10 Tipps dafür was man in Vietnam beachten muss

1.) Handeln

Wenn ihr in Vietnam als Tourist unterwegs seid, wird das auch sofort bemerkt. Bei Europäern ist es offensichtlich, denn schließlich kann man das auf den ersten Blick sehen. Aber selbst ein großer Teil von Vietnamesen werden als Touristen erkannt. Das liegt am eigenen Verhalten, das liegt am Kleidungsstil (keine Einheimische wird in Shorts unterwegs sein, schließlich will keiner freiwillig braun werden), es kann an deinem Akzent liegen, wenn du VN sprichst. Bei mir ist es so, dass mich in Vietnam niemand als Vietnamesin erkennt, weil mein Hautton einfach so dermaßen käsig ist, dass die sofort sehen, dass ich nicht in Vietnam lebe. Das führt dazu, dass auf Märkten automatisch ein höherer Preis eingesetzt wird. Wenn du nicht handelst, dann wirst du angeschmiert. Außerdem gehört das Handeln einfach dazu und man sollte sich den Spaß nicht entgehen zu lassen mit Händen und Füßen wild gestikulierend um ein paar Cent zu feilschen.

2.) Nimm die richtigen Taxen!

Laut dem Global Peace Index ist (den könnt ihr euch hier angucken – Seite 11; je größer der Score, desto unsicherer das Land) Vietnam ein verhältnismäßig sicheres Reiseland. Trotzdessen müsst ihr hier und da darauf achten nicht verarscht zu werden. Ein Punkt wäre hier die sogenannte Taximafia – getürkte Taxameter können euch die Taxikosten in die Höhe treiben. Achtet also unbedingt darauf nur in Taxen von Vinasun (weiße Taxen) und Mai Linh (grüne Taxen) einzusteigen! Als Faustregel: In der Stadt darf keine Taxifahrt mehr als 10€ kosten!

3.) Wechsel dein Geld bei Juwelieren!

Na klar kann man sich auch Geld am Automaten ziehen! Aber das kostet einen im Endeffekt mehr – entweder hat man keine Kreditkarte mit kostenloser Abhebefunktion oder wenn man die doch hat, dann bekommt man bei der Bank einen schlechteren Wechselkurs. Wer also wenig ängstlich ist, kann in eine der hiesigen Juweliere gehen und dort sein Geld wechseln. EUR und USD werden ohne Probleme angenommen und ihr könnt euch alles vorrechnen und nachzählen lassen. Den euch angebotenen Wechselkurs könnt ihr natürlich auch online gleich mit dem der Bank vergleichen. Wer alten Goldschmuck hat kann diesen auch dort verkaufen – ich kenne ein paar Freunde der Familie, die das so machen, weil sie z.B. Erbstücke verkaufen wollen. Soweit ich weiß ist der Goldpreise in VN derzeit auch besser als das, was man hier in Deutschland dafür bekommt. Als ich 2012 in Vietnam war, war der Wechselkurs rd. 28.000 Dông ~ 1 EUR und beim Juwelier bekam ich aber den Kurs 29.000 Dông ~ 1 EUR. Auf 100€ gerechnet sind das zwar nur 3,57€ Gewinn, aber Kleinvieh macht auch Mist, oder?

4.) Geh auf’s Klo vor einer langen Autofahrt!

Das klingt vielleicht blöd, aber 100KM bedeuten in Vietnam nicht 1 Stunde Autofahrt. Die 100KM, die auf Deutschlands Autobahnen schnell hinter dir liegen, können in Vietnam an die 3 Stunden dauern. Selbst auf recht neuen Straßen wie in Da Nang sind wir maximal 60KM/h gefahren. Außerdem versucht man ja besonders viel Wasser zu trinken, wenn man in so einem heißen Land ist – damit man bloß keine Kreislaufprobleme bekommt. Ich habe allerdings vergessen, dass Taxen oder Ferienbus meist klimatisiert sind. Es ist dann so kalt im Auto, dass man eher friert anstatt das getrunkene „verschwitzt“ und dann muss man erst recht mal auf den Pott 😉

5.) Sei wachsam! Vorsicht Diebstahl!

So cool das ganze Verkehrschaos, die Zweiräder und Rikschas sind – so abgelenkter bist du. Es kann schnell passieren, dass ein Mopedfahrer an dir vorbeidüst und dir dein Armband, deine Kamera oder dein Handy aus der Hand reisst. Wozu muss man aber auch bei fast 40 Grad teuren Edelmetallschmuck tragen? Lass den daheim und binde dir ein paar bunte Bänder um oder trage ein bisschen Fakeklimbimm. Wer seine teure Kamera unbedingt umhängen haben muss tut sich gut darin ein stabiles Band zu haben und die Kamera auch die ganze Zeit festzuhalten. Rücksäcke auf dem Rücken würde ich erst gar nicht tragen – da schwitzt man eh viel zu viel – stattdessen lieber alles in die Hosentaschen und Wertsachen wie den Reisepass im Hoteltresor lassen.

Auf Inlandsflügen wird dein Gepäck eventuell durchwühlt. Kann sein, dass deine geliebte Kamera bei Ankunft einfach weg ist, weil sich irgendeine Nase Geld dazuverdienen will. Und dann? Dann hast du gelitten. Teure Sachen sollten in dein Handgepäck kommen!

6.) Erreichbar sein in Vietnam!

Man kann sich vor Ort in einem Handyladen  ganz einfach eine Prepaidkarte kaufen und diese dann für’s Telefonieren oder für das Internet verwenden. Das ist für unterwegs deutlich günstiger, als den Roamingtarif des eigenen Mobilanbieters zu nutzen! So eine Karte kostet zwischen 2-10€ und ist bereits aufgeladen. Dabei kann man Karten von Vina oder Viettel nutzen. Ich habe in Saigon bei der alten Post eine Karte für 2€ gekauft.

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7.) Vietnamesen verbeugen sich nicht.

Man kennt es aus den Medien von Japanern. Verbeugungen. In Vietnam verbeugt man sich nicht (mehr?) so wie es in Japan der Fall ist, aber diese halbe Bewegung ist in jedem noch drin – selbst bei mir, obwohl ich hier in Deutschland aufwuchs. Wenn man sich bedankt oder verabschiedet – es ist mehr als einfach nur ein Nicken bei dem man nur das Kinn ganz kurz nach unten bewegt, es ist weniger als eine ganze Verbeugung. Es ist quasi ein Mix aus beidem – man nickt, aber man bewegt dabei gleichzeitig auch seinen Oberkörper und seine Schulter in eine -in sich zusammenziehende- Verbeugungsbewegung ohne sich dabei ganz zu verbeugen. Das klingt so komisch oder? Ich kann das kaum beschreiben.

8.) Kleidungsstil in Vietnam

Man kann in Vietnam schon ohne Probleme in Shorts und in schulterfreien Oberteilen unterwegs sein. Die meisten Einwohner in den großen Städten sind es gewohnt – die meisten kleiden sich zwar nicht so, aber vermutlich, weil sie nicht braun werden wollen, aber man kennt den Anblick. Da ich bis dato nicht in kleineren Dörfern war, kann ich das nicht einschätzen, aber ich denke, dass es dort eher konservativer zugeht. Was wichtig ist: Wenn ihr Tempel oder andere religiöse Einrichtungen besucht, dann solltet ihr euch halbwegs bedeckt halten – Schultern bedecken oder ein Strickjäckchen um die Hüfte binden – allein schon aus Respekt vor so einer Stätte. Bei religiösen Einrichtung ist es außerdem oft so, dass man seine Schuhe ausziehen muss. Meist in den Räumen, in denen gebetet wird. Achtet darauf!

9.) Gib Kindern kein Geld

Das ist ein Punkt über den man wahrscheinlich streiten kann, aber ich bin absolut der Überzeugung, dass man den bettelnden Kindern in Vietnam (und auch überall anders) kein Geld geben soll und darf. Die Leute, die das tun machen das vermutlich aus einem Akt der Empathie heraus und denken, dass sie dem Kind oder der Familie helfen. Aber sorry – das macht man nur, um sich selbst besser zu fühlen – weil man geholfen hat. Aber das ist einfach viel zu kurzfristig gedacht – was helfen 2-3€ denn langfristig? In Vietnam gibt es Schulen und es wird von reichen Ländern wie Deutschland viel Arbeit getan und investiert, um ein Bildungssystem aufzubauen. Es wird Geld gesammelt und es werden Schulen aufgebaut, damit Kinder lesen und schreiben lernen und irgendwann eine Chance bekommen aus der Bettlerei herauszukommen. Aber diese Kinder werden dann zum Betteln geschickt, anstatt zur Schule, weil Kinder eben mehr Mitleid erzeugen und so kurzfristig mehr Geld zusammenkommt. Kann man den Eltern einen Vorwurf machen – schließlich wollen sie nur dafür sorgen, dass Essen auf den Tisch kommt? Und da bin ich persönlich der Ansicht, dass man, wenn man denn helfen möchte, das durchaus tun kann. Aber eben nicht dadurch, in dem man dem bettelnden Kind an der Straßenecke 2-3€ in die Hand drückt. Stifte, Schreibblöcke, Bilderbücher oder die Übernahme einer Patenschaft sind viel sinnvoller. Und ganz ehrlich – wer in Deutschland eine kostenlose Schulbildung genießt, sich Fernreisen gönnt und helfen will, der kann sich auch einen kleinen zweistelligen Betrag im Monat aus den Rippen leiern oder sich den mit jemand anderem teilen, der auch helfen will.

10.) Eat Well – die vietnamesische Küche ist vielfältig.

Macht nicht den Fehler in Vietnam eine Pizza essen zu gehen. Bei sowas kriege ich wortwörtlich die Krätze :D. Ihr solltet zwar durchaus vorsichtig sein und vielleicht nicht gleich am ersten Tag Gerichte mit rohen Zutaten essen (z.B. Salate, Goi Cuon) oder Eiswürfel im Getränk haben, aber es gibt zahlreiche Gerichte, die ihr probieren könnt. Hier und hier könnt ihr euch ganz viel Essen angucken :). Ich habe im Übrigen direkt am ersten Tag Salat und Eiswürfel gehabt und hab keine Probleme gehabt…. aber ich hab auch einen Saumagen. Wenn ihr empfindlicher seid, solltet ihr das eventuell vermeiden.

Ansonsten – es gibt SO VIEL OBST – Bananen, Mangos, Orangen… die gibt es in allen Variationen, Sorten, die man in Deutschland nicht verkauft und wenn dann sind sie richtig, richtig teuer! Ich hab mal für eine Minibanane wie die hier 1€ pro Stück bezahlt. Junge Kokosnüsse trinke ich in Vietnam jeden Tag für etwa 25Cent das Stück. Jeden Morgen kommt eine Maracuja mit in den frischen Orangensaft. Random Fact: In VN gibt es grüne Orangen. Cherimoyas, Durian, Jackfruit, Guaven, Litschi, Mangostane, Rambutan, Drachenfrucht… I can’t even – mir läuft schon wieder das Wasser im Mund zusammen.


Ich habe in letzter Zeit so viel Spaß am Bloggen – so viel Spaß habe ich schon lange nicht mehr daran gehabt! Es ist als ob die Worte einfach so aus den Fingern heraussprudeln und man gar nicht großartig darüber nachdenken muss, was man so schreibt.

Ich hoffe, dass euch die Beiträge gefallen.
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Dieser Beitrag ist auch verfügbar auf: Englisch

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