Restaurant: Kobe Beef Kaiseki 511

Als meine Schwester in Tokyo gelandet ist, haben wir uns vorgenommen gemeinsam Kobefleisch probieren zu gehen. Vor meiner Abreise hatte ich auf Facebook eine Nachricht an die kobe beef tourism association geschrieben und um eine Empfehlung für Restaurants in Tokyo gebeten. Bei der Menge an Blogs und Reiseratgebern online verliert man gut und gerne den Überblick und ich merke, dass ich auf so eine „persönliche“ Empfehlung mehr vertraue als auf die zahlreichen Informationen, die auf bei einer Online – Recherche auf mich einprasseln. Long story short – mir wurden drei verschiedene Lokale empfohlen, die zertifiziert qualitativ hochwertiges Koberindfleisch verarbeiten. Darunter Kobe Beef Kaiseki 511, der glücklicherweise fußläufig zu unserem Hotel gelegen ist. Damit ist die Entscheidung – in welches Lokal wir unser Geld investieren – sehr schnell getroffen worden. Meine Schwester hatte einen 10 Stunden Flug hinter sich und es sind schwüle 33 Grad gewesen – auf eine lange Futtersuche hatten wir also keine Lust. Wir haben über OpenTable einen Tisch gleich um 18:00 Uhr reserviert (fand ich im übrigen sehr cool, weil ich keine Lust hatte in Japan einen Tisch am Telefon zu reservieren – bei den allgemeinen Englischkenntnissen dort ist das nicht allzu einfach).


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Der Service im Kobe Beef Kaiseki 511

Das Restaurant liegt auf einer unteren Ebene, man muss also die Treppen runtergehen, um in das Restaurant zu gelangen – als wir dort noch ein paar Selfies vor dem künstlichen Wasserfall schossen, wurden wir bereits erwartet. Da wir gleich zur Öffnung des Lokals reserviert hatten, waren wir die ersten Gäste und wurden gleich vom gesamten Personal gegrüßt. Da geniert man sich dann doch ganz schön, wenn einen gefühlt 20 Menschen rechts und links aufgereiht empfangen und jeder einzelne einen freundlich samt Verbeugung grüßt. Wir wurden von drei verschiedenen MitarbeiterInnen bedient. Alle waren überdurchschnittlich freundlich und höflich, uns wurde jedes einzelne Gericht erläutert und was ich besonders schätze: mein Wasserglas war niemals leer. Auffallend ist auch, dass die Servicemitarbeiter alle für japanische Verhältnisse sehr gutes Englisch sprachen. Wer schon einmal in Japan gewesen ist, weiss, dass dies nicht selbstverständlich ist. Als wir das Restaurant verlassen wollten, hat uns unsere Hauptkellnerin zum Ausgang begleitet und hatte plötzlich ein Abschiedsgeschenk in der Hand, welches ihr von einer anderen Kollegin unauffällig gereicht wurde. Darin enthalten waren Eiernudeln, sowie eingekochte Kobebrühe. Quasi ein Instantnudelset als fancy edition – eine Kleinigkeit, aber wirklich sehr schön! Wir haben uns ehrlich sehr darüber gefreut! Als wir dann das Restaurant verlassen haben, hat sich die Mitarbeiterin am Empfang verbeugt und hat diese nicht gelöst, bis wir ausser Sichtweise gewesen sind. Das mag in Japan eine übliche Geste sein, nur wir sind soviel Höflichkeit und Serviceorientierung absolut nicht gewohnt, weswegen wir dümmlich kichern mussten.

Das Ambiente im Kobe Beef Kaiseki 511

Das Restaurant ist relativ klein, was eine intime Atmosphäre schafft. Die Tische sind durch Raumtrenner voneinander abgetrennt, sodass man für sich ist. Insgesamt war das Lokal sehr modern eingerichtet – indirektes Licht, hohe Decken, Holzboden und wirklich tolle Sitzelemente.

Die verschiedene Kobespeisen im Kobe Beef Kaiseki 511 waren köstlich!

Nun kommen wir zum wichtigsten Teil meines Blogposts – logisch – die Speisen! Sowohl meine Schwester, als auch ich haben uns für ein Kobeprobiermenü entschieden. Meins hatte 8 Gänge, während ihres 6 Gänge hatte. Hierbei gab es viele kleine Variationen in denen Teile des Koberindes verarbeitet wurden. Alle Gerichte fanden sowohl meine Schwester, als auch ich ganz gut. Ein hoher Standard bei dem man die Liebe zum Essen auf dem Teller wiedererkennen konnte. Ziel des Menüs sollte augenscheinlich sein die Vielfalt der japanischen Küche in Kombination mit dem Koberind aufzuzeigen. Wirklich sehr hoher Standard – trotzdessen habe ich bewusst „ganz gut“ geschrieben. Wie vorab bereits erwähnt war unser primäres Ziel „Kobefleisch probieren“. Wir haben im Laufe des Abends bemerkt, dass wir nicht nur Kobefleisch probieren wollten, sondern wir wollten Kobesteak (!) und dessen Geschmack probieren. Die kleineren Gänge waren wirklich schmackhaft – kein Zweifel – dennoch werden Sie meiner Meinung nach nicht der Exklusivität und der Qualität des Kobefleisches gerecht – oft haben die anderen Zutaten den eigentlichen Geschmack des Fleisches überspielt.

In unseren Menüs gab es jeweils das flamebaked Kobesteak (Sirloin Cut) in einer kleineren 100g Version. Sowohl meine Version, als auch die in dem süßen, weißen Miso aus Kyoto marinierte Version meiner Schwester haben wahnsinnig gut geschmeckt. So gut, dass wir jedes Mal nur winzig kleine Bissen genommen haben, damit dieses Geschmackserlebnis nicht so schnell zu Ende ist. Das Fleisch hat durch die Misomarinade einen sehr süßen Geschmack gehabt und hat leicht wie Foie Gras geschmeckt – vermutlich liegt das an dem hohen Fettgehalt des Fleisches und der Kombination mit dem süßen Aroma der Misopaste. Mein Steak hat deutlich rauchiger geschmeckt, die Kombination mit leichtem Sojasoßengeschmack durch den Schaum war ganz zart. Das Fleisch war butterweich, sodass ich es mit Stäbchen spalten konnte. Wenn ich versuche den Geschmack zu beschreiben, läuft mir das Wasser im Mund zusammen. Wenn euch das gesamte Menü interessiert, dann fragt mich ruhig in den Kommentaren – ich habe das Menü abfotografiert und mit in den Post angehängt, allerdings würde das diesen Post hier sprengen und naja, das Fazit bleibt das Gleiche! 🙂

Preise

Die Preise sind gehoben, aber bezahlbar. Tokyo ist an sich bereits eine teure Stadt. Exklusive Zutaten wie Koberind oder das süße Miso, sowie umfassender Service kommen hier natürlich noch hinzu. Wir haben zu zweit etwa 200€ bezahlt, darin enthalten sind zwei Menüs, zwei Säfte, eine Flasche Wasser, sowie das Trinkgeld.

Fazit

Würde ich das Kobe Beef Kaiseki 511 weitempfehlen? Würde ich noch einmal mit meinem Mann hierher kommen? Ein definitives Ja! Ja, Ja, Ja! Perfekt geschultes, aufmerksames, freundliches Personal, dass die Produkte kennt. Dass einem erklären kann, was sich auf dem Teller befindet. Wunderschön angerichtete Teller mit kreativen Speisen. Saisonale Vorspeisen. Ein perfektes Medium Rare. Ich persönlich empfehle allerdings die Probiermenüs links liegen zu lassen und den Fokus gleich auf ein Kobesteak zu legen. Die anderen Gerichte sind, wie bereits erwähnt von guter Qualität, aber für mich persönlich nur ein Nice to Have. Daher: Bestellt euch gleich ein Flame Baked Sirloin – am besten Medium Rare. Mit oder Ohne Misomarinade ist hier eigentlich ziemlich egal, denn beide Steaks haben wahnsinnig gut geschmeckt – da kann man nichts falsch machen! Wenn ihr euch entscheidet hier mal zu essen, dann sagt mir Bescheid – ich würde mich über eure Meinung freuen!

Alle Infos im Überblick:


Dieser Beitrag ist auch verfügbar auf: Englisch

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