Klippen abseilen beim Harju Manor – Ravijoki Finnland

Heute möchte ich euch etwas über unseren Ausflug zum Harju Manor, Ravijoki erzählen. In diesem Beitrag berichte ich über meine Reise nach Finnland, die in Kooperation mit VisitFinland stattgefunden hat. Ich wurde von VisitFinland eingeladen eine 10 Tage andauernde Tour an der Südostküste Finnlands zu testen, um hinterher darüber berichten. Alle meine Beiträge sind nach bestem Wissen und Gewissen geschrieben. Alle Beiträge hierzu könnt ihr unter dem Tag „Tour de Relax“ finden. Eine weitere Bezahlung ist nicht erfolgt.
Hard Facts:

  • Das Harjun oppimiskeskus ist eine Art private Berufsfachschule mit dem Themenschwerpunkt Reitsport und Gartenbau mit über 200 Schüler & Studenten.
  • 170km östlich von Helsinki, 25 km westlich der russischen Grenze.
  • Im Sommer gibt es bis zu 200 Schlafplätze für Einzelgäste, sowie große Gruppen.
  • Kosten für ein Zimmer: 1 Person 42€ pro Nacht, 2 Doppelzimmer 70€ pro Nacht + 6,5€ Frühstück
  • 960 Hektar großes Land
  • Offroad fahren, sich von einer Klippe abseilen, verschiedene Aktivitäten mit Pferden, Wandern

Harjun oppimiskeskus
oppimiskeskus@harjunopk.fi
Tel. +35852295500
www.harjunopk.fi


So nachdem ich euch jetzt die Fakten hingeknallt habe, erzähle ich ein bisschen von unseren Aktivitäten auf dem Harju Manor. Wir sind nachmittags nach Ravijoki gefahren, denn es stand einiges auf dem Programm. Zuerst habe ich ja gedacht wir würden reiten gehen (wovor ich schon Schiss hatte, weil ich das noch nie gemacht habe), aber ich habe das nur falsch auf dem Programm gelesen. Wir sind nur Kutsche gefahren und eine Harju – Studentin hat uns ein wenig über die Schule und sich erzählt. Sie selbst lebt auf dem Grundstück, macht eine Ausbildung zur Reitlehrerin und plant schon ihren Auslandsaufenthalt in Großbritannien. Eigentlich unheimlich spannend, die Lebensgeschichte oder Karriere anderer Menschen. Das ist ja eine ganz andere Welt als die, in der ich lebe – so als Büromensch und Stadtmensch :).

Wie dem auch sei – wir sind mit der Kutsche durch die Felder gefahren bis wir bei einer Klippe angekommen sind. Auf dem Programm stand – lass dich von einer Klippe abseilen. Yo – wisst ihr was? Diese Tour stand unter dem Motto „Tour de Relax„. Wisst ihr wie relaxed ich war? Ich habe ziemliche Höhenangst und werde schon ziemlich panisch, wenn es nur darum geht beim Streichen in der Wohnung auf einen Hocker oder eine Leiter zu steigen, weil ich Angst habe um zufallen. Beim Rolltreppe fahren im Frankfurter Myzeil kralle ich mich an die Bande fest, weil Höhe + Bewegung und Runtergucken – mag ich gar nicht! Ich finde es aber gleichzeitig schade so „wohlbehütet“, fast schon langweilig zu leben. Mich begeistern diese ganzen Abenteurer, die Extremsportler, die Bungeejumper, Fallschirmspringer, Snowboarder, Basejumper. Ich wollte irgendwie ein Teil von diesem Abenteurerkuchen abhaben, auch mal ein bisschen Adrenalin verspüren – einfach mal machen. Für jemanden, der häufiger klettert ist das nichts – eine 15, vielleicht 20 Meterklippe ist für so jemanden eigentlich gar nichts. Für mich ist das aber ziemlich krass gewesen.

Ich bin doppelt gesichert gewesen, unser Guide hat es uns vorgemacht, es ist eigentlich gar nicht SO hoch und wenn man ganz rational darüber nachdenkt, kann eigentlich bei dieser Konstruktion überhaupt nichts schiefgehen. Wenn man mit dem Fuß abrutscht und sich nicht mehr stützen kann, dann baumelt man zwar in der Luft rum und im Zweifel klatscht man halt mal gegen die Wand, aber runterfallen geht eigentlich gar nicht. So rational man auf sich selbst einredet, so irrational ist Angst. Ich halte mich persönlich für einen sehr rationalen Menschen, aber in dem Moment habe ich gemerkt, wie es ist, wenn ein Gefühl überhand gewinnt. Man steht vor dem Abgrund und muss sich beim ersten Meter ganz oben selbst dafür entscheiden sich abzuseilen. Das Seil los zu lassen bzw. ihm Spielraum zu geben, man muss aufhören sich mit seiner ganzen Kraft hochhalten zu wollen, man muss sein eigenes Körpergewicht fallen lassen und man baumelt über dem Nichts.

An der Wand tropft das Regenwasser vom Vortag runter, einmal bin ich abgerutscht. Ich habe meinen Kiefer verkrampft, die Zähne zusammengebissen. Ich war damit beschäftigt mich festzuhalten, dagegen anzukämpfen zu heulen oder zu kotzen, irgendwie abwechselnd. Angefühlt hat es sich so, als ob die Kotze mir schon in der Kehle stecken würde und nur noch ein Würgen entfernt ist. Nach den ersten zwei Metern wird es aber um Einiges leichter, weil man zum einen mutiger wird und zum anderen das „sich herablassen“ das Schwerste gewesen ist. Der Guide hat gesagt, dass es beim zweiten Mal immer viel leichter ist, als beim ersten Mal, weil der Kopf sehr stark mitarbeitet und man beim ersten Mal einfach reizüberflutet ist. Ich habe es dann tatsächlich ein Zweites mal gemacht und habe es schon als leichter, aber immer noch schwer empfunden! Letztendlich bin ich  ziemlich stolz drauf es gemacht zu haben und ich denke, dass ich das auch nochmal probieren würde. Ich möchte noch viel mehr solche „First Times“ haben und Dinge tun, die ich in meinem Leben noch nie getan habe!

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Dieser Beitrag ist auch verfügbar auf: Englisch

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