einen selbst nur traurig machen, weil jeder das Bedürfnis hat sich gut zu fühlen. Weil es sich gut anfühlt ein hübsches Foto mit Tulpen zu machen – besser als die verranzte Milch zu zeigen. Und trotzdem – obwohl wir ganz genau wissen, dass nicht alles echt ist, was echt erscheint. Und obwohl wir wissen, dass die Models retuschiert werden (und sicherlich der ein oder andere Blogger auch), trotzdem schauen wir immer wieder auf die anderen – die, die schon wieder um Urlaub sind. Die, die so schlank aussehen. Die, die so viel erleben und so wenig dafür tun müssen. Die, die viel schneller mit ihrem Studium durch sind und den tollsten Job ever an Land gezogen haben. Und dabei vergessen wir, dass wir selbst lieber das neue tolle Urlaubsfoto herzeigen, als den Staubsauger, der gerade explodiert ist. Und wir fragen uns wieso es bei allen läuft – nur nicht bei uns. Realität.

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Und passend hierzu wollte ich euch ein Foto zeigen, dass ich gemacht und bearbeitet habe :) Einmal mit Bearbeitung und einmal ohne. Viele Fotografen sind ja der Ansicht, dass man nicht zu viel bearbeiten sollte und wenn dann sollte es nicht so aussehen, als ob bearbeitet wurde. Die meisten Leute finden ein natürliches Foto, ein natürliches Portrait auch viel besser, als eine zugeknalltes Bild. Aber das ist gar nicht schlimm – das was in meinem Kopf ist, muss nicht jedem gefallen. Ein paar Leute (darunter mein Freund) finden, dass die Schmetterlinge in diesem Bild einfach too much sind. Jetzt – einige Wochen nach der ersten Euphorie – sehe ich das auch so. Aber das macht nichts. Different people, different ideas.
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Ich habe Miriam meine RAW-Datei zukommen lassen und habe gespannt darauf gewartet, was sie daraus macht. Ich persönlich stehe auf Fantasy und düster, habe wert darauf gelegt, dass man die Wurzeln des Baumstammes sehen kann. Miriam hingegen bevorzugt helle, warme Farben und das Hochkantformat :]
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Wortlos Trostlos

Gerade noch schreibe ich darüber, was für Tipps ich habe, wenn es mit dem Bloggen nicht so wuppt und zack stecke ich in einem Loch drin und weiß selbst nicht, was ich so schreiben soll. Ich habe sehr viele Bilder in meiner Timeline und wenn ich viele mein, dann meine ich locker genug für 30 Blogposts, aber mir fehlt gerade der Drive dazu etwas zu schreiben.

Würdet ihr es schade finden, wenn ich nur Fotos mit ein paar kurzen Infos dazu poste? Ich finde es schade, dass die Fotos auf meinem Rechner vergammeln oder in mieser-fieser Qualität auf Facebook hochgeladen werden. Ich würde sie gerne posten, habe aber das Gefühl, dass ich den Bildern nicht gerecht werden, wenn ich nichts dazu schreibe. Aber ich habe auch keine Lust immer nur das gleiche zu schreiben – aber es kommt halt nicht immer was Neues. Meine Gehirnzellen lassen mit dem Alter auch langsam nach ;]. Nein – Spaß. Ich habe mich ja selbst hier reingeritten, indem ich gesagt habe, ich will wenig Produktbezogenes und wenig Tagebuchähnliches schreiben. Ich will schöne Texte formulieren und Geschichten erzählen, aber die kommen nicht von allein.

Außerdem wollte ich noch wissen, wie ihr es überhaupt findet, wenn ich hier andere Menschen zeige? Nicht mich? Verwässert dieser Blog auf den ersten Blick, weil man nicht weiß, wer dahintersteht? Aber eigentlich soll der Blog hier ja eben zeigen, wie meine Entwicklung über die Zeit Richtung Peoplefotografie fortschreitet. Ist es komisch, wenn hier andauernd andere Gesichter gezeigt werden? Letztens hat mir ein ehemaliger Kommilitone ein Kompliment zu einem Foto gemacht – wie toll ich da aussehen würde. Nur, dass ich gar nicht auf dem Bild war, sondern jemand anderes, den ich fotografiert habe. Wir kennen uns wohlgemerkt seit über 5 Jahren.

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Auf den Bildern findet ihr Mimi.

Conscious

All die Träume, all die Ziele, die man in seinem Leben hat. All das, was dir vor Augen schwebt, was du erreichen willst. Ist es nah oder kannst du es noch nicht greifen? Was ist das für ein Traum, was ist das für ein Leben, wenn die Träume, die du hast immer wieder aufgeschoben werden, weil das Leben, weil die Pflichten dazwischen gekommen sind. Wenn ein entfernter Bekannter dich fragt, wie es läuft und du kannst nur antworten, dass es läuft, weil du selbst nicht weißt, ob du eigentlich vorangekommen bist. Weil du so damit beschäftigt bist für deine Klausur zu lernen, für ein Fach, dass du eigentlich blöde findest. Weil du irgendwas arbeiten gehst, weil die Miete ja gezahlt werden muss. Weil die Wäsche sich immer höher häuft.

Unsere Ziele sind so hoch gesteckt. Unsere Träume erscheinen so weit weg, so weit, dass wir vergessen, was wir dafür tun. Weil die Ergebnisse nicht greifbar sind. Weil die einzelnen Schritte uns vielleicht ans Ziel führen, wir es aber nicht mitbekommen. Auf dem Weg zum Ziel sind wir so damit beschäftigt die Steine aus dem Weg zu räumen, die richtige Richtung zu finden, Ballast zurückzulassen, dass wir vergessen, dass jeder einzelne Schritt ein Erfolg ist. Dass ein Schritt nennenswert ist. Dass das Abhaken eines ToDos einen weiterbringt. Wer bewusst lebt, der lebt.

Life is what happens while you are busy making other plans –  John Lennon
Anstoß ist Mimis Blogpost – bei ihr könnt ihr euch ein paar Tipps abholen, wie ihr eine bewusstere Lebensweise umsetzen könnt.
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Rewardstyle Partnerprogramm:

Wortlos – 5 Tipps, um Inspiration für Blogposts zu finden

Es gibt Blogposts, die sprudeln aus mir heraus. Und dann gibt es Momente, in denen ich absolut keine Ahnung habe, was ich schreiben soll. Obwohl ich gerade Zeit habe und auch total Lust habe irgendetwas zu schreiben. Manchmal habe ich sogar gerade schöne Fotos machen, aber poste sie nicht, weil ich gerne etwas dazu schreiben würde, aber nicht weiß, was genau. Und ich denke, dass es vielen so geht, dass sie manchmal einen richtigen Schreibfluss haben und manchmal auch einfach nur Flaute ist. Daher wollte ich ein paar Dinge aufschreiben, die mich dazu bringen einen Blogpost zu tippen. Vielleicht hilft euch das eine oder andere dabei.

1. Actio – Reactio

Ich hatte schon in einem anderen Blogpost erwähnt, dass ich versuchen möchte, öfter Dinge zu verlinken, die ich gut finde. Dazu ist es eben notwendig auch mal durch andere Blogs zu stöbern. Dafür hat nicht jeder – immer die Zeit, aber jeder wird ja wohl seine Stamm-Blogs haben und ab und zu mal durchschauen. Wieso dann nicht – neben dem Lesevergnügen – auch seinen kreativen Nutzen daraus ziehen und zum Beispiel auf einen Blogpost reagieren? Wenn irgendwo, irgendein Thema angesprochen wird, was du gut findest. Wieso nicht diesen Gedankengang nehmen und weiterspinnen? Dann hat man drei Fliegen mit einer Klatsche erwischt, man hat eine Idee für einen Blogpost, man hat jemand anderen ünterstützt/verlinkt, man hat seine Reichweite genutzt, um dem eigenen Leser einen fremden – für gut befundenen Blogpost – näherzubringen.

2. Blogparaden

Ihr seid nicht allein und es geht vielen so, dass sie Kontakt suchen – kennenlernen wollen und auch ab und zu ideenlos sind. In einer Gruppe sprudeln viel mehr Ideen – es werden mehr Gedankengänge mobilisiert – und das ganz bewusst. Kennt ihr Blogger? Dann tut euch mit ihnen zusammen und denkt euch was aus. Kennt ihr keine? Was hält euch davon ab irgendwen anzuschreiben? Facebook, E-Mail, Instagram, Twitter? Traut ihr euch nicht bei einzelnen Personen? Dann startet einen Aufruf in einer Facebookgruppe und organisiert eure eigene Blogparade – es werden sich garantiert Leute melden, wenn du die Iniitiative ergreifst – weil Menschen prinzipiell organisationsfaul sind und sich freuen, wenn jemand die Zügel in die Hand nimmt.

3. Ideen sofort aufschreiben

Eigentlich ganz simpel oder? Aber wie oft, habt ihr unterwegs irgendwas cool gefunden – oder einen Gedankengang gehabt, den ihr sofort vergessen habt. Wie oft habt ihr irgendwas tolles geträumt und zehn Minuten nach dem aufwachen vergessen? Ich wollte auf diesem Blog eigentlich ein Traumtagebuch schreiben, aber es vergeht so viel Zeit zwischen Aufwachen und Bloggen, dass ich schon längst vergessen habe, was ich geträumt habe. Aufschreiben hilft. Muss ja kein Textentwurf sein – es reicht ein Satz, ein paar Bullet Points. Ein Notizbuch neben dem Bett oder das bewusste Nutzen deiner Notizzettelapp auf dem Handy helfen. Blogger hängen doch eh oft an ihren Smartphones. Macht Screenshots von Dingen, die euch inspirieren, wenn ihr surft. Nutzt Pinterest.

4. Entwurfsmodus

Angeknüpft an den letzten Punkt: Ich habe immer an die 30 Blogposts im Entwurfsmodus. Das klingt im ersten Moment viel – ist es aber nicht. Oft steht gar nichts in dem eigentlich Post drin, sondern ich habe irgendwo nur ein schönes Zitat aufgeschnappt oder einen Gedankenblitz gehabt. Den schreibe ich in den Titel und speichere ihn ab – bei Gelegenheit kann man den Post dann mit Leben füllen oder ihn einfach wieder verwerfen. So kann es dazu kommen, dass ein Beitrag ein paar Monate vor sich hingammelt, bis er irgendwann mit Inhalt befüllt wird. Aber so wird die immer vor Augen gehalten: Da war was! Da passt das jetzt rein. Das möchte ich jetzt fortführen.

5. Ärger in Worte umwandeln

Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber wenn mir irgendwas auf den Senkel geht, dann tippen sich die Worte von selbst. Wenn ich meinen Freunden meinen Ärger mitteile, erschlage ich sie auch erstmal mit der Story. Wieso also nicht das gleiche zu Papier bringen? Es gibt immer irgendwas, was dich annervt. Es ist kein Geheimnis, dass ich ein negativer Mensch bin und mir viele Dinge auf den Zeiger gehen, aber manche Dinge können auch einfach unterhaltsam und lustig formuliert werden. Der Mensch, der seinen Rucksack bei voller S-Bahn auf dem freien Sitz parkt. Der Mensch, der mit seinem Fahrrad 5 Sitzplätze blockiert und dir den Lenker in den Rücken rammt. Die S-Bahn, die schon wieder zu spät ist. MotzMotzMotz. Unterhaltsam, weil sich jeder reinfühlen kann – weil das schon alle mal erlebt haben und weil es irgendwie doch leichte Kost ist. Und weil man sich selbst so den Ärger von der Seele redet.

Habt ihr noch weitere Ideen? Wie findet ihr Inspiration für eure Blogposts? :)
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Zum Foto: Frontalansicht mit einem Ringlicht im Studio :).

Reziprozität

In der Soziologie bedeutet der Begriff Reziprozität Gegenseitigkeit und stellt ein Grundprinzip menschlichen Handelns dar. – Wikipedia

Reziprozität ist ein Begriff, der das Geben und Nehmen beschreibt. Wenn jemand anderes etwas freiwillig für mich tut, dann fühle ich mich (sofern ich kein blödes, egoistisches Arschloch bin) in irgendeiner Art und Weise zum Dank verpflichtet und auch dazu irgendwann etwas “zurückzugeben”. So hat Sheldon Cooper in Big Bang Theory seine Problemchen mit Weihnachtsgeschenken, weil er nicht weiß, welchen Wert er bekommt und somit “zurückgeben” muss, müssen wir uns (online in der Blogwelt) nicht so konkret mit Geldwerten rumschlagen, wenn wir uns mit anderen Bloggern umgeben.

Reziprozität funktioniert nur dann, wenn man keine direkte Gegenforderung stellt. Ein amüsantes Beispiel hat mein Prof aufgeführt – amüsant, weil ich selbst darauf reinfiel. In Frankfurt gibt es einen Italiener in der Kleinmarkthalle, der Wurstwaren verkauft. Wenn du an ihm vorbeiläufst, dann bietet er dir Wurst zum probieren an und drückt dir dann direkt eine Packung zum Kauf in die Hand. Du bezahlst beim ersten mal vielleicht, weil du so überrumpelt bist – aber beim nächsten mal machst du einen großen Bogen um seinen Stand. Aber: Würde er dich probieren lassen ohne dir einen Kauf aufzuzwingen und die Wurst schmeckt dir – könntest du ja ein Stammkunde werden?

Was hat das also mit dem Bloggen zu tun?

Beim Kommentieren: Wenn jemand bei mir kommentiert und die Adresse seines Blogs in dem dafür vorgesehenen Feld einträgt, dann schaue ich mir grundsätzlich seinen Blog an und kommentiere manchmal auch. Wenn jemand unter seinen “Schöner Post & Fotos”-Kommentar ein “Nimm doch an dem Gewinnspiel auf meinem Blog teil” hinklatscht – dann: Jetzt erst recht nicht.

Beim Verlinken: Wenn mich jemand einfach so in seinem Blog verlinkt, dann merke ich mir das. Vielleicht – wenn ich einen passenden Post irgendwann schreibe, dann verlinke ich die Person auch mal. Beim Bloggen passiert dies meiner Ansicht nach viel zu selten, aber wahrscheinlich auch nicht wirklich aus böser Absicht, sondern einfach: Man vergisst es. Auch ich gelobe Besserung! Hier ein negativ Beispiel: Ein Blogger wollte mich mal interviewen – ich dachte: Naja wieso nicht – und wenn das Interview online ist, dann teilst du es halt auf Facebook oder Twitter. Als das Interview abgeschlossen war, kam die Forderung, dass ich seinen Blog nun auch vorstellen soll. Ich fand das nicht in Ordnung, dass das nicht vorher abgeklärt wurde und habe ihm abgesagt, da ich nur Blogs vorstellen möchte, die auch “ins Bild” passen. Seiner hat nicht hierher gepasst. Mein Interview kam nie online und er schimpfte mich unkollegial. Aber: Er ist nicht mein Kollege – er wollte was von mir, nicht ich von ihm. Wieso muss ich darauf eingehen? Hätte er nicht so frech eine Gegenleistung gefordert, so hätte ich seinen Blog auch von selbst geteilt.

Fallen euch noch weitere Beispiele ein?
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