Überflutungen auf Koh Samui im Januar 2017

Ich habe es in meinem Koh Samui Traveldiary noch nicht erwähnt, aber während unserem Aufenthalt auf Koh Samui ist die Insel überflutet gewesen. Ich möchte euch in diesem Blogpost meine Eindrücke darlegen. Zu allererst – da ich relativ angeschlagen gewesen bin, war ich zunächst auch sehr ängstlich, weil ich es absolut nicht einschätzen konnte ob und welche Gefahren so eine Überflutung mit sich bringt. Die Bürgersteige sind teilweise 20 Zentimeter hoch und trotzdem stand mir das Wasser bis über das Knie, als wir an den tiefsten Stellen gewesen bin. Durch die ständige Bewegung und die Wellenbildung durch vorbeifahrende Auto, kann das Wasser auch gut und gerne bis zu Hüfte hochschwappen. Die Temperatur lag bei rund 25 Grad, was an sich ja sehr warm ist, allerdings nicht, wenn man von oben bis unten nass ist und es windig wird.

Das Wasser ist braun und trüb, Sand und Erde sind aufgewühlt, daher kann man seine eigenen Füße nicht sehen. Die Sandalen, die ich angehabt habe, haben bei jeden Schritt Widerstand geleistet und das Wasser von mir „weggeschippt“, sodass man unwillkürlich sein Nebenan auch noch mehr nassgespritzt hat.

Am ersten Tag bin ich buchstäblich im Selbstmitleid versunken. Gepaart mit einem schlechten Gewissen, weil nunja – ich jammere rum und bin dann in einer Woche dann sowieso wieder weg, während die Einheimischen weiter mit den Schäden, den Moskitos und vielleicht mit Krankheiten zu kämpfen haben. Am zweiten Tag habe ich sie Situation als gar nicht mehr so schlimm empfunden. Die Thailänder sind mit einer unglaublichen Gelassenheit an die ganze Sache herangetreten. Zum einen war die Insel bereits im Dezember überflutet und zum anderen schien diese Flut immer noch weniger schlimm zu sein, als die in 2011. Wir haben auf den gängigen Wetterhomepages recherchiert, um zu schauen wieviel Regen gefallen ist. Als wir dort gewesen sind, sind 138qmm Regenwasser gefallen. Mal mehr, mal weniger, das über mehrere Tage verteilt. Es tauchten schon fast routiniert die Sandsäcke überall auf, die Autos und Roller sind weitergefahren, Roti – und Eisverkäufer stehen trotzdem an den Straßen. Vor den Massagestudios sitzen trotzdem die Damen und man hört die laute Werbung für Parties oder Boxkämpfe. Hier und da ist zwar eine Straße offiziell gesperrt, sodass einige Taxifahrer dort nicht freiwillig durchfahren, aber wenn man die Straße entlangläuft, dann sieht man trotzdem den ein oder anderen Truck. Auffallend hierbei ist, dass die meisten Einheimischen recht langsam fahren, um nicht so große Wellen zu verursachen und somit die Hauswände nicht zu beschädigen, während Fremde Vollgas durch das Wasser geblättert sind (woher soll man das auch wissen, wenn es einem nicht gesagt wird. Im Auto selbst hat man nämlich eine ganz andere Wahrnehmung, als zu Fuß).

Am letzten Tag, den wir auf Koh Samui verbracht haben, hat sich die Situation aufgeklärt und die Sonne ist sogar für einen Vormittag rausgekommen. Ich finde es ist der Wahnsinn wie schnell das Wasser durch das Ablaufsystem abfließen kann. Innerhalb einiger Stunden verschwindet unglaublich viel Wasser, sodass wir nur noch knöcheltiefes Wasser gehabt haben. Ich bin mir sicher, dass am Folgetag, an dem wir schon abgeflogen sind, nur noch ein paar Pfützen zu sehen gewesen sind.

Trotz dieser Wassermassen und des Windes sind die großen Fähren nach Koh Phangan und Ko Tao noch gefahren. Einige Flüge sind umgeleitet oder storniert worden, allerdings war der Flughafen immer in Betrieb (da unser Hotel in der Einflugschneise lag, konnte man das sehr gut hören…), allerdings haben sich die Flüge bis tief in die Nacht gezogen.

Um das Wetter vor Ort einschätzen zu können, hat mir Camille Blog „Samui Weather“ sehr geholfen. Man kann zwar auch normale Wetterwebseiten aufsuchen und die Wettervorhersage dort anschauen, allerdings veranschaulicht Camille das Wetter zusätzlich noch mit aktuellen Bildern vor Ort und Beschreibungen, die detaillierter sind, als die auf den gängigen Wetterwebseiten. Falls ihr einen Urlaub auf Koh Samui plant oder schon gebucht habt und vorher die Lage dort checken wollt, dann solltet ihr bei Camille vorbeischauen!

Mehr Blogposts über Thailand findet ihr hier.

Dieser Beitrag ist auch verfügbar auf: Englisch

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