Japan Traveldiary Part One

Wow – es ist kaum zu glauben, dass ich in Japan bin. Ein weiteres Traumland. Früher – da war Japan so unerreichbar. Es ist wirklich ein so komisches Gefühl, wenn man in ein Land kommt über das man in der Theorie schon so viel gelesen hat. Sich zu manchen Zeiten sogar mehr mit dessen Kultur und Geschichte beschäftigt hat, als mit der eigenen Herkunft. Irgendwie nicht real und irgendwie unbeschreiblich beeindruckend.

Tag 1 (29.06.): Ich komme um 5:15 Uhr in Tokyo Haneda an. Zu diesem Zeitpunkt habe ich 14:15 Stunden Flug und Transfer hinter mir. Ich bin bei meiner dämlichen Planung auf die grandiose Idee gekommen, dass ich ja gleich zu Anfang ganz in den Westen könnte, um mich dann Stück für Stück nach Tokyo voranzuarbeiten, so ist der anstrengenste Teil direkt zu Anfang geschafft. Die erste Station sollte also Fukuoka sein.

Am Flughafen musste ich nachdem ich mein Gepäck geholt habe und durch die Passkontrolle durch bin noch mein Pocket Wifi, sowie meinen Japan Railpass abholen gehen. Das Pocket Wifi war schnell eingesammelt. Der Japan Railpass ließ auf sich warten, denn ich habe übersehen, dass das Ticket Büro bei dem man seinen „Voucher“ gegen den eigentlich Railpass eintauschen kann erst gegen 8:30 Uhr öffnet. Also saß ich rum – ich hatte Hunger und Durst. Ich wollte aber nicht mit meinem riesigen Rucksack in ein Restaurant und ich wollte außerdem dass meine erste Mahlzeit in Japan eine Tonkotsu Ramen Nudelsuppe in Fukuoka wird. Eigentlich sinnlos – es würde mich ja niemand dabei „erwischen“ – außer mir selbst. Also saß ich da – alleine, müde, hungrig und durstig – ich bin in meinem ersten Tief angelangt. Zum Glück waren sowohl Freunde, Family als auch mein Verlobter noch wach, also konnten die mich wieder „hochholen“. Als das Ticket Office öffnete hat mir die freundliche Dame zwei Reservierungen für meine Zugverbindungen ausgedruckt und mir erklärt, wie ich zuerst in die Tokyoter Innenstadt komme, um von dort aus in den Shinkansen nach Shin-Kobe zu fahren und da in eine andere Bahn nach Fukuoka umzusteigen.

Ich muss sagen – ich glaube ich war noch nie so gestresst, wie am Tokyoter Bahnhof. Zwischen Müdigkeit, Hitze und einem schweren Rucksack auf dem Rücken. Zwischen Japanern, die zackizacki wissen, wohin sie müssen und Zeitdruck, denn japanische Bahnen verspäten sich ja nicht! Zudem sprechen die Japaner entweder nicht gut oder nicht gerne englisch, was es mir nicht leichter machte – trotz aller Freundlichkeit. Die Schilder sind auf japanisch – zwar mit englischer Übersetzung, aber häufig recht kleingedruckt, sodass ich schon stehen bleiben musste, um erst mal zu suchen wohin ich muss. Das ist aber bei der Menschenmasse wirklich ein ziemlicher Stressauslöser für mich gewesen!

Nichtsdestotrotz habe ich alle geplanten Zugverbindungen rechtzeitig erreicht und bin etwa 14:45 in Fukuoka angekommen. Mein Hotel ist etwa 2 Kilometer vom Bahnhof entfernt gewesen – ich dachte mir, dass 2 Kilometer ja ein Klacks sind, denn schließlich bin ich eine Woche vorher noch fast jeden Tag in Neuseeland Wandern gewesen – und das mehrere Kilometer lang! Nun – 10 Kilometer bei 15 Grad ohne Gepäck auf dem Rücken und 2 Kilometer bei 31 Grad (+ hohe Luftfeuchtigkeit) mit Gepäck auf dem Rücken. Was glaubt ihr ist anstrengender?

Als ich bei meiner Unterkunft angekommen bin (gegen 15:30) – niemand da. Denn es handelt es sich um ein ganz kleines Gasthaus. Der Besitzer lebt auch hier und hat von 14:00-16:00 Uhr Pause. CheckIn ab 16 Uhr – stand auch online, ich bin selbst Schuld, aber well. Shit happens. Ich habe mich einfach davor gesetzt – denn jetzt war ich wirklich am Ende meiner Kräfte. Zu diesem Zeitpunkt bin ich in einem ziemlich nervigem Tief angekommen. Ich glaube ich war wirklich nicht mehr weit davon entfernt zu heulen, aber dennoch kam irgendwie nichts, denn an sich hat ja alles geklappt – die halbe Stunde rumsitzen ist jetzt auch kein Problem mehr!

Eingecheckt! Danach habe ich mich umgezogen – ich habe leider keine Zeit mehr gehabt mich zu duschen, denn ich war mit einem Mädchen von Couchhsurfing verabredet und bin vorher noch schnell was bei 7/11 einkaufen gegangen. Ich bin unglaublich hungrig und wir wollen gemeinsam Essen gehen – Tonkotsu Ramen. Jede Region soll ja ihr eigenes Ramen zubereiten – in Fukuoka ist es diese Art. Ich habe vorher auf Youtube das Restaurant Shin-Shin gefunden und wollte dort unbedingt hin – es war wirklich die beste Entscheidung! Ich war so dermaßen glücklich über diese Schüssel – leckere Ramennudeln und eine unglaublich reichhaltige, würzige, leckere, geschmackvolle Suppe. Wenn ich jetzt darüber schreibe, bekomme ich schon wieder Lust darauf!

Danach sind Emilia und ich noch etwas herumspaziert und haben den Sumiyoshi Schrein besucht. Danach haben wir uns langsam auf den Weg zurück gemacht, denn es setzte recht starker Regen ein. Als sich unsere Wege getrennt haben, ist der Regen kurzzeitig abgeklungen, aber viel zu früh gefreut! Denn ich hatte noch 1,5 Kilometer vor mir als es wieder ohne Ende schüttet. Ich habe keinen Regenschirm, mein Rucksack ist auch nur spritzwassergeschützt, nicht wasserdicht und innendrin ist eine Kamera, die ich trocken halten will. Achso und mein Akku von sowohl Handy, als auch Pocket Wifi sind beide so gut wie leer. Ich bin also gelaufen und habe gleichzeitig versucht mir die Karte einzuprägen während es regnet, denn so ganz ortskundig bin ich dann doch nicht.

Heile im Gasthaus angekommen. 

Long Story short – offensichtlich habe ich es nach Hause geschafft und bin gleich unter die Dusche gesprungen. An diesem Abend habe ich noch zwei Mädels kennengelernt, aus Korea und aus Taiwan, allerdings konnte ich nach einem Stündchen quatschen einfach nicht mehr. Nach etwa 40 Stunden brauchte ich endlich mal Schlaf!

Tag 2 (30.06.): Als ich am nächsten Tag aufgewacht bin, war meine Lust etwas zu unternehmen wirklich non-existent, denn die Erkältung, die sich einen Tag vor Abflug angebahnt hat, ist schlimmer geworden, sodass ich die ganze Nacht lang gehustet habe und daher ständig wieder aufgewacht bin. Ich habe also beschlossen ganz in den ersten Gang runterzuschalten und nur zum späten Mittagessen rauszugehen. Dafür habe ich mir das Restaurant Toriden ausgesucht. Dort gibt es „Mizutaki“ – eine Art Hotpot, für das die Region um Fukuoka bekannt ist. Es war wirklich so richtig, richtig toll! Wenn es so ein Lokal in Deutschland geben qürde, würde ich meine Freunde ständig belästigen und drängen hierher zu kommen! Über das Restaurant werde ich euch einen separaten Blogpost schreiben!

Tag 3 (01.07.): Meine Erkältung ist nicht besser – ich glaube eher, dass ich auch noch Fieber habe, aber es hilft nichts, ich muss raus und weiter zu meiner Unterkunft in Osaka! Auf dem Weg zum Bahnhof bin ich am Kushida Schrein vorbeigekommen und da der Rückweg wieder so schrecklich anstrengend war, habe ich eine Pause im Park des Schreins eingelegt. So hatte ich wenigstens die Gelegenheit noch kulturell etwas mitzunehmen. 🙂 Die Fahrt nach Osaka ist rund zwei Stunden lang und stressfrei. Ich freue mich schon total auf Osaka und all die Leckereien, die ich dort probieren kann! Hab ich mal erwähnt, dass ich eine Foodliste habe, die ich abarbeiten will? Osaka wird ja auch als die Küche Japans bezeichnet, welche Freude!

Ich komme gegen 14:30 an – da ich erst um 16 Uhr einchecken kann, habe ich meinen Rucksack in der Unterkunft gelassen und bin losgezogen um noch 1,5 Stunden bis zum CheckIn zu überbrücken, die ich damit verbringen werde Essensstände abzuklappern. Okonomiyaki und Takoyaki sind Pflicht, den Rest wollte ich spontan machen. Als erstes bin ich zu Riruko Ojisan gegangen, einem Bäcker, den ich online gesehen hatte und der den besten japanischen Cheesecake verkaufen soll. Dazu wird ein separater Post kommen, aber ja – ich war verliebt! Danach bin ich noch im Dotonboriviertel herumgeschlendert und habe mir eine Portion Takoyaki gekauft. Leider sind die Portionen so groß, dass ich danach auch schon ziemlich satt war und beschloss mich auf den Rückweg zu machen. Ehrlich gesagt, war ich dann am Abend auch nicht mehr motiviert rauszugehen, sodass ich einfach früh schlafen gegangen bin, um dafür den morgigen Tag noch auszunutzen!

Tag 4 (02.07.): Da ich dann erfuhr, dass die meisten Geschäfte und Stände erst um 11 aufmachen, konnte ich sogar noch ausschlafen und bin dann losgezogen. Spätes Frühstück oder Frühes Lunch? Kann man so oder so sehen. Zuerst habe ich mir eine Lobster Roll bei Luke’s Lobster gekauft. An dem Tag bin ich Gast Nummer 1 gewesen! Nach mir hat sich dann unheimlich schnell eine Schlange gebildet. Eigentlich wollte ich mir bei einem Eiscremetruck ein Melonpan mit Eisfüllung kaufen, allerdings war ich leider zu früh dran und wollte bei der Hitze samt Gepäck nicht so lange warten. Ich bin dann zu „Takoyaki Creo Ru“ gegangen und habe mir dort das Osaka Set ausgesucht, dass aus Miniportionen Okonomiyaki, Takoyaki und Kushikatsu und einem Getränk besteht. Da ich den o.g. Käsekuchen so unglaublich gut fand, musste ich ihn einfach noch einmal kaufen und hatte somit etwas für meine Zugfahrt nach Kyoto.

Als ich in Kyoto ankam, bin ich erst einmal zur falschen Seite des Bahnhofs raus und musste mich erst einmal orientieren. Und obwohl mein Hotel nur 500 Meter entfernt ist, habe ich knapp eine halbe Stunde gebraucht, weil ich erst Falschrum rausging! Kaum eingecheckt, ging es auch schon wieder los, denn ich habe mich mit einem Couchsurfer am Bahnhof verabredet. Wir haben uns am Starbucks getroffen und uns in ein Café gesetzt und etwas getrunken. Ich bin im Übrigen ganz happy gewesen jemanden zu treffen, weil ich ein ziemlich geselliger Mensch bin und wenn man alleine unterwegs ist, kann es ganz schön einsam werden.

Wir sind dann Richtung Gion Viertel gelaufen – zum Glück hatte ich einen Regenschirm mit, denn es kam zwischendurch ganz schön viel Regen runter. Einerseits fand ich es cool mit jemandem Nettem unterwegs zu sein, andererseits war das auch aufregend, weil du weißt ja nie wirklich was über dein Gegenüber! Im Gion Viertel haben wir einige Geishas gesehen, sind an Onsens vorbeigelaufen und haben auch wirklich super schöne Tempel und Häuser gesehen. Da es schon dunkel gewesen ist, ist die Stimmung auch sehr entspannt und friedlich gewesen. Irgendwann hat es mich dann zurück ins Hotel und Bett gezogen – im Übrigen habe ich heute das erste Mal die 18(,9) Kilometer laut Schrittzähler geknackt – für mich ist das wirklich viel!:D

Tag 5 (03.07.): Heute hat meine Schwester Geburtstag! Yay – ich bin zwar nicht in Deutschland, um das mitzufeiern, aber wir haben es geschafft zu facetimen, als alle bei meinen Eltern zu Hause zu Abend gegessen haben!:-) Der heutige Tag sollte so richtig durchgepowert werden. Da ich leider nicht allzu viel Zeit in Kyoto habe und diese Stadt aber so unglaublich viele Dinge zu bieten hat, musste ich früh raus.

Als Erstes bin ich mit der Bahn zum Arashiyama Bamboo Garden rausgefahren. Ich Kröte habe dann die Haltestelle verpasst und bin eine Station zu weit gefahren, was der beste Fehler gewesen ist, den ich begangen habe! Denn ich bin mitten zwischen Bergen und Flüssen gelandet und habe eine wunderschöne Aussicht genossen! Und es war sonst NIEMAND da! Der Couchsurfer, den ich am Vortag traf hat mir erzählt, dass man aus Kyoto heraus den „Romantic Train“ nimmt (und bezahlt), dass man hier mit anderen Touristen hochtuckern kann und ich habe diese wunderschöne Aussicht einfach so, weil ich zu lange sitzen geblieben bin! Solltet ihr also hierher kommen – fahrt einfach mal zu weit!

Ein ungeplanter Stop, den ich aber überhaupt nicht bereue und über den ich mich wahnsinnig freue! Danach ging es dann zum Bamboo Garden – der war zwar schön, allerdings muss ich sagen, dass das eher „Pflichtprogramm“ war – ich bin sehe schnell wieder geflüchtet, weil die Menschenmasse einfach zu erdrückend war (hätte ich mir ja denken können).Danach bin ich wieder zurück zum Bahnhof geflitzt und nach Nara gefahren, um dort ein paar süße Hirsche besuchen zu gehen! Dort kann man ein paar Leckereien für wenig Geld kaufen und die Hirsche füttern. Mehr dazu in einem anderen Post. Hier kommen auch sehr viele Menschen, aber über das riesige Gelände verteilt dies sich sehr gut. Und als wenn die zwei Dinge nicht genug wären, ging es für mich auf dem Rückweg noch am Fushimi Inari Schrein vorbei. Oh das Gelände und die Tempel dort sind soooo schön! Zwar auch sehr touristisch, aber damit muss man rechnen! Danach waren meine Akkus so gut wie leer und ich habe mir im Convenience Store mein Abendessen geholt.

Tag 6 (04.07.): Leider habe ich mir wohl von dem gestrigen Essen den Magen verdorben, sodass die Lust etwas zu machen wieder bei Null angekommen ist. Ich bin also nach Nagoya gefahren und habe ausschließlich in meiner Unterkunft gechillt – das Einzige was ich noch tat, war mir etwas zu essen zu suchen. Dieses Mal sollte es ein Tonyu Hotpot (eigentlich hat mir die Kellnerin den Namen Himenabe genannt, aber sie hat gar kein Englisch gesprochen und online & auf Nachfrage bei 2 Japanerinnen – habe ich nichts gefunden, was so heißt).

Tag 7 (05.07.): Heute ging es dann los in die Hauptstadt. Nachdem ich am ersten Tag so dermaßen gestresst war, habe ich schon ziemlichen Respekt davor gehabt wieder zurück nach Tokyo zu fahren. Aber man gewöhnt sich wirklich sehr schnell als dieses schnelle Gewusel der Hauptstadt und an die Menschenmassen. Ich wollte noch den letzten Tag meines JR Passes ausnutzen und bin damit zum Tokyo Tower und dem Shibapark gefahren. Ich wollte in den One Piece Themenpark gehen – Nerddreams fulfilled! Oh – mann das ist wirklich ein ganz schwer zu beschreibendes Gefühl – zumal sonst eher Erwachsene mit ihren Kindern anwesend gewesen sind :D. Im Themenpark gab es übrigens ein Horrorhaus – in dem ich mich, obwohl ich wusste, dass es nur dem Zwecke dienst Angst zu verbreiten, wirklich gruselig war!

Teil 2 meines Japan Traveldiaries könnt ihr hier finden.

Dieser Beitrag ist auch verfügbar auf: Englisch

One thought on “Japan Traveldiary Part One

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

css.php